"Medal of Honor wird das authentischste moderne Kriegserlebnis in diesem Jahr", behauptet zumindest Sean Decker, General Manager von EA Los Angeles bei seiner Präsentation auf der E3 in Los Angeles. Nachdem Electronic Arts das Franchise drei Jahre lang ruhen ließ, will man nun im Herbst einen Frontalangriff auf das Shooter-Genre starten und hat es damit wohl in erster Linie auf den Platzhirsch am Markt abgesehen: Call of Duty: Modern Warfare.

Wohlwissend, dass man mit Zweitweltkriegsszenarios nicht mehr bei der Spielerschaft punkten kann, wurde das „Medal of Honor“-Setting erstmals aus diesem epochalen Kriegsdrama des 20. Jahrhunderts herausgelöst und in die Gegenwart verfrachtet. Direkt in einen der aktuell brutalsten Konflikte: Afghanistan.

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Mehr Infanterie, mehr Hardcore

"Bewege dich schnell, oder du wirst tot sein", beschreibt Decker denn auch martialisch die Grundlage des Spielablaufs, dessen technische Grundpfeiler von zwei unterschiedlichen Studios produziert werden. Die Singleplayer-Kampange wird direkt in Kalifornien in Bits und Bytes gehämmert, während der Mehrspielermodus von keinem Geringeren als Dice aus Schweden stammt. Shooterfans wissen, dass diese Softwareschmiede gerade höchst erfolgreich mit Battlefield: Bad Company 2 unterwegs ist, das derzeit von etwa fünf Millionen Spieler gezockt wird. Keine schlechte Wahl, doch die ersten Kritiker vergleichen Medal of Honor umgehend mit BC2.

Medal of Honor - Kampfansage an Modern Warfare und Bad Company

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Für das realistische Spielgefühl heuerte EA echte Kriegsveteranen an.
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Diese Nörgelei lässt Patrick Liu, Producer bei Dice allerdings lächelnd abblitzen: „Wer Medal of Honor spielt, merkt sofort, dass sich beide Spiele grundlegend voneinander unterscheiden. Medal of Honors Fokus richtet sich viel mehr auf Infanteriegefechte und ist deutlich mehr Hardcore, es fühlt sich um einiges authentischer an."

Allen E3-Präsentationen und Gesprächspartnern ist deutlich anzumerken, dass genau dieser Punkt im Mittelpunkt stehen soll: Authentizität. Waffen, Soldatenausrüstung, Explosionen und sogar die Maps sollen realen Vorbildern so detailreich und realistisch wie möglich nachempfunden werden.

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Die Locations sind echten Vorbildern bestmöglich nachempfunden.
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"Alle Orte und Landschaften sind von realen Vorbildern in Afghanistan inspiriert, die wir so genau wie möglich nachbilden", berichtet Liu von den Bemühungen des schwedischen Entwicklerstudios. "Was wir bei den Locations anstreben, gilt auch für die Waffen und Gebäude. Dadurch sind die Zerstörungen zwar nicht so weitreichend wie in Bad Company 2 ('Wir haben bereits beweisen, was wir können'). Granaten explodieren zudem nicht so spektakulär und dadurch erreichen wir eine viel größere Nähe zu 'realen Kriegen'.“

Realistisches Erlebnis trifft krachende Action und feinsten Multiplayer-Spaß - Medal of Honor nimmt die Genre-Spitze ins Fadenkreuz.Ausblick lesen

So wird es zwar zerstörbare Objekte geben, ganze Häuser werdet ihr aber wohl nicht plätten können. Aber es geht nicht allein um ein möglichst reales Abbild von modernen Kriegsszenarien, auch der Aspekt "Hardcore" und "Skill" fällt immer wieder auf.

"Wir unterstützen und fördern Skill!"

So gehe es nicht nur darum Leute zu töten, sondern sie "gut zu töten" (Liu). Soll heißen: Dice will Skill-lastige Spielweisen fördern und unterstützen und Spieler belohnen, die ihren Teamkameraden helfen. Worte, die man zuletzt auch so von den "Brink"-Entwicklern (siehe Preview) gehört hat. Besonders gelungene Abschüsse, Rachekills oder Headshots werden entsprechend belohnt und Team Buffs freigeschaltet, die sich im Kampf als nützlich erweisen sollen.

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Überlegtes Vorgehen wird vom Spiel gefördert.
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Doch man geht noch weiter und wird sogenannte Scorechains implementieren. Je effizienter ein Spieler pro Leben spielt, desto mehr Unterstützungsaktionen werden verfügbar. Offensiv wird es etwa Mörserattacken geben, während defensiv plötzlich UAV-Einsätze verfügbar sind. Auf diese Weise sollen unterschiedliche taktische Wahlmöglichkeiten die Spieltiefe vergrößern.

Im Vergleich zu Bad Company 2 soll es laut Liu auch mehr Variabilität bei den Gamemodes geben, von denen der Producer zwei gegensätzliche Extreme vorgestellt hat: "Nun, zum einen wird es 'Combat Mission' für 12 vs 12-Matches geben. Dabei handelt es sich um einen zielorientierten, teambasierten, hochtaktischen Modus auf großen, offenen Maps, bei denen es sogar eine Art von Erzählung gibt. Innerhalb eines spezifischen Kontexts werden Spieler Anweisungen erhalten, die mit ihren Aufgaben verbunden sind. Zum anderen „haben wir 'Team Assault', einen Deatmatch-artigen Modus mit massivem Fokus auf Häuserkampf, bei dem man wirklich eine gute Kenntnis der Maps benötigt und ständig in Bewegung bleiben muss, um eine Chance zu haben."

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Abwechslung wird bei MoH groß geschrieben.
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Abgesehen davon wird Medal of Honor selbstverständlich auch verschiedenste Möglichkeiten bieten, seine Spielfigur aufzuleveln und ihre Ausrüstung mit diversen Gadgets zu versehen. So soll es laut Liu drei unterschiedliche Felder geben, in denen Spieler separat im Rang aufsteigen. Jeder beginnt als US Ranger, nach einiger Zeit erfolgt jedoch die Beförderung ins "Tier 1", den Elitesoldaten. "Ab diesem Zeitpunkt dürft ihr euch dann auch einen Bart wachsen lassen", verspricht Liu grinsend.