Seit es sich in der Branche herumgesprochen hat, dass Dota und Konsorten bei den Spielern unverschämt gut ankommen, hofft tatsächlich jeder mehr oder weniger namhafte Publisher auf fette MOBA-Beute. Jetzt schickt auch Bigpoint ein Team in die Arena - und das rekrutiert sich ausnahmsweise mal nicht aus farbenfrohen Comic-Helden, sondern aus bis an die Zähne bewaffneten Elite-Söldnern mit finsterem Blick.

Im Sold der Konzerne

Die Regierungen der Welt existieren nicht mehr. An ihrer statt lenken fünf mächtige Konzerne die Geschicke der Menschheit. Und besonders friedlich gehen sie dabei nicht vor, denn die Ressourcen des zerstörten Planeten sind beinahe aufgebraucht und ein erbitterter Krieg ist darum entbrannt, in dem ehemalige Militärs als Söldner im Auftrag der machthungrigen Firmen unterwegs sind.

Merc Elite - Das MOBA mit den dicken Wummen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 2/61/6
Wer die lokalen Gegebenheiten geschickt ausnutzt, kann es auch mit zwei Gegnern aufnehmen.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Einen Literaturpreis wird die Story hinter Merc Elite wohl nicht gewinnen. Aber das muss sie auch nicht, denn Bigpoints Endzeit-Geballer ist nichts anderes als ein klassisches MOBA-Game - eine Arena-Hatz, bei der fünf Helden versuchen, sich auf einer kleinen Karte in isometrischer Ansicht gegen ein feindliches Team durchzusetzen. Die Story spielt dabei wenig bis gar keine Rolle.

Auf den Punkt gebracht

Anders als bei DotA und dessen direkten Ablegern geht es bei Merc Elite nicht darum, die gegnerische Basis einzustampfen - zumindest ist ein solcher Modus derzeit nicht im Spiel, das bislang komplett auf PvP setzt. Neutrale Einheiten gibt es nicht - auch keine computergesteuerten Truppen oder stationäre Verteidigungstürme, auf deren Unterstützung man zählen könnte.

Gekämpft wird um drei Flaggenpunkte, die sich in aus diversen anderen Titeln bekannter Manier neutralisieren und einnehmen lassen. Besitzt der Gegner mehr Flaggenpunkte als das eigene Team, tickt der Zähler rückwärts. Shooter-Fans werden sich schnell zu Hause fühlen, Anhänger klassischer MOBAs allerdings werden die taktische Tiefe vermissen.

Merc Elite - Das MOBA mit den dicken Wummen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden4 Bilder
Headshot! In Merc Elite benötigt man dafür den gleichnamigen Skill einerseits und einen Tropfen Zielwasser andererseits.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Garantiert keine Schneeballschlacht

Die Taktik beschränkt sich nämlich weitgehend darauf, immer dort aufzutauchen, wo die Gegner eben nicht sind - das Erobern der Punkte ist stets wichtiger als das Töten gegnerischer Söldner. Denn Erfahrung oder Gold gibt es innerhalb der Runden ebenso wenig wie einen Laden, in dem man sich mit Waffen und Ausrüstung versorgen müsste.

Jetzt noch ein paar spannendere Maps und aus Merc Elite könnte etwas werden.Ausblick lesen

Damit fehlt ein weiteres Element, das Komplexität und Tiefe ins Spiel bringen könnte, allerdings trägt es dazu bei, dass es nicht zu dem aus vielen MOBA-Titeln berüchtigten Schneeballeffekt kommt. Die Stärke des virtuellen Söldners zu Beginn der Runde ist die gleiche wie gegen Ende und manch ein Team, das zu Beginn gnadenlos vom Gegner dominiert wird, schafft es noch, das Spiel zu drehen.

Wie aus Mitspielern Bots werden

Leider liegt das nicht immer nur daran, dass die Kameraden plötzlich cleverer oder dümmer agieren als zuvor. Viel eher spielt das Verhalten der Bots eine Rolle, die immer dann ins Spiel kommen, wenn ein menschlicher Freund oder Feind sein Team im Stich lässt. Und das passiert leider so regelmäßig, dass frustreiche Momente vorprogrammiert sind.

Merc Elite - Das MOBA mit den dicken Wummen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublendenBild 1/5Bild 2/61/6
Kampf um den Kontrollpunkt. Wer clever ist, schleicht dort herum, wo der Gegner nicht ist.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Zwischen den Matches dürfen die eigenen Söldner, von denen man insgesamt drei mit ins Spiel nehmen kann, mit Skills und Ausrüstung versehen werden. Generell gibt es in Merc Elite fünf Klassen: Sturmsoldat, Aufklärer, Taktiker, Grenadier und Koloss. Allesamt verfügen sie über ein individuelles Set von Skills, so wie sie für ein MOBA typisch sind.

Eine Sache der Balance

Was im Vergleich zu anderen Titeln nach wenig klingt, funktioniert in der Praxis überraschend gut, denn einerseits bringen die fünf Klassen mit ihren Skills ein wenig Abwechslung ins Spiel, gleichzeitig sind sie für die Entwickler einfach genug zu balancen - ein Faktor, dem man bei einem MOBA gar nicht genügend Bedeutung beimessen kann.

Dem Balancing außerdem recht zuträglich ist die Tatsache, dass die Söldner den Schaden vorwiegend durch Standard-Schüsse austeilen und Skills wegen ihrer teils doch recht beachtlichen Abklingzeiten eher der Ergänzung dienen. In beiden Fällen gilt es dabei jedoch zu zielen - bei einem Kopfschuss natürlich etwas mehr als bei einem auf einen frontal beorderten Luftangriff.

Nicht minder wichtig als das Zielen und der Einsatz der Skills ist jedoch das Spiel mit der Umgebung. Ob Hindernisse, Distanzen oder Anhöhen - wer derlei Faktoren vernachlässigt, verliert in Merc Elite schnell im feindlichen Kugelhagel das virtuelle Leben und kurz darauf den nächsten Flaggenpunkt. Überhaupt lohnt es sich am ehesten, immer dort zu sein, wo der Gegner nicht ist – zumindest, wenn man auf Sieg spielt.

Merc Elite - Das MOBA mit den dicken Wummen

alle Bilderstrecken
Wischen für nächstes Bild, klicken um Infotext ein- / auszublenden4 Bilder
Der Tod kommt von oben. Luftschläge können den Kampfverlauf entscheidend verändern - sind allerdings nur selten verfügbar.
mehr Bildersteckenalle Bilderstrecken

Das etwas andere Browsergame

Dafür empfiehlt es sich, wie in den meisten Spielen dieser Gattung, ein kleines Team aus Freunden zu formieren, denn wer in den zufällig generierten Gruppen landet, wird bald vor Frust und Ärger über die Dummheit der Kameraden in die Maus beißen. Das mag auch an Bigpoints Zielgruppe liegen, die sich nicht unbedingt aus den fähigsten MOBA-Veteranen rekrutiert.

Und dann wäre da noch die Tatsache, dass Merc Elite offiziell als Browsergame gehandelt wird. Das sollte aber niemanden abschrecken, denn Merc Elite muss sich optisch und technisch absolut nicht hinter den großen Client-Games verstecken und hat vom Gameplay her überhaupt nichts mit dem gemein, was man für gewöhnlich unter einem Browsergame versteht.