Und wieder ein Studio, das von EA dem Erdboden gleichgemacht wird. Im Fall von Maxis wird der Hauptsitz in Emeryville geschlossen. Alle Mitarbeiter wurden entlassen, was einige über Twitter bekannt gaben.

Als der geniale Videospiel-Designer Will Wright 1987 gemeinsam mit seinem Partner Jeff Braun Maxis aus der Taufe hob, um seine revolutionäre Städtebau-Simulation SimCity zu veröffentlichen, hätte er wohl niemals damit gerechnet, dass es mal ein so jähes Ende nehmen könnte. Ohne den Hauptsitz von Maxis in Emeryville sind die übrigen Zweigstellen nurmehr reine Produktionsstätten für Zulieferdienste. Der Markenname Maxis bleibt allerdings weiterhin bestehen.

Ans Licht kam die Schließung durch mehrere Twitter-Einträge betroffener Mitarbeiter. Allen voran Guillaume Pierre, der folgendes schrieb:

EA veröffentlichte daraufhin eine offizielle Pressemitteilung:

"Heute haben wir die Markenentwicklung von Maxis konsolidiert und auf unsere Studios in Redwood Shores, Salt Lake City, Helsinki und Melbourne verteilt, während das Büro in Emeryville geschlossen wird", so EA. "Maxis wird auch in Zukunft Inhalte für Sims- und SimCity-Spieler entwickeln und betreuen, während unsere Marken auch auf neue Plattformen gebracht und neue, plattformunabhängige Marken entwickelt werden."

"Diese Änderungen haben keinen Einfluss auf unsere Pläne für Die Sims. Die Spieler werden auch weiterhin neue Spielerfahrungen sammeln können, die wir schon bald mit unserem ersten Expansion Pack veröffentlichen werden. Weitere Zusatzinhalte sind bereits in Entwicklung."

"Alle heute betroffenen Mitarbeiter bekommen die Möglichkeit, an anderen Positionen innerhalb der Maxis Studios oder bei EA weiter zu arbeiten. Für die, die unsere Firma verlassen, haben wir Abfindungsvereinbarungen und eine Karriereberatung vorbereitet, um sie bestmöglich zu versorgen."

Maxis feierte gleich mit dem ersten Spiel große Erfolge. Die Idee zu SimCity von Designer Will Wright entsprang ihm beim Level-Editor seines Commodore 64-Titels Raid on Bungeling Bay, oder Angriff auf den Archipel, wie das Spiel in Deutschland hieß. Nach dem Städtebau kam das Mikromanagement in Form der Sims. Doch zuvor wurde Maxis 1997 von Electronic Arts aufgekauft. Will Wright verließ das Unternehmen dann 2009.

Ob die Schließung mit den Problemen zusammenhängt, die EA und Maxis bei der Veröffentlichtung von SimCity und Die Sims 4 hatten, ist nicht klar, könnte aber durchaus möglich sein. Auch wirtschaftlich standen beide Titel trotz all der Vorschußlorbeeren und des erwarteten Umsatzes am Ende schlechter da als angenommen. Ein Hinweis darauf ist auch die weitere Entlassung einiger Mitarbeiter des Sims-Teams, wie interne Quellen verraten haben.

Mit Maxis reiht sich nun also das nächste große Traditionsstudio in die Liste der von EA aufgekauften und später dichtgemachten Top-Studios ein. Weitere Studios, die auf diese Weise ein unrühmliches Ende fanden sind Bullfrog, Origin, Westwood und Pandemic.