Sowohl für Call of Duty als auch für Battlefield und Medal of Honor stehen (ehemalige) Militärangehörige und Kriegsveteranen beratend zur Seite, damit die Entwickler ein möglichst authentisches Spielerlebnis auf die Beine stellen können.

Medal of Honor: Warfighter - Release wegen sensibler Militärinformationen gefährdet?

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Greift das US-Verteidigungs-Ministerium ein?
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So auch beim neuesten Spross von EA: Medal of Honor: Warfighter. Und offenbar könnte es vor dem Release zu Problemen kommen, denn nun schaltete sich das US-Verteidigungs-Ministerium ein und scheint die Inhalte des Titel überprüfen zu wollen.

Bevor die Berater den Entwicklern zur Verfügung stehen, benötigen sie im Normalfall eine Authorisierung, womit vermieden werden soll, dass geheime bzw. sensible Informationen ausgeplaudert werden. Das Ganze kommt natürlich nicht nur bei Spielen zum Greifen, sondern etwa auch bei Filmen und Büchern.

Ein Sprecher sagte: "Das Militärpersonal muss eine Authorisierung erhalten, um an solchen Projekten mitarbeiten zu dürfen und um die Veröffentlichung von geheimen Informationen über Militärtaktiken, -strategien und -protokolle zu verhindern."

Dabei geht es ihnen aber offenbar nicht um die Taktiken der Navy SEALs, die ja bekanntlich für das Spiel offenbart wurden, sondern vielmehr um Matt Bissonnette. Dieser arbeitet für die Navy SEAL und steht in diesen Tagen ganz besonders unter Beobachtung. Er war während der Ermordung von Osama Bin Laden anwesend und veröffentlichte dazu sein Buch No Easy Day - ohne sich die Zustimmung des Ministeriums zu holen.

Bissonnette war auch für Warfighter als Berater zuständig. Besonders brisant ist nun, dass sich ein künftiger DLC indirekt mit der Jagd auf Bin Laden beschäftigen wird. Das US-Ministerium fürchtet daher, dass Bissonnette und auch alle anderen Berater, wovon keiner eine Genehmigung als Berater für das Spiel erhalten hat, mögliche Details ausgeplaudert haben könnten, die sie für sich hätten behalten sollen.

Laut einer Stellungnahme von Electronic Arts habe das Ministerium niemals um eine Überprüfung gebeten. Daher sei der Publisher auch nicht verpflichtet, sicherzustellen, dass die Militärberater autorisiert seien. Zudem gab es nie einen direkten Kontakt zu Bissonnette, stattdessen wurde dieser über einen Mittelmann hergestellt.

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