Es gibt Menschen auf dieser Welt, die kannst du schlagen, foltern und ihnen das Leben zur Hölle machen. Du kannst ihnen alles nehmen. Die Familie, den Stolz und sogar die Hoffnung. Du kannst sie biegen wie ein altes Stück Metall. Aber du wirst sie niemals besiegen. Soll die tödliche Kugel kommen, wann immer sie will; sie wird wie der erlösende Kuss eines Engels empfangen. Aber nur, wenn der Schütze gut genug ist. Denn diese Menschen lassen sich niemals gänzlich brechen.

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Die tragische Komödie des Max Payne

Selbst in den Mythen und Sagen der alten Griechen gab es kaum jemanden, der so leiden musste wie Max Payne. Das Leben dieses Mannes ist eine einzige Tragödie. Ein verzerrtes Spiegelbild dessen, was wir gerne in Film und Fernsehen sehen, um uns sagen zu können, wie gut wir es doch haben.

Doch Max ließ sich nie unterkriegen. Sie nahmen ihm seine Familie, sie verhöhnten ihn, sie schossen auf ihn. Er wurde betrogen und hintergangen, fand neue Hoffnung, nur damit sie ihm wieder entrissen wird. Doch er blieb stets der harte Fels in der Brandung. Ein Mann wie eine Mauer. Mit Überzeugungen, die niemand ins Wanken brachte. Er war der stoische Rachegott auf den Straßen New Yorks.

Doch war sein Tun stets zu vergleichen mit dem armen Sisyphos. Das hat Zeichen und Spuren hinterlassen und der knallharte NYPD-Cop ist jetzt ein anderer. Ein lebensmüder Mann, ohne Hoffnung und ohne Ziele. Max ist nur noch der Schatten des großen Helden, der er einst war. Er ist ein zynischer alter Mistkerl geworden, der die Welt um sich herum genauso hasst wie sich selbst.

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Wer sich Max in den Weg stellt, bezahlt das meistens mit seinem Leben.
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Aus New York geflohen, findet sich der drogen- und alkoholabhängige Max am Ende der Welt wieder: In Brasilien beschützt er eine ebenso reiche wie dekadente Familie, deren Exzesse und Partys stets nur den Spott und die Verachtung des Ex-Polizisten ernten. Willkommener Nebeneffekt: Hinter Stacheldraht und Uzi-Leibwächtern glaubt hier niemand an eine echte Gefahr von außen, und so kann Max ungestört und nach Belieben zum Glas greifen.

In diesem Sinne lebt der deutlich gealterte und etwas dicker gewordene Max Payne von einen Tag in den anderen. Er trinkt, er schluckt Pillen, er trinkt erneut. Geht ihm der Stoff aus, lässt er sich auf sein Bett fallen, bei dem er schon lange aufgegeben hat es zu beziehen. Im Vollrausch liegt es sich überall bequem.

Packshot zu Max Payne 3Max Payne 3Erschienen für PS3, Xbox 360 und PC kaufen: Jetzt kaufen:

Doch das Lotterleben hat mit einem Mal ein jähes Ende, als schwer bewaffnete Terroristen in die Villa seiner Geldgeber einbrechen und die Frau des Familienoberhaupts entführen. Böser Fehler. Denn Max mag älter sein, deutlich untrainierter und er sehnt sich nach einem Ende aus diesem Labyrinth des eigenen Lebens, aber er ist und bleibt Max "Leg dich nicht mit mir an" Payne.

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Max ist älter, zynischer und lebensmüde. Aber er ist und bleibt unser Max.
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Und so beginnt eine Verfolgungsjagd, wie sie kein Film schöner darstellen könnte. Erneut pflastern Blut und Leichen den Weg des Anti-Helden. Nicht, weil er sich der Entführten verpflichtet fühlt, reichen Snobs ohne Ehrgefühl und Verstand. Und auch nicht, weil er versucht etwas wieder gut zu machen, was vor Jahren sein Leben ruiniert hat – Dieser Zug ist längst abgefahren und das weiß er genau.

Nein. Hier geht es einfach ums Prinzip. Niemand entführt die Person, für deren Schutz er verantwortlich zeichnet. Niemand stört ihn bei seinem gut durchdachten Plan sich ins Koma zu saufen und vielleicht an einem schweren Leberschaden zu sterben... Und hey, wer weiß, vielleicht trifft er ja einen Mann, der gut genug ist, ihm eine Kugel in den Kopf zu jagen und dieser lächerlichen Komödie seines Lebens endlich ein passendes Ende zu verpassen.

