Weltkriegs-Veteranen unter euch erinnern sich noch an »Medal of Honor: Allied Assault«. Der grandios inszenierte Shooter aus dem Hause 2015 entführte im Frühjahr 2002 tausende Actionfans in eine bisher noch nie dagewesene Spielwelt. Vor allem die packende Landung in der Normandie ist bis heute für Viele eine unvergessene Erfahrung. Mit »Medal of Honor: Airborne« widmet sich Electronic Arts nun einer neuen Leitidee und lässt den Spieler jede Mission aus der Luft beginnen. Ob diese Neuerung frischen Wind in das altbekannte Szenario bringen kann, wollen wir mit unserem Review klären.

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Als Teil der 82. US-Luftlandedivision ist diesmal Private Boyd Travers der Mann für alle Fälle. Ausgehend von Sizilien bis zu den finalen Schlachten in Deutschland beginnen alle sechs Einsätze hinter der gegnerischen Front - und das mit komplett interaktiven Luftlandemanövern.

Ihr findet euch zu Beginn einer jeden Mission in einem Flugzeug wieder, in dem euch eine kleine, atmosphärische Zwischensequenz auf das Bevorstehende einstimmt. Hier wird schnell klar, dass sich die Mannen von Entwickler Electronic Arts am ersten Teil der Serie orientieren, schließlich soll auch »Medal of Honor: Airborne« zu einem Erlebnis werden.

Aus allen Wolken gefallen
Da sinnieren eure Kameraden beispielsweise über Nichtigkeiten, bis ein Triebwerk Feuer fängt oder ein Flakgeschoss die Außenhülle des Transportflugzeugs durchschlägt. Ihr befindet euch ab sofort im Kriegsgebiet und bereitet euch auf den Absprung vor. Nach einem kurzen Orientierungsblick leuchtet dann auch schon das Signal für den Absprung auf.

Medal of Honor: Airborne - Ballern gegen den Frieden: Trotz fehlendem Tiefgang sorgt Airborne für Kurzweil.

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Die Schlacht beginnt aus der Luft: Fallschirmsprünge begleiten euch durch alle sechs Missionen.
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Ausgestattet mit einem Fallschirm geht es schließlich zum Ausstieg, bis ihr euch wenige Augenblicke später bereits im freien Fall befindet. Das Szenario ist dabei gespenstisch: Umringt von Flakfeuer und abstürzenden Flugzeugen seht ihr unter euch das von Nazi-Schergen verseuchte Zielgebiet. Der Absprung aus einem fliegenden Flugzeug ist wohl die größte Neuerung in »Medal of Honor: Airborne«.

Obwohl sich der ganze Ablauf bei jeder Mission wiederholt und gegen Ende des Spiels immer eintöniger wirkt, hat das Luftlandemanöver wichtige Auswirkungen auf eure Mission: Ihr dürft euch nämlich aussuchen, an welchem Platz ihr in dem Level landen wollt. Dazu könnt ihr euren Protagonisten entweder in eine von mehreren sicheren Landezonen steuern, die mit grünem Rauch signalisiert werden, oder ihr fliegt direkt in die Nähe eines feindlichen Sammelpunktes. Wer sich hingegen als Einzelkämpfer bewähren möchte, der kann auch in einer düsteren Seitenstraße zu Boden schweben, um die Missionsziele vorsichtig und taktisch anzugehen.

Packshot zu Medal of Honor: AirborneMedal of Honor: AirborneErschienen für PC, Xbox 360 und PS3 kaufen: Jetzt kaufen:

Die Qual der Wahl?
Dabei suggeriert euch »Medal of Honor: Airborne« auch ein nicht lineares Missionsdesign, das den Ansätzen von »Medal of Honor: European Assault« folgt. Ihr könnt euch nämlich selbst aussuchen, welche Aufträge ihr als erste angeht. Dabei gaukelt euch das Spiel allerdings nur die Qual der Wahl vor. In Wirklichkeit müssen nämlich alle Missionsziele erledigt werden. In welcher Reihenfolge das geschieht, bleibt hingegen euch überlassen.

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Ob Freund oder Feind: Die NPCs sind keine besonderen Leuchten.
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Die von vielen Spielern gehassten Levelschläuche gehören im jüngsten Teil der Serie aber der Vergangenheit an. Euer Vorgehen ist zwar immer noch in irgendeiner Form vorgeschrieben - wenn auch nicht mehr auf Biegen und Brechen - dafür gibt es jetzt aber mehrere Wege, die zum Ziel führen. Das ist manchmal auch bitter nötig und verpasst dem Spielprinzip einen angenehm taktischen Hauch.

Ganz und gar nicht angenehm sind hingegen wieder einmal die Missionsziele, die sich vor Originalität fast überschlagen. Da müsst ihr beispielsweise Artillerien und Flugabwehrgeschütze sprengen, verschollene Kameraden in den Gebäuden einer Kleinstadt finden oder auch einen strategisch wichtigen Punkt auf der Karte halten. Nicht zu vergessen sich natürlich auch die obligatorischen Liquidierungsmissionen von deutschen Offizieren. Mehr Abwechslung hätte dem Spiel sicher nicht geschadet.

Der Fluch der Checkpoints
Ärgerlich ist wieder einmal die Tatsache, dass »Medal of Honor: Airborne« keine Quicksave-Option bietet. Stattdessen setzt das Spiel auf Checkpoints, die bei jedem Missionsziel angelegt werden. Einmal erledigte Ziele sind also gesichert, während Feindmassen auf dem Schlachtfeld bei jedem weiteren Versuch komplett neu generiert werden.

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Diese grünen Rauchschwaden signalisieren eine sichere Landezone.
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Egal, wie weit ihr euch also an das nächste Ziel herangearbeitet habt, im Fall eures vorzeitigen Ablebens geht's wieder von vorne los. Das streckt die an sich eher kompakten sechs Levels auf eine durchschnittliche Spieldauer von etwa einer Stunde. Die wichtigste Neuerung nach den interaktiven Luftlandemanövern betrifft das Waffenarsenal. Nietet ihr genügend Gegner mit der gleichen Knarre um, belohnt euch das Spiel mit diversen Upgrades. Da gibt es zum Beispiel größere Magazine oder kürzere Nachladezeiten.

Darüber hinaus erhaltet ihr auch Boni, mit denen der Rückschlag reduziert oder die Durchschlagskraft erhöht wird. Alles in allem ein sehr hilfreiches Feature, dessen Upgrades ihr allerdings nicht mit in die nächste Mission nehmen dürft.

Altbackene Technik?
Mit »Medal of Honor: Airborne« veröffentlichte Publisher Electronic Arts das erste Spiel aus seinem Portfolio, das auf der Unreal Engine 3 basiert. Dementsprechend sieht der WW2-Shooter auch nicht schlecht aus. Im Gegenteil: Die Schlachtfelder wurden allesamt schön gestaltet, die Charaktere und Figuren sind gut designt.

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Durch stetigen Gebrauch könnt ihr eure Waffen verbessern - Upgrades sei Dank.
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Schade nur, dass mal wieder keinerlei Interaktion mit der Umgebung möglich ist. Gewohnt brachial zeigt sich hingegen die Soundkulisse, die auch schon wie bei den vergangenen Teilen eine beklemmende Atmosphäre auf den Bildschirm zaubert - auch wenn sich die musikalische Untermalung dabei leider wieder nur auf Trompetensoli beschränkt.