Im Gegensatz zu einigen anderen bin ich ja kein großer Winterfreund. Meist zu kalt und zu matschig, Schnee ist ab und zu OK. Altbekannte und vertraute Figuren auf dem Fernseher übers Eis hüpfen zu lassen, damit kann ich mich durchaus anfreunden. Mit Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen Sotschi 2014 bekommen wir den vierten Ableger des Mario-&-Sonic-Crossovers und den ersten ausschließlich für die Wii U.

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Bevor man also überhaupt die DVD ins Laufwerk schiebt, sollte man sicherstellen, dass das nötige Equipment vorhanden ist. Natürlich bedarf es einer Wii Remote, um die Figuren durch die Winterlandschaft zu manövrieren. Doch damit nicht genug, denn um größtmögliche Präzision zu erzielen, muss es die Motion-Plus-Variante sein. Wer also noch die einfache Version zu Hause herumfliegen hat, hat hier schlechte Karten. Spielspaß zu viert stellt sich somit als gar nicht so einfach heraus.

Ab auf die Couch... äh in den Schnee!

Das könnte auch daran liegen, dass die bisweilen komplexe Steuerung der einzelnen Disziplinen einen Schnellstart beim Massengetümmel verhindert. Zwar gibt es ausführliche Tutorials, die als Einzelspieler gut ankommen, doch ein fixes „Drück schon auf Start, wir werden schon rausfinden, wie's geht“ gibt es hier eher weniger. Dafür können wir uns wieder daran erfreuen, mit welcher Sorgfalt die Disziplinen umgesetzt wurden und ich sage mit Absicht „wieder“.

Außer Eiskunstlauf Paar und dem Biathlonparcour bietet Sotschi 2014 in den normalen Disziplinen leider nichts Neues im Gegensatz zu Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen in Vancouver 2010. Die Traumdisziplinen versuchen das mit neuen Variationen unter anderem von Curling und Schneeballschlacht auszugleichen, scheitern jedoch schon daran, dass es keine große Abwechslung in den dominanten (Abfahrts-)Renndisziplinen gibt. Das Positive an der ganzen Sache ist jedoch, dass wir nun acht anstatt der vorherigen vier Traumdisziplinen geliefert bekommen.

Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen 2014 - Ab auf die Piste

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In den Traumdisziplinen können wir uns wilde Schneeballschlachten liefern - eine willkommene Abwechslung zu den reinen Sportdisziplinen.
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Neue Modi mit Potenzial?

Neu dabei ist auch der Onlinemodus, bei dem man gegen Freunde oder Spieler aus aller Welt antreten kann, um Medaillen zu ergattern. Aufgrund des relativ geringen Umfangs – es stehen nur vier Disziplinen zur Verfügung – und der kleinen Spielerschaft der Wii U könnte der Onlinemodus jedoch schnell seinen Reiz verlieren.

Wer sich dem ganzen Winterspaß lieber allein stellen mag, kann im „Legendären Showdown“-Modus gegen die Schattenabklatsche der Mario- und Sonic-Figuren nacheinander in allen 24 Disziplinen (16 olympische und 8 Traumdisziplinen) antreten. Lässt sich wohl kaum Storymodus nennen, bietet Solisten jedoch eine gute Herausforderung, da sich die K.I. auch auf Schwierigkeitsstufe Normal, vor allem beim Curling, gut zu schlagen weiß.

Packshot zu Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen 2014Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen 2014Erschienen für Wii U kaufen: Jetzt kaufen:

Und wer schon seinen Körper nicht von der Couch bewegen will, der kann wenigstens seinen Kopf anstrengen. Dachte man sich wohl auch beim neuen „Geschick & Grips“-Modus. Mit kleinen Denkaufgaben müsst ihr mal eine bestimmte Strecke beim Eislaufen schätzen oder euch merken, wie viele Koopas auf der Strecke waren. Für längere Partien, die bis zu eine halbe Stunde gehen können, könnte das Ganze etwas langatmig werden. Eine schnelle Runde zwischen den reinen Sportdisziplinen ist jedoch durchaus erfrischend.

Mario & Sonic bei den Olympischen Winterspielen 2014 - Ab auf die Piste

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Mit dem "Geschick & Grips"-Modus wird nicht nur das Handgelenk trainiert, sondern auch das Köpfchen angestrengt.
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Wii-Gefuchtel vom Feinsten

Erfrischend oder eher relaxt ist bei der Steuerung leider nur, dass man sich noch nicht mal von der Couch hoch bewegen muss – herumgehampelt wird trotzdem. Mit wildem Hin- und Hergefuchtel wird eisgelaufen. Dabei hätte man wohl mehr Präzision, wenn man sich mit der Wii Remote ein Auge ausstechen wollte. Die teilweise sehr ungenaue Steuerung führt zu so einigem Frust und Unverständnis, wenn die Bewegung nicht klappt, obwohl man die Fernbedienung doch genauso bewegt hat, wie es sein sollte (Stichwort Springen beim Eiskunstlauf). Somit verbleibe ich selbst nach einigen Spielstunden mit dem allgemeinen Steuerungsrätsel, ob mein Charakter nun in die Hocke gegangen ist, um zu beschleunigen, oder einfach seelenruhig weiterfährt.

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Ob du beschleunigst oder nicht, siehst du... nicht.
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Und wenngleich das Gamepad nun die Abwechslung zur Fernbedienung bringt, leidet es an den genau gleichen Schwächen. Auch kommt es viel zu wenig zum Einsatz, obwohl man damit so viele innovative Möglichkeiten hätte. Diese wurden jedoch nur zum Teil, wie beim Biathlon oder Curling, angeschnitten. Dadurch nutzt Sega, wie auch beim Onlinemodus, nicht das, womit sie Punkte hätten sammeln können.