Zieh dich warm an, Konkurrenz! Der Meister des Bullet-Time ist zurück.Fazit lesen

Wie ihr seht, hat sich an der Tragik des Max Payne nicht viel verändert. Der Mann ist immer noch der Fußabtreter für die Unterwelt und gleichzeitig ihr größter Gegenspieler, der Racheengel für ihre grausame Welt aus Verzweiflung und Hass. Doch er hat deutlich gelitten. Ist eigentlich schon am Ende.

Und vielleicht war es genau dieses Ereignis, das er brauchte, um wieder klar im Kopf zu werden und die Dinge mit anderen Augen zu sehen. Doch sind es auch genau diese Dinge, die ihm nur Schlamm, Dreck und Korruption zeigen. Zeit also, die Sache auf seine Weise zu erledigen. Mit einer dicken Knarre, Reflexen von unvergleichlicher Art und seinem fehlbaren, aber stets messerscharfen Instinkt.

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Bullet-Time, wie sie sein sollte.
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Max Payne 3 ist gewohnt storylastig und verdammt gut durchdacht. Eine komplexe Welt aus Intrigen, Verrat, Liebe, Freundschaft und Hass. Ich gehe sogar so weit zu behaupten: Max Payne 3 hat die beste Story, die ich seit Jahren spielen durfte.

Die Zwischensequenzen werden nicht mehr in kleinen Comicpanels erzählt, sondern in richtigen, schön anzusehenden Videosequenzen - die, ganz dem Comicstil verhaftet, gelegentlich einfrieren und sich in zwei bis drei Bilder teilen, wovon die neuen die Geschichte weitererzählen und die alten wie ein Comicbild zurückbleiben. Harte Ausdrücke und wichtige Fakten brennen sich in den Bildschirm und bauen so eine interessante Atmosphäre auf.

Max Payne 3 weiß, wie man eine Geschichte erzählt. Weiß, wie man seinen Charakteren Tiefgang verleiht und den Spieler bei der Stange hält. Man will als Spieler wissen, wie es weitergeht. Man will wissen, worauf alles hinausläuft. Wer ist der Drahtzieher, wer ist Freund, wer ist Feind? Und vor allem: wird Max ein Happy-End bekommen? Wird er endlich Ruhe finden und ein wenig Vergebung erfahren?

Diesen Fragen geht man über eine recht ordentliche Spielzeit nach. Dabei wird die Geschichte von Max sowohl in der Gegenwart, als auch in der Vergangenheit erzählt. Ihr spielt also abwechselnd Abschnitte aus dem Hier und Jetzt, aus seiner Zeit kurz nach Teil 2 und allem, was dazwischen lag.

Die zauberhafte Welt des Max Payne

Max Payne 1 erfand seinerzeit die Bullet-Time. Max Payne 2 perfektionierte das Story-Telling in Videospielen. Und Teil Drei? Das Prinzip mit dem Zeitlupeneffekt ist nun wirklich nichts Neues mehr, und er wurde auch nicht sonderlich verändert. Je nach Schwierigkeitsgrad füllt sich die Leiste unterschiedlich schnell auf und ihr könnt den Effekt nutzen, um euch einen deutlichen Vorteil im Kampf zu verschaffen.

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In der Vergangenheit sieht Max aus, wie man ihn kennt...
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Der einzige Unterschied ist, dass die ersten beiden Teile der Reihe die Bullet-Time eher als Möglichkeit ansahen, einfach nur besser schneller und tödlicher zu sein als eure Gegner. Die Fortsetzung dagegen sieht diesen Spielinhalt als eine überlebenswichtige Option. Ohne sie ist der alte, untrainierte Held schnell erledigt. Massen von Gegnern, die sich alles andere als dumm anstellen, versuchen ihn aufzuhalten.

Und es gibt nur eine Möglichkeit, sie alle zu erledigen: die Reflexe einer Katze und die Treffsicherheit eines Scharfschützen. Beides scheint für Max wie Fahrradfahren zu sein, denn er hat es nie verlernt. Ihr braucht die Zeitlupe also, um am Leben zu bleiben. Wenige Treffer und ihr seid weg. Ein Kopfschuss und die Geschichte endet abrupt.

