Von vielen Kritikern wurde der neue und letzte Teil der Matrix Trilogie: Matrix Revolutions ja gnadenlos zerfetzt. Aber ist der Film wirklich so schlecht? Wir haben unseren guten Mike ins Kino geschickt und was er denkt, das verrät er euch in seinem kleinen Kommentar:

Matrix III - Revolutions- Wie gut ist der Film tatsächlich?

Am 5. November erschien der dritte und wohl auch letzte Teil der Action-Trilogie Matrix. Doch wie so häufig werden in den Nachfolger hohe Ansprüche gesteckt, größtenteils falsche Ansprüche. Denn wer kann bitte erwarten, dass das Ende einer gut durchdachten Geschichte so stark ist, wie sie angefangen hat?
Wohl niemand - bis auf unsere werte "Fach"presse, die den Film schon vor der Premiere in tausend Stücke zerfetzt hatte.

Revolutions ist in vielerlei Hinsicht unterschiedlich zu seinen Vorgängern. Man könnte aber auch sagen, dass es einen Trend,
den Reloaded begonnen hatte, konsequent zu Ende führt. Matrix wurde wegen der revolutionären Bullet-Time-Technik, dem coolen Auftreten des Hauptcharakters Neo, den tiefsinnigen Dialogen, der komplexen und zu gleich faszinierenden Welt geliebt. Die taktvoll passende musikalische Untermalung spielte dabei oft eine nicht zu verachtende Rolle. Man kann wohl sagen, dass es an Matrix für keinen Actionliebhaber etwas zu meckern gab. Und genau hier beginnt die Wurzel der Kritik an Revolutions.

Denn Matrix III kann vieles nicht mehr halten, was der Fan erwartet. Statt cooler Dialoge wird hier eher auf Aufklärung der allzu verwirrenden Story aus den Vorgängerfilmen gesetzt. Es ist deutlich spürbar, dass die Dialoge unter der Last der Handlung untergehen - was allerdings nicht unbedingt schlecht ist, denn hier folgt eine Handlung auf die nächste - quasi Schlag auf Schlag.

Statt der Ego-Perspektive aus dem ersten Teil, mit der der Zuschauer die Welt von Neo mit seinen Augen ergründet und seine Schattenseiten kennen lernt, um sich gegen Ende selbst als Held zu empfinden, wechselt Revolutions zur eher allgemeinen Kameraperspektive. Dies hat einen guten Grund, denn das Trio um Morpheus driftet immer mehr auseinander und geht seine eigenen Wege. Die Handlung findet an verschiedenen Ort zugleich statt, als dass es eine Szene gäbe, die den Zuschauer alleine interessiert.

Doch die Action kommt bei all der Handlung nicht zu kurz, ganz im Gegenteil, dem Zuschauer wird keine lange Verschnaufpause gegönnt. Da gibt es groß angelegte Feuergefechte zwischen Cyborg und Maschine, ganze Maschinenschwärme, die sich in einer Feuerwand auflösen, Bleigefechte à la Lobby-Szene des ersten Teils und natürlich das alles entscheidende finale Duell! Der gesamte Film ist mit erstklassigen Spezialeffekten ausgestattet. Oft kann man als Beobachter nicht mehr zwischen Realität und der Virtualität unterscheiden (kennen wir das nicht irgendwoher?). Und die bereits elementare Liebesgeschichte zwischen Neo und Trinity wird mehr oder minder subtil fortgesetzt.

Fazit:
Der letzte Teil der Matrix-Reihe ist nichts für Schlafmützen. Der ganze Film strotzt förmlich vor Action, wobei die Dialoge eine eher kleinere Rolle einnehmen. Wen mehr die Action an Matrix interessiert, wird an diesem Streifen sicher einen Narren fressen. Und jeder der objektiv an die Story herangeht wird auch nichts zu meckern haben - sie ist nun mal für einen Actionfilm allererste Sahne. Auch wenn ich nichts zur Story verraten möchte, sage ich doch soviel: Das Ende dürfte für die meisten eher überraschend sein. Nicht ganz ohne Verwirrung konnte der Autor das Publikum gehen lassen. Ein vierter Teil ist nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlich - solange man davon ausgeht, dass die Produzenten die Story nicht bis zum Letzten ausschöpfen möchten.
Happy End hin oder her, open End trifft es wohl eher..

Subjektiv gesehen hat mich der Film sehr beeindruckt. Wo andere oft kicherten war ich konzentriert bei der Handlung - mich interessiert nun mal die Story sehr. An Matrix I reicht Revolutions nicht ganz heran, aber mit Reloaded steht er sicher auf gleicher Höhe. Was mich am meisten an Matrix beeindruckt hat, ist, dass er es trotz der ganzen Kugeln, Handkantschläge und Handlung geschafft hat, eine Moral zu übermitteln - welche, kann ich leider nicht sagen, da ich sonst einen Vorgriff auf die Geschichte nehmen würde. Und das wollen wir ja alle nicht, schließlich wollt ihr euch den Film doch selber noch geben, oder?