Mario und Sonic zählen zu den populärsten Repräsentanten bekannter Videospielschmieden, hatten bislang jedoch noch keinen gemeinsamen Auftritt zu verbuchen. Als Vertreter von Nintendo respektive Sega, kramen beide Helden nun ihren Sportsgeist hervor und konkurrieren erstmals Seite an Seite. Wir haben das olympische Feuer entflammt!

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Olympiade auf Sparflamme!

Es war eine sensationelle Meldung, die Anfang des Jahres die Runde machte. Nintendo entwickelt gemeinsam mit Sega ein Spiel, bei dem die Helden beider Lager gemeinsam auftreten. Als Bühne dienen passender Weise die Olympischen Spiele, die im realen Leben zur Völkerverständigung beitragen und nun sogar zwei konkurrierende Unternehmen der Videospielindustrie vereinen.

Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen - Qualifikation verpasst: Der Sporttitel enttäuscht.

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Jetzt aber schnell – wer mag tritt auch mit seinem Mii an!
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Dank spezieller Unterstützung der Bewegungssensoren, zählte Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen zu den aussichtsreichsten Wii Titeln des Jahres. Leider werden die hohen Erwartungen nicht erfüllt – soviel sei an dieser Stelle schon mal vorweg genommen. Obwohl sich Sega die offizielle Lizenz zu den olympischen Spielen 2008 in Peking gesichert hat, vermittelt das Spiel nie echtes Olympiaflair.

Anders als bei Epyx „Summer Games“ und „Summer Games II“, die bereits ab 1984 auf dem C64 vorgemacht haben, wie man die Spannung und Atmosphäre dieses Sportevents vermittelt, wird hier das Potenzial der Lizenz kaum genutzt. Es gibt weder eine echte Eröffnungsfeier, noch werden bei den Siegerehrungen die Hymnen gespielt. Zwar dürft ihr euch explizit ein Land aussuchen, für das ihr bei den Wettbewerben antretet, doch wirkt sich die Wahl später kaum aus.

Absolut unverständlich ist zudem, dass es keinen Spielmodus gibt, bei dem das Gefühl vermittelt wird, tatsächlich an den Olympischen Spielen teilzunehmen. Stattdessen spielt ihr die Disziplinen entweder einzeln, oder wählt zwischen verschiedenen „Zirkeltraining“ Varianten aus, die jeweils einige der Disziplinen zu einem Mehrkampf kombinieren. Die Präsentation der Wettbewerbe ist zwar grafisch gut gelungen, lässt aber die Ernsthaftigkeit olympischer Wettkämpfe komplett vermissen.

Packshot zu Mario & Sonic bei den Olympischen SpielenMario & Sonic bei den Olympischen SpielenErschienen für Wii und DS kaufen: Jetzt kaufen:

Bekannte Helden mit unterschiedlichen Talenten

Stattdessen wirkt der Titel sehr familien- und kindgerecht. Gute Laune Musik, bunte Farben und knuffige Charaktere bestimmen das Bild. Alle der mehr oder weniger bekannten Nintendo- und Segahelden sind in verschiedene Klassen eingeteilt. Während Kugelblitz Sonic beispielsweise in allen Disziplinen überzeugt, bei denen Geschwindigkeit gefragt ist, setzt Bowser bevorzugt beim Speer- und Hammerwerfen seine Kraft ein.

Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen - Qualifikation verpasst: Der Sporttitel enttäuscht.

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Das Hammerwerfen sieht gut aus, spielt sich aber zu einfach.
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Allrounder wie Mario sind dagegen in der Lage, in allen Disziplinen mitzuhalten, ohne besondere Stärken oder Schwächen zu zeigen. Beim Schwimmen verfügen die Charaktere zudem über individuelle Schwimmstile. Es hängt also von der Wahl des Spielcharakters ab, ob ihr die Bahnen krault oder im Bruststil bewältigt, was sich auch auf die Steuerung auswirkt.

