"Deploy in Base" - *Klick* - Ah, ein Feind - tot. „Wow, das ging schnell!“ Nächster Versuch: "Deploy in Base" - *Klick* - Schnell hinter die erste Deckung gewetzt, um die Mauer gelugt - tack-tack-tack - tot. Ja, so beginnt unser erster Spielversuch der Multiplayer-Beta von Medal of Honor (MoH). Zeit ist in diesem Spiel ein Luxusgut, wer zuerst ballert, gewinnt in aller Regel.

Wer sich als Anfänger in die Schlachten wagt, muss Geduld und Nehmerqualitäten besitzen, da viele Spieler des Headstarts über deutlich bessere Bewaffnung und Munition verfügen und damit deutlich im Vorteil sind. Das ist ganz klar eine Balancing-Angelegenheit, die durch diesen Betatest hoffentlich noch Raum für Überarbeitung lässt.

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Medal of Modern Company?

Dass es sich noch um einen Betatest handelt, merkt man noch an allen Ecken und Enden, vieles wirkt noch unfertig und Bugs sind unübersehbar. Entwickler Dice, der für den Mehrspielerpart verantwortlich ist, sollte aber trotz der Beta-Zugeständnisse aus der Vergangenheit lernen und beispielsweise für eine bessere Konfigurierbarkeit der Tastaturbelegung und ähnlicher ergonomischer Gesichtspunkte sorgen.

Medal of Honor - Modern Warfare trifft Bad Company: Unsere Eindrücke aus der Mehrspieler-Beta

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Der Serverbrowser wirkt noch alles andere als optimal.
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Probleme wie den bereits in Bad Company 2 existierenden "Messer-Bug" oder den plötzlichen Tod, nachdem man vermeintlich rechtzeitig hinter Deckung Schutz gesucht hat, haben die Schweden scheinbar nach MoH importiert.

Die ersten Eindrücke erinnern frappierend an Battlefield: Bad Company 2, vor allem optisch ist die Ähnlichkeit dank Frostbite Engine 1.5 unübersehbar. Spielerisch unterscheiden sich beide Titel jedoch merklich voneinander. MoH spielt sich rasanter - nur wenige Treffer und man liegt am Boden, Sanitäter gibt es nicht. Nach wenigen Sekunden erfolgt jedoch bereits der Neueinstieg, doch wenn man Pech hat, überrennt der Feind gerade die eigene Position und so hagelt es teilweise Todesmeldungen im Sekundentakt.

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Auf eine Kill-Cam wird verzichtet, ihr bekommt nur euren Killer inklusive Bewaffung präsentiert.
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An dieses Pacing, das oft an Modern Warfare erinnert, müsst ihr euch erst gewöhnen, sofern ihr zuletzt Battlefield gezockt habt. Obwohl der Multiplayermodus von MoH auf der gleichen Engine basiert wie BC2, fehlt jedoch das Element der totalen Zerstörbarkeit der Umgebung. Einige wenige Mauerstücke und Holzverschläge gehen unter Beschuss zwar zu Bruch, die meisten solide Wände und Objekte zeigen sich von Blei und Explosionen jedoch unbeeindruckt.

Im Vergleich zeigt sich die Bildrate bisher aber um einiges stabiler, was dem absolut präzisen Aiming zugute kommt. Das kann jedoch auch daran liegen, dass die beiden bisher verfügbaren Maps viel kleiner sind und mit maximal 24 Spielern auch insgesamt weniger auf den Schlachtfeldern los ist. Ein weiterer Grund für das gute Zielsystem liegt sicher auch in dem schwachen Waffenrückstoß begründet.

Die Wummen verziehen selbst bei Dauerfeuer nur geringfügig, was in Kombination mit der immensen Trefferwirkung das oben geschilderte "Tod im Sekundentakt"-Szenario erklärt. Momentan scheint zudem die "Hitbox" für Headshots zu groß zu sein, kaum ein Kill erfolgt ohne Kopfschuss - und damit verbundene Bonuspunkte.

