Gerüchten zufolge sollen sich Disney-Verantwortliche mit Filmemacher James Gunn treffen. Ist das etwa die Möglichkeit für Gunn, doch noch wieder die Regie bei Guardians of the Galaxy zu übernehmen?

James Gunn hat sich bislang nicht mehr weiter zum Vorfall geäußert

Eigentlich ist Filmemacher James Gunn eine wahre Plaudertasche über soziale Netzwerke und einer der wenigen Hollywood-Persönlichkeiten, die einen regen Austausch mit den Fans pflegen. Doch seitdem er aufgrund teilweise über zehn Jahre alter Tweets, die eine rechtspopulistisches Seite nach Gunns Kritik an der Regierung rund um Donald Trump ausgrub, hat er sich nach seiner öffentlichen Entschuldigung nicht mehr weiter zum Vorfall geäußert: "Viele Leute, die meine Karriere verfolgt haben, wissen, dass ich, als ich sie gerade begann, mich selbst als eine Art Provokateur sah, der Filme machte und Witze riss, die als ungeheuerlich und als Tabu galten. Wie ich es schon mehrfach öffentlich thematisiert habe, habe ich mich als Person weiterentwickelt, genau wie meine Arbeit und mein Humor", so Gunn.

Stattdessen haben sich seither viele Kollegen zu Wort gemeldet und ihn verteidigt, während sie von Disney verlangen, ihn wieder einzustellen. Viele haben zudem - ob aus Angst oder aus Protest, sei mal dahingestellt - selbst Twitter verlassen, darunter zuletzt Scott Derrickson, Regisseur von Doctor Strange. Über Instagram teilte er mit: "Ich habe Twitter verlassen. Aber ich bleibe vorerst hier." Davor wurde bekannt, dass Rian Johnson, Regisseur von Star Wars: Episode VIII - Die letzten Jedi, rund 20.000 Tweets gelöscht haben soll. Er selbst ließ verlauten, dass darunter nichts "Schlimmes" gewesen sei. Das Ganze soll eine reine Vorsichtsmaßnahme vor Missbrauch gewesen sein. DisInsiders Skyler Shuler will indes nun über Quellen erfahren haben, dass sich Verantwortliche von Disney zumindest mit James Gunn treffen wollen:

"Habe gehört, dass sich Disney mit James Gunn zusammensetzen will. Eine Wiedereinstellung ist durchaus möglich. Der Disney-Konzern will sich damit Zeit lassen."

Für Disney ist es eine Gratwanderung: Stellen sie James Gunn wieder ein, wird man dem Konzern vorwerfen, nicht zu seinem Wort zu stehen, unglaubwürdig zu sein und ihm vorwerfen, verwerfliches Gedankengut zu tolerieren. Bleibt Disney hart, heißt es dann, man nehme mutmaßlich einen Zerfall einer Erfolgsreihe (Guardians of the Galaxy) in Kauf, unterstütze nicht einen positiven Wandel und handele bloß aus Angst vor Repressalien seitens der Regierung.

Wie auch immer die Gespräche ausfallen werden, dieses Kapitel wird so schnell nicht zu Ende sein.