Die Lebensenergie regeneriert sich nicht, außer ihr habt nur noch ein Prozent oder weniger übrig. Dann erbarmt sich der Schöpfer, oder wer auch immer, und schenkt euch noch ein paar Pünktchen. Letztendlich haltet ihr damit aber auch nur noch einen Streifschuss aus. Casual ist was anderes und dafür gibt es von mir ein Halleluja.

Feinde gehen, wie eben bereits angeschnitten, recht intelligent vor. Die Gegner bleiben in Deckung, wenn es ihnen zu gefährlich wird, stürmen, wenn Max nachladen muss, und decken sich gegenseitig. Außerdem kommt es immer mal wieder vor, dass euch Gegner in die Seite fallen wollen oder eure Position mit Sturm und Einbruch überrennen. Will sagen: es fliegt eine Granate in eure Richtung und dann stürmen eure Widersacher auch schon auf die sichere Stellung zu, in der ihr euch eben noch wie eine Schildkröte verkrochen habt.

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In der Gegenwart ist Max deutlich fülliger und auch älter.
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In diesem Atemzug sei aber auch gleich einer der wenigen Contrapunkte erwähnt, die dem Spiel einen Funken Schönheit rauben. Wie eine unsaubere Stelle, auf dem Meisterwerk eines Malers... Es kommt leider immer mal wieder vor, dass der Feind zu „riechen“ scheint, wann euer Magazin sich dem Ende neigt und diese Tatsache schamlos ausnutzt.

Gleichsam sind viele Gegner anscheinend Cyborgs der neuesten Generation, mit integriertem Radar und Wärmebild. Sie wissen einfach immer, wo ihr euch aufhaltet. Anschleichen und heimliches Vorgehen sind in dem Fall wie Perlen vor die Säue werfen: schön, aber nutzlos. Zum Glück war subtile Taktik noch nie eine von Max´ Stärken.

Andere Soldaten sind von ihrer Mama allem Anschein nach zu heiß gebadet worden und stellen sich kaum klüger an als die drei Stooges. Es ist bei diesen Ausnahmesoldaten davon auszugehen, dass sie sich eher aus Versehen selbst erschießen, als dass sie den Wegpunkt zu Max finden. Na, ja... schwarze Schafe gibt es in jeder Familie. Über solcherlei Ungereimtheiten lässt sich jedenfalls problemlos hinwegsehen.

Doch was macht den dritten Teil dieser Noir-Saga jetzt so besonders? Wo ist das „Schippchen mehr“, das man bei einer Fortsetzung mitbringen muss, um nicht als billige Fortsetzung abgestempelt zu werden? Diese Frage beantwortet sich bereits im ersten Gefecht.

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Später "tarnt" sich Max mit Glatze und Vollbart.
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Während einige große Probleme haben werden, sich zunächst an die recht realistische, aber schwierige Steuerung zu gewöhnen, fällt eines sofort ins Auge: die Bewegungsanimationen und generell die Physik des Spiels setzen dem Titel die Krone auf. Da darf die Konkurrenz ruhig vor Neid erblassen.

Max und seine Gegner bewegen sich so realistisch, dass man oftmals vergisst „nur“ ein Videospiel zu zocken. Max Payne 3 ist eines dieser Spiele, bei denen man genauso gerne zuguckt, wie selber zu spielen. Max bewegt sich, wie man es von einem Mann seiner Statur erwarten würde. Springt er in Zeitlupe durch die Gegend und droht mit dem Kopf gegen eine Wand zu brettern, schützt er diesen mit einer Hand und macht dann eine sehr unsaubere, schmerzhafte Landung.

Klettert er über Hindernisse oder durch Fenster, muss sich der alte Kerl ganz schön anstrengen. Träge und lustlos zieht er sich hoch und rollt sich auf die andere Seite. Dabei sausen ihm Kugeln verschiedener Kaliber um die Ohren. In der Bullet-Time kann man schön sehen, dass jede Waffe ihre eigene Munition hat.

Und jede Waffe hat zudem ihre eigene Handhabung, was die Schussfrequenz angeht, genauso wie Gewicht und Größe der Waffe. All das fällt im Kampf sofort auf und bereitet ein sehr umfangreiches und tief gehendes Spielerlebnis. Wenn Max sich bewegt und schnell die Richtung wechseln muss, ist es ein Vergnügen zuzusehen, wie er den Oberkörper entsprechend dreht.