Death from the Sky

Wie in allen aktuellen Shootern kassiert ihr auch in MoH reichlich Punkte für feindliche Abschüsse, diese investiert ihr zum einen wie gewohnt in die Ausrüstung eurer Spielfigur mit neuen Waffen und hilfreichen Gadgets wie verbesserter Munition, Rotpunktvisieren oder Zusatzmagazinen. Zum anderen schaltet ihr in laufenden Runden Verbesserungen für euch und eure Kameraden frei und erhaltet zudem die Möglichkeit, Unterstützungsfeuer durch Raketen und Mörser anzufordern.

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Die Auflevel-Möglichkeiten der drei Klassen machen noch einen sehr eingeschränkten Eindruck.
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Zum jetzigen Zeitpunkt hat Dice lediglich drei Klassen (Rifleman, Special Ops und Sniper) offenbart, die sich nur durch ihre Bewaffnung unterscheiden. Das Balancing dürfte auch hier von großer Bedeutung werden, denn momentan startet ihr als Scharfschütze mit einem leicht verbesserten Sturmgewehr und müsst bei Sniperduellen gegen Konkurrenten mit M24-Spezialwerkzeugen antreten.

Die Richtung stimmt, doch der Feinschliff muss es richten!Ausblick lesen

Während sich Sniper vor allem auf der weitläufigeren "Combat Mission"-Map Hellmand Valley großer Beliebtheit erfreuen, machen diese beim zweiten Modus "Team Assault" (aka Team Deathmatch) in den verwinkelten Straßenschlachten von "Kabul City Ruins" kaum einen Stich. Im Setting mit rasch wechselnden Frontverläufen dominieren eindeutig Frontsoldaten, die schnell auf Beschuss aus nächster Nähe reagieren können. Gerade die Häuserkämpfe hinterlassen einen sehr guten und spannenden, wenn auch (aufgrund der sehr schnellen Tode) bisweilen frustrierenden Eindruck.

Einen taktischeren Anspruch hat eigentlich der Modus "Combat Mission", hier muss die amerikanische Seite fünf Zielpunkte einnehmen und kann sogar einen Bradley-Schützenpanzer als Unterstützung einsetzen. Was wir bisher erlebt haben, war jedoch wenig mehr als eine chaotische Schießerei, bei der kaum jemand geordnet und koordiniert vorgeht.

Der Feinschliff fehlt (natürlich) noch

Gut gelungen ist das Design der beiden Kombattanten. Sowohl Taliban (Insurgents) als auch Marines überzeugen mit detaillierter Charakterzeichnung, die lediglich im Bereich der Rennanimationen hüftsteif wirkt. Auf diese Weise lassen sich feindliche und befreundete Einheiten jederzeit gut voneinander unterscheiden - das ist nicht bei jedem Shooter so gelungen.

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Für Kills kassiert ihr nicht nur Punkte, ihr schaltet auch Unterstützungsaktionen für eure Seite frei.
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Überwiegend gut gefallen auch die beiden Karten, die mit vielen Texturdetails und atmosphärischen Settings glänzen, wenn auch noch einige Matschtexturen Raum für nötigen Feinschliff lassen. Ähnliches gilt für die Waffen, denen es teils noch am Detailreichtum und Farbgebung fehlt - die Schießprügel wirken gelegentlich noch wie billige Imitate und haben nichts mit dem Authentizitätsanspruch zu tun, den die Entwickler für sich reklamieren (siehe unser E3-Preview).

Wie auch bei Bad Company 2 dürft ihr euch auch in MoH nicht hinlegen, wer seine Schusseffizienz noch weiter steigern oder die Trefferzone für Gegner verringern möchte, kann sich nur hinknien. Dafür könnt ihr unbeschränkt lange sprinten, aber das ist zumindest auf den kleinen Maps eher von geringerer Bedeutung. Ambivalent ist die Entscheidung keine Kill-Cam anzubieten: Während Sniper und Camper sich darüber freuen dürften, werden alle anderen darüber Klagen. Noch nicht optimal ist außerdem der Serverbrowser, denn das Angebot an offenen Spielmöglichkeiten wird noch zu unübersichtlich dargestellt.