Wer ein Sportspiel für die Wii entwickelt, sieht sich natürlich mit den speziellen Eigenschaften der Konsole konfrontiert. Insbesondere bei der Steuerung, erwarten die Spieler eine innovative Lösung, die möglichst optimalen Gebrauch von den Bewegungssensoren macht. Mario & Sonic bei den Olympischen Spielen macht hier natürlich keine Ausnahme. Einen Großteil der Disziplinen steuert ihr parallel mit Wiimote und Nunchuk. Vor jeder Disziplin könnt ihr euch entscheiden, ob ihr euch zunächst die Steuerung anschaut oder ob es direkt losgeht.

Wenig anspruchsvolle Disziplinen ohne olympisches Flair trüben die ansonsten schöne Präsentation!Fazit lesen

Kinderleichte Steuerung

Leider wirkt die Steuerung in den meisten Fällen zu einfach, da es zu wenige Möglichkeiten gibt, das Geschehen zu beeinflussen. So müsst ihr beim Weitsprung beispielsweise eine möglichst schnelle Trommelbewegung mit Nunchuk und Wiimote ausführen, um schnell anzulaufen. Danach gilt es die Wiimote mit gutem Timing an der Absprunglinie hoch zu reißen und dabei nicht überzutreten. Je stärker die Aufwärtsbewegung, desto steiler der Absprung.

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Mit unterschiedlichen Schwimmstilen kämpfen die prominenten Teilnehmer um den Sieg.
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Ähnlich funktioniert auch der Dreisprung, bei dem ihr jedoch abwechselnd mit dem rechten und linken Fuß abspringt, anstatt die typische Rechts-Rechts-Links oder Links-Links-Rechts Sprungkombination zu zeigen. Eine witzige Idee ist das Anfeuern der Zuschauer. Wer vor seinem Sprung mit Nunchuk und Wiimote im ruhigen Takt klatscht, freut sich über die Unterstützung des Publikums.

Geradezu trivial ist die Trampolindisziplin, bei der ihr in der Luft lediglich vorgegebene Tastenkombinationen drücken müsst, um euren Charakter zu akrobatischen Bewegungen zu animieren. Auch beim Hammerwerfen führen einfache Bewegungen zum Erfolg.

Gezielter Spielspaß beim Schießen

In der Anlaufphase rotiert ihr die Wiimote um möglichst viel Schwung zu holen. Danach reicht ein simpler und gut getimter Tastendruck, um das Sportgerät weit ins Feld zu schleudern. Bestmarken wie Weltrekorde oder olympische Rekorde, sind nach wenigen Minuten Spielzeit bereits mehrfach gebrochen.

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Hier setzt Yoshi zum spektakulären Sprung an!
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Als wirklich unterhaltsam haben wir im Test die Schießdisziplinen empfunden. Sowohl das Tontaubenschießen als auch das Bogenschießen sind sehr gut gelungen. Bei ersterem gibt es vor jeder Runde ein kleines Minispiel, bei dem ihr einen kleinen Cursor zur richtigen Zeit stoppen müsst. Je besser ihr dabei abschneidet, desto größer ist der Zielcursor beim Schießen, den ihr direkt durch das Zielen per Wiimote kontrolliert.

Auch beim Bogenschießen zielt ihr direkt auf den Bildschirm, müsst dabei jedoch Wiimote und Nunchuk gleichzeitig bedienen. Zunächst haltet ihr beide Eingabegeräte mit ausgestreckten Armen vor euch und zieht dann die Wiimote zu eurem Kopf. Auf diese Weise entsteht ein Bewegungsablauf, der dem realen Bogenschießen sehr nahe kommt.

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Das Rudern ist eine der Disziplinen, bei denen der kräftige Wario Vorteile hat.
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Abgerundet wird das Spiel durch vier Traumdisziplinen wie beispielsweise „Sky Diving“, die das Gesamtangebot von 20 olympischen Disziplinen ergänzen. Zudem steht ein Missionsmodus bereit, der euch bestimmte Leistungen in den Disziplinen abverlangt. So müsst ihr beispielsweise beim Schwimmen auf vorgegebener Position ins Ziel kommen, was das richtige Mittelmaß aus Geschwindigkeit und bewusster Zurückhaltung fordert. Wer im Spiel Erfolg hat, schaltet neue Charaktere frei.