Mashed - Drive to Survive (PC Test)
(von Gregor Dutz)

Die »Formel 1« ist ja im Moment nicht so der Bringer: Die Dauerdominanz von Michael Schumacher ist einfach stink langweilig. Gelegentliche Spannung entsteht höchstens bei einem von Montoyas Ausrastern, bei denen er seinen Lieblings-feind Michael von der Piste schießt.

Wie würde das aber aussehen, wenn Montoya nicht nur seine Spoiler zum rempeln benützen würde, sondern auch mal mit einer Maschinenpistole dem großen Schumacher wahrhaft Feuer unter dem Hintern machen würde? OK, das würde dem guten Michael wahrscheinlich wehtun, aber es könnte wieder Spannung in den langweiligen Rennalltag bringen.

Genau hier setzt das Rennspiel »Mashed - Drive to Survive« an, denn virtuell am PC muss niemand weinen, viel mehr soll es ja Spaß machen. So können Sie in dem Spiel mit verschiedensten fiesen Tricks die Gegner ausstechen. Doch macht Mashed in der Praxis genau so viel Spaß, wie das schon recht häufig benutzte Spielprinzip verspricht?

Hallo, ich bin ein Konsolenspiel Schon im Hauptmenu kann das Spiel nicht verleugnen, dass es primär für die Konsolen entwickelt wurde, denn eine Mausunterstützung fehlt. Also hangelt man sich mit der Tastatur durch die Menus und kommt schnell in den Karrieremodus, genannt »Herausforderung«. Hier dürfen Sie 13 Rennstrecken freispielen, die jeweils drei unterschiedliche Spielmodi enthalten. Am Karrieremodus wird man auf Dauer nicht vorbeikommen, da man auch für das »Schnelle Spiel«und den Multiplayer-Modus erst die Strecken freispielen muss. Was vielleicht manchen zu der Benutzung von

Mashed - Rasen und Ballern bis die Achse bricht! Das Kampfrennspiel im Härtetest!

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Cheats verleitet, macht aber jede Menge Spaß. So viel Spaß, dass dann ein langer Abend nach dem Motto abläuft: "Nur noch ein Spiel, dann gehe ich schlafen".

Nur leider wird das letzte Rennen dann immer weiter hinausgezögert. Ergebnis: Man hat den Karrieremodus in einer Nacht durchgezockt.

Boom, yeah!
Insgesamt gibt es im Karrieremodus sechs verschiedene Modi, wovon aber nur drei pro Rennstrecke zum Einsatz kommen. Der langweiligste Rennmodus, der noch dazu der einfachste ist, ist ein normales Rennen über drei Runden gegen ebenfalls drei Gegner.
Wer zuerst im Ziel ist, hat gewonnen. Interessanter wird es dann schon beim »Beat-the-Bomb-Special«. Hier bekommen Sie eine Bombe ans Dach montiert und müssen zwei Runden gefahren sein, bevor sie explodiert. Mein persönlicher Favorit ist aber das »Kampfspiel«: Ziel ist es hierbei, an den Rand des Bildschirms zu fahren. Hat man das geschafft, wird der Wagen, der sich am unteren Bildschirmrand befindet, aus dem Rennen genommen. Dies wird so lange fortgesetzt, bis der Sieger feststeht. Je nachdem, wieviele Gegner mitfahren, erhält der Sieger einen oder zwei Punkte, der Verlierer entsprechend Punktabzug. Das ganze gibt es auch noch als »Team-Kampfpiel«, bei dem ein Team von bis zu drei Fahrzeugen gegen einen Einzelkämpfer antritt. Gewonnen hat am Ende derjenige, der eine bestimmt Punktzahl erreicht hat.

Außerdem gibt es noch das »Flucht!-Special«, bei dem Sie ein flüchtiges Auto rammen müssen,das Kill-the-Copter-Special«, bei dem man sich mit einem Hubschrauber duelliert und das »Überlebens-Special«, in dem drei Gegner auf Sie gehetzt werden, die Sie von der Strecke stoßen wollen. Alleine sind die Spielmodi noch nicht so spannend, aber für Abhilfe sorgt hier das umfangreiche Waffenarsenal: Von zielsuchenden Raketen, über einen Mörser bis hin zur Maschinenpistole reicht das Repertoir. Aber auch mit subtileren Werkzeugen, wie Blendgranaten oder Ölfässern machen Sie den Computer-Gegnern - und diese Ihnen - das Leben schwer.

Packshot zu MashedMashedErschienen für PC, PS2 und XBox kaufen: Jetzt kaufen:

Dabei stellen sich diese recht schlau an: Im Team-Kampfspiel werden Sie es meist mit zwei Fahrzeugen zu tun haben, während der andere Gegner vorfährt und Sie abhängen will. Aber auch Schwächen in der KI sind zu finden: Ab und zu sieht es so aus, als ob ein KI-Fahrer aus lauter Sportlichkeit wartet, bis Sie aufgeholt haben und dann erst wieder Gas gibt.

Mashed - Rasen und Ballern bis die Achse bricht! Das Kampfrennspiel im Härtetest!

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Nur ein zweifelhaftes Vergnügen sind die Beleidigungen, die die Computergegner herausschreien. Bei Bedarf dürfen Sie auch mit einem Tastendruck selbst an dem Gepöbel teilnehmen. Die Sprüche wiederholen sich aber sehr schnell und sind auch sonst nicht sonderlich originell, sondern nerven nach kurzer Zeit.Gedrängel vor der Tastatur

Im Multiplayermodus können Sie mit bis zu drei Freunden Mashed spielen. Leider geht das nicht über das Internet oder Netzwerk. Hier hätten die Entwickler ruhig noch etwas Zeit in das Spiel stecken können. Aber auch so wird schnell ein Höhepunkt an Fiesheit erreicht:Ob sich alle gegen den in Führung Liegenden verschwören oder jemand gerade rausgeflogen ist: Gelacht und geflucht wird immer. Grafisch präsentiert sich das Spiel bestenfalls "bieder". Mit anderen Worten, die Engine ist schlicht veraltet. Zwar sehen die Explosionen einigermaßen gut aus, aber der Rest ist dann eher mau.

Dafür sind aber die Rennstrecken sehr abwechlungsreich. Ob Dschungel oder Schrottplatz, die Designer haben hier gute Arbeit geleistet. Werfen Sie einfach mal einen Blick auf unsere Screenshots.

Auch die Ohren fühlen sich etwas unterbeschäftigt, denn statt fettem Motorengeröhre und knallenden Fehlzündungen dringt nur laues Schnurren aus den Boxen.

Fast so, als ob ein Hobbygärtner seinen englischen Rasen mit dem Elektro-Rasenmäher pflegt. Auch wuchtige Explosionen sind Mangelware.

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Um die Ehre der Entwickler im technischen Bereich zu retten, muss man aber sagen, dass sich das Spiel sehr gut steuern lässt. Auch mit einer Tastatur kommt richtiges Rennfeeling auf, da sich die Fahrzeuge sehr exakt steuern lassen.