Die Farbenwelt des Max Payne

Max bewegt sich durch verschiedenste Schauplätze, um die Frau zu retten, für deren Schutz er verantwortlich war. Und wenn wir die geschundene Frau mit all ihren Verletzungen in den kurzen Sequenzen zu Gesicht bekommen, könnte man meinen, er hat seinen Job nicht allzu gut gemacht.

Die Übergänge zwischen den Leveln sind sehr schön erzählt und bauen Spannung auf. Es gibt nicht einen Moment, in dem nicht klar ist, warum er sich wo befindet. Keine Erklärung wirkt wie einfach aus dem Zauberhut gegriffen. Tadaaa! Ein Kaninchen. In Brasilien. Warum? Weil!

Dadurch ändert sich auch immer die Art, wie ihr dem Feind begegnen müsst. Es macht nämlich einen großen Unterschied, ob ihr den Fluren und Zimmern einer Villa folgt, auf den Straßen der Slums vor durchgeknallten Einheimischen mit Waffen flüchtet oder in einem großräumigen Flughafen Verbrecher zur Strecke bringt.

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Viele verschiedene Waffen. Und jede handhabt sich ein wenig anders.
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Hier zeigt sich auch, dass MP3 alles andere als „leicht“ ist. Selbst auf dem normalen Schwierigkeitsgrad muss man sehr schnell reagieren. Ihr habt manchmal nur den Bruchteil einer Sekunde, um euch zu entscheiden, ob ihr in Deckung springt, in die Bullet-Time wechselt oder es auf ein faires Schussduell ankommen lasst. Ein Fehler, ein Zögern und schon kann alles vorbei sein. Max gehört einfach nicht zu den Menschen, die mit einem Einschussloch im Auge weiterkämpfen.

Damit es jedoch nicht zu schwer ist, habt ihr mehrere Möglichkeiten das Spiel einfacherer zu gestalten. Anfänger können eine Zielhilfe und Auto-Lock aktivieren. Hinzu kommt die spendable Verteilung von Bullet-Time und die Tatsache, dass es mit jedem Tod ein Stückchen leichter gemacht wird.

Erst werdet ihr mit voller Lebensenergie am Speicherpunkt abgesetzt, dann mit aufgefüllter Munition und am Ende bekommt ihr nach jedem zweiten Tod eine Packung Pain-Killer hinzu, die eure Lebensenergie auffrischen.

Zudem gibt es im ganzen Spiel Collectables zu finden, also Sammlerstücke, die in jedem Levelabschnitt versteckt wurden. Dabei handelt es sich um die Teile (jeweils drei) einer Waffe. Habt ihr alle zusammen, wird das entsprechende Modell nun dauerhaft stärker, wenn ihr es aufsammelt.

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Die Action kommt nicht zu kurz. Wie ein "Stirb Langsam"-Teil zum Selberspielen.
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So weit nicht schlimm, sondern sogar eine nette Idee. Aber musste es unbedingt Gold sein? Es drückt schon ungemein am Spielgefühl, wenn ein Mann wie Max Payne mit vergoldeten Waffen durch die Landschaft rennt und goldene Kugeln aus goldenen Magazinen abfeuert... Aber Entwarnung: dieser Effekt lässt sich ausstellen.

Dafür sieht alles andere mehr als schick aus. Die Umgebung und die Level generell wurden mit viel Liebe zum Detail erstellt. Eine Fülle von Gegenständen, viele kleine Dinge, an die andere Entwickler nicht mal denken. Jedes Level wirkt authentisch und wurde mit passender, mal schöner, mal auch nerviger Musik untermalt.

Aber ob ich zu nervtötenden Klängen eines brasilianischen Skrillex-Verschnitts eine Disko in Schutt und Asche lege oder zu altbekannt, dramatischer Max-Payne-Melodie dem Feuersturm entgegentrete... Es packt. Es zieht mit. Es beschert euch dieses unvergleichliche Gefühl im Magen, dass das, was ihr gerade erlebt, etwas ganz Großes ist.

