Zum letzten Mal meldet sich die bekannte Weltkriegsshooter-Reihe auf der Current-Gen zu Wort: Mit »Medal of Honor: Vanguard« für die demnächst in Rente gehende PlayStation 2 manifestiert Electronic Arts den Umzug zur "nächsten Generation" mit dem bald erscheinenden MoH: Airborne. Ob Vanguard es nun noch einmal richtig krachen lässt oder nur Geld für die Entwicklung des aufwändigen Next-Gen-Nachfolgers einbringen soll, erfahrt ihr natürlich in unserem Review.

Medal of Honor: Vanguard - Trailer

Null-Acht-Fünfzehn...
Eine echte Story lässt Vanguard in bester Serientradition gänzlich vermissen, denn bis auf den Namen unseres Protagonisten Frank Keegan und seine Zugehörigkeit zur 82. Luftlandedivision erfahren wir nur wenig Neues, was wir nicht schon aus den Geschichtsbüchern wüssten.

In den folgenden knapp ein Dutzend Missionen ändert Vanguard selbstverständlich auch nichts am bewährten Gameplay der Shooter-Reihe. Die Kampagne führt uns von Operation Husky in Sizilien über Neptun in Frankreich und Operation Market Garden in den Niederlanden bis nach Deutschland, wo wir in Operation Varsity unsere letzten beiden Missionen bestreiten.

Medal of Honor: Vanguard - Zum Abschluss ein Rohrkrepierer: MoH feiert einen unwürdigen Abgang von der PS2.

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Gelingt der Brückenschlag zur Next-Gen-Ära? Wohl kaum...
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Vier Kapitel mit je zwei bis vier Missionen: Das hört sich nicht nach viel an, und das ist es auch nicht. Gameplay-Neuerungen lässt Vanguard schmerzlich vermissen: Nach wie vor jagen wir im Team deutsche Flakstellungen, Tiger-Panzer und MG-Nester hoch, legen fiese Scharfschützen um und säubern ein Areal nach dem anderen vom nazistischen Regime. Das einzig Nennenswerte ist, dass man ab und zu Waffenupgrades einsammeln darf. Für die Thompson MP gibt es so zum Beispiel ein Trommelmagazin und für Gewehre einen Scharfschützenaufsatz.

Späte Freude...
Dumm nur, dass Vanguard erst ab Operation Market Garden wirklich anfängt, Spaß zu machen. In den beiden ersten Kapiteln stimmt die Atmosphäre zwar auch, nur ist diese längst nicht so intensiv wie in den Niederlande- und Varsity-Kapiteln. Die Missionsziele sind hinreichend bekannt, Auflockerungen vom strengen Shooter-Alltag gibt es zudem nur selten.

Fahrzeuge fehlen sogar gänzlich. Die Kollisionsabfrage erweist sich als alles Andere als gelungen: So kommt es des Öfteren vor, dass man trotz guter Schussbedingungen keine Treffer landet. Auch die Künstliche Intelligenz ist enttäuschend: Während das eigene Squad nicht gerade selten in der Schusslinie steht und somit die Sicht versperrt, rennen die gegnerischen KI-Mannen manchmal schnurstracks auf euch zu.

Medal of Honor: Vanguard - Zum Abschluss ein Rohrkrepierer: MoH feiert einen unwürdigen Abgang von der PS2.

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You'll never walk alone: In den Missionen ist man zum Glück nie allein unterwegs.
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Die Steuerung wurde hingegen gut an die PlayStation 2 angepasst. Mit dem linken Analogstick dirigieren wir Keegan durch die Levels, mit dem rechten Stick können wir uns umsehen. Geballert wird mit der R1-Taste, während wir die Waffen mit dem Kreis-Button wechseln können. Hinlegen und Aufstehen geschieht mit der Viereck- und der Dreieckstaste. Das schnelle Zücken der Granate wurde auf die R2-Taste gelegt. Insgesamt bietet Vanguard also eine recht einfache und sehr intuitive Ausgangskonfiguration.

Das war es auch schon...
Wer die Einzelspielerkampagne abgeschlossen hat, darf sich mit bis zu drei Mitspielern in den Splitscreen-Modus stürzen. Schmerzlich haben wir einen Onlinemodus vermisst. Die Auswahl an Modi entspricht dem gängigen Multiplayer-Repertoire und kann mit Deathmatch, Team-Deathmatch, Capture the Flag, King of the Hill und Schnitzeljagd aufwarten.

Medal of Honor: Vanguard - Zum Abschluss ein Rohrkrepierer: MoH feiert einen unwürdigen Abgang von der PS2.

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Inmitten von Schutt und Asche fragen wir uns, ob Medal of Honor: Vanguard wirklich nötig war.
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Optisch kann Medal of Honor: Vanguard schon längst nicht mehr überzeugen - auch für PS2-Verhältnisse. Detailarme Charaktere, matschige Texturen und bis auf Ausnahmen eher unspektakuläre Effekte lassen Vanguard grafisch in keinem guten Licht dastehen. Recht gelungen sind explodierende Panzer und die gut in Szene gesetzten, dafür aber umso kurzen Fallschirmeinlagen.

Akustisch hat Vanguard die nötigen Muckis, die man sich von einem Medal of Honor-Titel wünscht. Abgesehen von der etwas verpatzten deutschen Synchronisation gibt es hier wirklich nichts zu meckern. Den Hobbysoldaten erwartet neben kräftigen und vor allem unterschiedlichen Waffengeräuschen noch knackige Explosionen sowie einen gelungenen Soundtrack, bei dem auch das typische MoH-Theme nicht vergessen wurde.