Es kam einer Hiobsbotschaft gleich: Nach rund 18 Jahren hat Electronic Arts die Hauptzentrale von Maxis in Emeryville geschlossen und dem Tochterunternehmen somit das letzte bisschen Selbstständigkeit genommen. Ein Ex-Maxis-Mitarbeiter sprach in einem Reddit-Beitrag über die Gründe für die Schließung.

Maxis - Ex-Maxis-Entwickler spricht über die Gründe für die Schließung

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Welch Ironie: Der Erfolg der Sims war das Ende von Maxis
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Electronic Arts hat überraschend die Hauptzentrale von Maxis in Emeryville und damit den SimCity-Entwickler geschlossen. Ein Traditionsstudio, das 1987 von Design-Legende Will Wright gegründet wurde. Die Marke Maxis bleibt erhalten, genauso wie weitere Zweigstellen, die aber nur noch Maxis-Titeln wie SimCity und Die Sims betreuen und weiterentwickeln sollen. Maxis selbst ist Geschichte.

Wie es soweit kommen konnte, das berichtete ein Ex-Maxis-Mitarbeiter über Reddit. Und wie man es sich bei einem Aktienunternehmen wie Electronic Arts schon denken konnte, war es am Ende das liebe Geld. Doch die Probleme gehen laut Vertexnormal noch viel weiter zurück. Und ironischerweise könnte man fast meinen, aber auch nur fast, dass sich Maxis das eigene Grab seit 2000 geschaufelt hat - und zwar mit Die Sims. Das Spiel, das Maxis-Gründer Will Wright noch selbst entwickelt hatte, war ein dermaßen phänomenaler Erfolg, dass es einer eierlegenden Wollmilchsau gleichkam. Dagegen konnte das 2003 erschienene SimCity 4 nicht im Geringsten anstinken. Es sei zwar auch erfolgreich gewesen, doch Die Sims spielten in einer anderen Liga.

"Sicher, es hat Geld eingebracht, aber Die Sims hatten eine riesige (ich hörte sogar eine 16 Mal so hohe) Rendite", so der Ex-Maxis-Mitarbeiter. "Es war also die oberste Priorität Die Sims 2 zu machen, welches wiederum riesige Gewinne abwarf."

Vertexnormal beschrieb daraufhin die komplizierte Entwicklungsstruktur, die man bei Electronic Arts als Entwickler durchlaufen muss, und die, einmal offiziell angelaufen, kaum Möglichkeiten bietet, etwas zu ändern. Das sei mit ein Grund, warum es zwischen Sim City 4 und SimCity so eine große Lücke existiere. Einige Prototypen seien zwischen den Jahren auch fallengelassen worden. Insgesamt habe sich SimCity rund drei bis vier Jahre in Entwicklung befunden, bis es veröffentlicht wurde. Und dazu gehörte auch das 'Always On'-DRM.

Maxis - Ex-Maxis-Entwickler spricht über die Gründe für die Schließung

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SimCity glich zu Beginn einer Katastrophe
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Dadurch wurde der Start von SimCity massiv torpediert. Selbst SimCity-Schöpfer Will Wright regte sich über die Probleme auf. "Es ist im Grunde unverzeihlich, dass man jemanden 60 Dollar für ein Spiel abknöpft und sie es nicht spielen können", so Wright während einer Rede an der Universität von Kalifornien. "Ich kann den Aufruhr verstehen. Wäre ich ein Konsument, der das Spiel gekauft hat und könnte es nicht spielen, würde ich mich genauso fühlen."

Die Sims-Reihe, die bei Maxis begann, wurde nach Die Sims 2 zu The Sims Studio ausgelagert. Maxis Emeryville hatte also bis spät in die Entwicklung von Expansion Packs für Die Sims 3 keinen Einfluss mehr auf die Sims-Reihe. 2012 nannte EA ihr Label EA Play in Maxis um und machte aus Maxis die übergreifende EA Maxis-Marke. Damit war dann auch The Sims Studio ein Teil von Maxis. Das ist auch der Grund, warum die Marke Maxis als solche weiterhin bestehen bleibt, während mit Maxis Emeryville das tatsächliche Maxis-Studio geschlossen wurde, das Will Wright 1987 gegründet hat. Die Verwirrung einiger, die glauben, dass mit Maxis Emeryville "nur" die Hauptzentrale von Maxis geschlossen wurde, dürfte durch diese komplizierte Struktur erklärt sein.

Ähnlich erging es bereits Origin Systems, dem Entwickler der Ultima-Reihe. Das Studio wurde 1992 von Electronic Arts aufgekauft und ist 2004 aufgelöst worden. Der Markenname Origin verblieb jedoch und wird seit 2011 als Name für EAs Online-Plattform gleichen Namens genutzt.

Trotz all der Geschehnisse sprach sich der Ex-Maxis-Mitarbeiter auch für Electronic Arts als Arbeitgeber aus. EA sei ein tolles Arbeitsumfeld und das Unternehmen tue alles, um das Talent seiner Mitarbeiter zu fördern und Entlassungen möglichst auszuschließen.