Doch an Max Payne 3 gibt es auch den einen oder anderen Schönheitsfehler. Das beginnt bei den bereits erwähnt KI-Aussetzern und endet in grafischen Negativpunkten. Man muss immer wieder über Clippingfehler hinwegsehen. Darf sich nicht daran stören, dass die Charaktere, zumindest auf der Xbox 360, eine recht steife Mimik präsentieren und die Grafik, trotz ihrer traumhaften Umsetzung, nicht ganz dem technischen Standard entspricht. Entgegen dem schafft es das Spiel damit mehr Atmosphäre und Gefühl aufzubauen als die meisten High-End-Übergrafik-Games zusammen.

Was aber wirklich stört und dem Spielgefühl abträglich ist, ist das Schadensmodell der Gegner während der Bullet-Time. Hier kommt es immer mal wieder vor, dass Blutspritzer bei Beschuss aus dem Gegner schießen und wie Kristalle einfrieren. Während seines ganzen, stark verlangsamten Falls sieht man diese Austrittsspritzer steif und unbeweglich dastehen. Ist nicht weiter tragisch, aber speziell bei einer Technik, die so stark stellvertretend für ein Game ist, sollte es schon etwas schöner aussehen.

Die vielen Persönlichkeiten des Max Payne

Wer die Levelübergänge im klassischen Comic-Look vermisst, wird sich am Multiplayermodus erfreuen können. Hier bauen die einzelnen Abschnitte aufeinander auf und werden im klassischen Max-Payne-Stil erzählt.

Die verschiedenen Modi orientieren sich dabei an gängigen Standards, die man bereits aus anderen Spielen seit Jahren kennt. Jedoch alles in spezieller Payne-Ausführung. So findet auch der Bullet-Time-Modus Einzug. Eine Idee, die wohl auf die meiste Ablehnung stoßen wird.

Um diese Funktion freizuschalten, müsst ihr erst einige Abschüsse erzielen und euch auf dem Schlachtfeld etablieren. Habt ihr das getan, könnt ihr euch und eure Gegner verlangsam. Das betrifft dann jeden Feind, der in eurer Ziellinie steht, sprich sichtbar ist.

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Die Zwischensequenzen sind wieder mal ein Highlight von Max Payne.
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Das führt jedoch dazu, dass unbeabsichtigt auch einige Gegenspieler betroffen sind, die gar nicht gemeint waren. Und wenn sie euch nicht bemerken, kommt oft die Frage auf, wer da eigentlich wo gerade die Zeit verlangsamt. Zusätzlich könnt ihr diesem Modus eh leicht entkommen, indem ihr schnell in Deckung geht oder um die Ecke huscht. Wirklich ausgereift wirkt es noch nicht, Spaß macht es aber trotzdem.

Man muss sich einfach daran gewöhnen können, dass die Zeit ab und zu langsamer verläuft. In dem Fall wisst ihr wenigstens mal, wie sich eure Gegner seit Teil 1 fühlen müssen. Die Zeit für den auslösenden Spieler verläuft natürlich einen Tick schneller, damit er seine Überlegenheit auch ausnutzen kann...

Eine weitere nette Idee ist, dass ihr an eurem Feind Rache üben könnt. Hat euch ein Gegenspieler mindestens zwei Mal abgeschossen, könnt ihr eine Vendetta ausrufen und auf die Jagd nach ihm gehen. In diesem Fall wird euch eure Nemesis deutlich auf der Karte markiert. Schießt ihr ihn ab, winken gleich ein paar extra Erfahrungspunkte.

Aber Vorsicht: erledigt ihr diesen Gegner auch ein zweites Mal, bekommt er die Bonuserfahrung. Ihr spielt also ein wenig mit dem Feuer und jeder sollte zwei Mal überlegen, ob er von dieser Möglichkeit Gebrauch machen will.

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Der Multiplayermodus ist eine nette Ergänzung. Aber auch nicht mehr.
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Letztendlich ist der Multiplayermodus in Max Payne weder etwas Besonderes, noch völlige Zeitverschwendung. Es ist einfach ein netter Zeitvertreib für solche, die das Hauptspiel mit seinen zahlreichen verschiedenen Schwierigkeitsgraden und Spielmodi schon durchgespielt haben. Einfach eine nette Ergänzung für solche, die nur ein bisschen ballern wollen.

Das Hauptspiel ist jedoch bereits derart umfangreich und abwechslungsreich, dass der Multiplayer-Modus letztendlich gar nicht unbedingt Not tut. Aber einem geschenkten Gaul schaut man bekanntlich nicht ins Maul...