"Für einen Titel dieser Größenordnung bietet Medal of Honor an allen Fronten zu wenig." - Nedzad Hurabasic

Von einer derart hochgehandelten AAA-Marke wie Medal of Honor hätte ich einfach mehr erwartet. Zwar versucht Danger Close mit der Kampagne einen neuen, "realistischen" Weg einzuschlagen. Überzeugend ist die viel zu kurz geratene Mission der Tier-1-Operator jedoch nur in den seltensten Momenten. Spannung oder emotionale Bindung kommt trotz der bemüht wirkenden Inszenierung kaum auf, hier hat die Call-of-Duty-Reihe nach wie vor einen großen Vorsprung. Der sehr geringe Schwierigkeitsgrad des Einzelspielerteils mit höchstens fünf Stunden Spielzeit und ziemlich schwachen KI-Feinden kann von dem aufgesetzt wirkenden Tier-1-Modus absolut nicht kompensiert werden. Immerhin bietet man jedoch eine höchst ansehnliche Klangkulisse.

Der von Dice entwickelte Mehrspielermodus macht zwar Vieles richtig und stellt die optisch sehr wechselhafte (und auf Konsole bisweilen altbacken wirkende) Kampagne technisch in den Schatten. Doch auch hier fehlt Medal of Honor die Spieltiefe. Nur vier Modi, acht Maps und kaum freischaltbare Waffen halten die Langzeitmotivation des rasanten, aber auch teils frustigen Geschehens doch in argen Grenzen. Hoffentlich baut man hier nicht zu sehr auf zukünftige Bezahlinhalte als Triebfedern. Der Schuss könnte nämlich gehörig nach hinten losgehen.

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Pro

  • Dedizierte Server (ohne Hostingmöglichkeit)
  • Sehr gute Partikeleffekte
  • Gutes Gunplay
  • Abläufe auffällig skriptgesteuert
  • Stimmige Präsentation
  • Sehr guter (Waffen-)Sound
  • Recht abwechslungsreiche Kampagne

Contra

  • Zu einfach
  • Kein Koop-Modus
  • Belanglose Fahrsequenzen
  • Sehr häufige Spawntode (MP)
  • Konsolen technisch deutlich schwächer, altbacken
  • Sehr lineare Levelschläuche
  • Nur drei Klassen, vier Modi, acht Maps (MP)
  • Viel zu kurze Spielzeit
  • Geringe Spieltiefe (MP)
  • Schwache KI-Feinde
  • Fehlerhafte Hitbox (MP)
  • Clippingfehler
  • Schauderhafte Messeranimationen

Grafik

Optisch schlingert der Shooter zwischen ansehnlich und altbacken, speziell die Konsolenversionen bieten eine Grafik, die kaum noch zeitgemäß ist. Gelungen sind jedoch die meisten Animationen und viele Partikeleffekte wie Staub, Schnee oder Rauch. Der Mehrspielermodus bietet zudem rudimentär zerstörbare Objekte.

Sound

Die klangliche Inszenierung der Schlachten ist gelungen: sehr satte Waffensounds, gute Sprecher, intensiver Funkverkehr, atmosphärische Hintergrundmusik.

Gameplay

Als Teil einer Eliteeinheit werdet ihr im Hinterland eingesetzt, um den Boden für groß angelegte Militäroperationen zu bereiten. Kurz, zu leicht, wenige intensive Momente.

Multiplayer

Vier Modi für bis zu 24 Spieler, die sich für eine von drei Klassen entscheiden. Insgesamt zu dünn, um langfristig motivieren zu können.