Aktuell ist Sommerloch, das merkt man. In Sachen innovativer, neuer Spiele ist gerade absolute Dürre angesagt, dafür sprießen Neuauflagen alter Klassiker wie die Pilze aus dem Boden! Crash Bandicoot N. Sane Trilogy, Final Fantasy 12: The Zodiac Age, Yakuza Kiwami oder das gestern besprochene Starcraft: Remastered. Auf diesen Zug springt nun auch Capcom auf und liefert mit der Mega Man Legacy Collection 2 eine Sammlung vergangener Spielehits des beliebten blauen Bombers. Ob sich die Spiele auch heute noch lohnen, zeigt unser Test.

Zunächst einmal Bestandsaufnahme: In der ersten Legacy Collection gab es Mega Man 1-6, die vor Jahrzehnten für das NES erschienen, folgerichtig bekommen Käufer der zweiten Sammlung nun Mega Man 7-10 serviert. Anders als die ersten sechs Teile, erschienen diese Nachfolger allerdings nicht alle für dieselbe Konsole. Mega Man 7 kam für das SNES heraus, Mega Man 8 für die erste Playstation und das Sega Saturn, 9 & 10 erschienen für Wiiware, Xbox Live Arcade und das Playstation Network. Kleines Info-Schmankerl für Wissbegierige: Mega Man 9 wurde auch offiziell auf ein NES-Modul gepresst und inklusive NES-Box, Anleitung und einer Bonus-Disk an Sammler verkauft. Diese Version des Spiels ist heutzutage extrem schwer zu finden und kostet gemeinhin eine hohe dreistellige Summe.

So weit so übersichtlich. Da sich die Mega Man-Teile in dieser Sammlung teils aber stark unterscheiden, gibt es für euch hier eine kleine Übersicht der jeweiligen Titel.

Mega Man 7

Der siebte Teil der Hauptreihe gilt gemeinhin als schlechtester: Besonders im Vergleich zu Mega Man X, das zwei Jahre vorher ebenfalls für das SNES erschien, ist Mega Man 7 sehr langsam, der blaue Held steuert sich so, als würde gerade seine Batterie den Geist aufgeben. Dafür sieht der Titel richtig hübsch aus und bietet euch mit einem Upgrade-System für Spezialfähigkeiten gute Gründe jedes Level gründlich abzusuchen. Kein Meisterwerk aber keineswegs ein mieses Spiel.

Mega Man Legacy Collection 2 - Aus alt mach neu, der zweite Teil

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Mega Man 8

Diesen Serien-Ableger kennen wohl die wenigsten, kam er doch nicht für eine Nintendo-Konsole heraus. Dafür sieht Mega Man in 32-Bit schöner aus denn je. Gerade das Design der Gegner ist sehr kreativ und würde sich auch gut als Pixelart im Wohnzimmer machen. Gute Neuerungen, wie einen Autofeuer-Modus sowie Anime-Zwischensequenzen, die euch mit einem wunderschönen Retro-Charme in die 90er Jahre zurückkatapultieren, machen aus Mega Man 8 einen sehr gelungenen Teil der auch heute noch überzeugen kann.

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Mega Man 9

Mit diesem Teil entschied sich Capcom auf alten 8-Bit-Pfaden zu wandern, die Fans freute das. Neueinsteiger waren dank des beinharten und teils unfairen Schwierigkeitsgrades eher vor den Kopf gestoßen: An jeder Ecke wartet ein listiger Instant-Death auf euch, kein Spiel ist so unerbittlich wie Mega Man 9 - wer Dark Souls als das schwerste Spiel überhaupt bezeichnet, hat das hier nie gezockt! Ich ziehe meinen Hut vor jedem, der es geschafft hat, diesen Titel durchzuspielen.

Besonders hervorzuheben ist aber auch der fantastische Soundtrack des Spiels. Klar, Mega Man stand schon immer für grandiose Chiptunes, aber die Klänge der Galaxy Man-Stage blieb uns bis heute in den Ohren. Diesen Track könnt ihr auch im Menü der Kollektion abspielen, genauso wie mehr als 150 weitere Musikstücke aus den vier Spielen. Eine nette Dreingabe für Fans. Musik ab!

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Und hier noch ein weiterer Funfact, falls ihr mal in ein Nerdquiz geraten solltet: Mega Man 9 war das erste Mega Man, das mit Splash Woman dem Spieler einen weiblichen Boss gegenüberstellte.

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Mega Man 10

Aufgrund des durchschlagenden Erfolgs von Mega Man 9, entschied sich Capcom zwei Jahre später dafür, einen weiteren (Pseudo-)8-Bit-Nachfolger herauszubringen. Mega Man 10 ist zum Glück deutlich leichter als sein Vorgänger und spielt sich auch heute noch erfreulich flott. Sehr nett von Capcom ist außerdem der Umstand, dass alle <DLCs für Mega Man 9 und 10 hier ebenfalls enthalten sind. Dadurch könnt ihr beispielsweise Teil 9 als Proto Man oder Teil 10 als Bass durchspielen. Auch verschiedene Modi wie der Boss Rush-Modus sind enthalten.

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Dank Pixelgrafik sehen alle Mega Man-Teile hübsch aus wie eh und je, das Fehlen eines 16:9-Modus wird durch schnieke Hintergrundbilder gekonnt kaschiert - wer schon einmal mit einem Game Boy Player hantiert hat, weiß wie das abläuft.

Allerdings stellen sich nach längerer Spielzeit auch immer mehr Kritikpunkte heraus. Einerseits ist Mega Man mit einem Control Stick schlicht nicht sehr gut spielbar und weder das Steuerkreuz der PS4 noch der Xbox One können mit dem eines SNES- oder Wii-Controllers mithalten. Davon ganz abgesehen hätte man, wie beispielsweise in der ebenfalls von Capcom veröffentlichten Disney Afternoon Collection, eine Rewind-Möglichkeit oder zumindest einen leichteren Schwierigkeitsgrad anbieten können. Klar, die Härte der Spiele war immer ein Aushängeschild der Reihe, aber gerade Mega Man 9 grenzt stark an jeglicher Zumutbarkeit in Sachen Schwierigkeitsgrad.