Autor: Andreas Müller

Das Genre der Action-Rollenspiele erfreut sich, spätestens seit dem globalen Erfolg von »World of Warcraft«, großer Beliebtheit. Die Popularität ist derart beachtlich, dass sich nun sogar die Marvel-Helden zusammen raufen und sich bei einem epischen Abenteuer gemeinsam gegen die Mächte des Bösen stellen. Warum »Marvel Ultimate Alliance« ein echter Hit ist, erfahrt ihr im Test.

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Bereits vor zwei Jahren durften Fans des Action-RPG-Genres mit den X-Men-Helden in den Kampf ziehen. Auch der Nachfolger konnte überzeugen und optimierte die Fusion aus Superhelden und klassischen Rollenspiel-Elementen. Mit »Marvel Ultimate Alliance« ist der Name jedoch Programm, denn was ihr hier an Charakteren geboten bekommt, stellt tatsächlich alles bisher Dagewesene in den Schatten. Aus über 20 spielbaren Superhelden des Marvel-Repertoires rekrutiert ihr ein vierköpfiges Team, mit dem ihr euch den Mächten des Bösen stellt.

Masters of Evil
Oberbösewicht Dr. Doom hat es geschafft, gefährliche Kreaturen mit dem Versprechen ewiger Macht für seine bösen Absichten unter dem Namen "Masters of Evil" zu vereinen. Grund genug, Misstrauen zu hegen und dieser Gruppierung mit vereinten Kräften entgegen zu treten. Direkt zu Beginn eilt ihr Direktor Nick Fury zur Hilfe, dessen Raumschiff von Dr. Doom attackiert wird. Auch im weiteren Spielverlauf führt Fury das Kommando und gibt euch Anweisungen für die Rettung der Menschheit.

Marvel: Ultimate Alliance - Die Marvel-Helden machen gemeinsame Sache gegen die Masters of Evil. Kaboom!

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Wenn die Marvel-Helden gemeinsam attackieren, geht's den Gegnern an den Kragen.
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Das Spielprinzip bedient sich bekannter Mechanismen des Genres und vereint sie mit dem erfrischend wirkenden Marvel-Szenario. Jeder einzelne eurer Helden, von denen einige in Deutschland aufgrund fehlender Comicserien nahezu unbekannt sind, verfügt über Lebensenergie und eine Leiste, die eure Spezialkräfte darstellt und das Äquivalent zum typischen Mana bildet. Ist die Leiste gefüllt, könnt ihr eure Gegner mit individuellen Spezialattacken malträtieren.

Je mehr Gegner ihr mit einem Superhelden erledigt, desto mehr Erfahrung sammelt ihr. Der obligatorische Levelaufstieg fehlt dann genau so wenig wie der gezielte Ausbau der verschiedenen Spezialfähigkeiten, der alternativ auch automatisiert vorgenommen werden kann.

Effektvolle Heldentaten
Viele der Spezialattacken lösen geradezu ein Effektfeuerwerk auf dem Bildschirm aus. Wenn Human Torch beispielsweise seiner pyromanischen Veranlagung frönt, hat man das Gefühl das gesamte Umfeld in Flammen zu setzen. Nahezu jeder Charakter kann sich zudem durch eine spezielle Form des Schildes selbst schützen.

Manche Helden verfügen außerdem über eine Aura, die sich auf alle Mitglieder der Gruppe auswirkt. Abseits dieser Spezialfähigkeiten besteht die Möglichkeit zum normalen Nahkampf und Würfen, die den Gegner kurzzeitig außer Gefecht setzen oder ihn bei geschicktem Einsatz auch direkt eliminieren. Bei bewaffneten Gegnern bewirkt die Wurftaste dagegen zunächst eine Entwaffnung des Gegenübers.

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Als Spiderman schwingt ihr euch mit hohem Tempo durch die Level.
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Per Tastendruck könnt ihr euren Helden zum Sprung animieren. Besonders interessant ist dabei die doppelte Betätigung der Sprungtaste, die bei einigen Helden einen höheren Sprung auslöst, bei anderen dagegen charakteristische Fähigkeiten bewirkt. So greift Spiderman beispielsweise zum Spinnenseil und schwingt sich in atemberaubendem Tempo durch die Szenerie. Andere Helden steigen zudem in die Luft und fliegen oder gleiten fortan durch die Level. Allen gemein ist jedoch die Möglichkeit, aus der Luft einen besonders fatalen Angriff zu starten, der den am Boden befindlichen Gegner mit voller Wucht trifft.

Heldentausch
Während des Spiels habt ihr stets per Steuerkreuz die Möglichkeit, zwischen den vier Helden zu wechseln. So könnt ihr je nach Situation die Fähigkeiten eines geeigneten Marvel-Helden nutzen. An bestimmten Stellen im Spiel, wie zum Beispiel in eurem Hauptquartier, habt ihr außerdem Zugriff auf Terminals, an denen ihr den Spielstand speichern und die Zusammenstellung eures Quartetts ändern könnt. Sollte einer der Helden untypischer Weise trotz seiner speziellen Talente im Kampf unterlegen sein, ist er für eine gewisse Zeit gesperrt, kann aber von einem der zahlreichen anderen Helden aus dem Ersatzkader vertreten werden.

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Wolverine und Spiderman in Aktion - beide Helden kämpfen mit sehr unterschiedlichen Mitteln.
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Sowohl die Story als auch die Umgebung sind sehr interessant gestaltet. Alles wurde im typischen Marvel-Stil gehalten, verfügt über teils kräftige Farben und gute Kontraste und wirkt trotzdem irgendwie düster. Dies ist genau der Stil, mit dem viele der erfolgreichen Comics große Beliebtheit erlangt haben. Ebenfalls lobenswert ist der enorme Umfang, der euch viele Stunden Spielspaß garantiert, auch wenn ihr euch nur um die wesentlichen Storyelemente kümmert. Die Umgebungen und auch der Storyverlauf sind sehr abwechslungsreich und langweilen somit nie.

Die Vertonung der Zwischensequenzen haucht den digitalisierten Helden zudem Leben ein. Dabei werden natürlich sämtliche Klischees bedient und die typischen Charaktereigenschaften herausgestellt. So meldet sich Spiderman stets vorlaut und smart zu Wort, während Wolverine eher introvertiert und brummig kommuniziert.

Kooperative Jagd nach Dr. Doom
Während Einzelspieler bestens unterhalten werden, empfiehlt sich das Spiel auch für kooperatives Spielen mit Freunden online oder an einer Konsole. Versammelt ihr euch beispielsweise vor einem Bildschirm können zusätzliche Mitspieler jederzeit die Kontrolle über einen der ansonsten von der guten KI gesteuerten Helden übernehmen. Dafür müsst ihr nicht zwingend ein neues Spiel starten - auch bei einem bereits existierenden Spielstand können weitere Spieler ein- und nach Belieben wieder aussteigen.