Ja, so alt sind wir jetzt schon: Nintendo veröffentlicht Remakes von GBA-Spielen – und landet in diesem Fall einen Volltreffer. Im Test zu Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen erfahrt ihr, wie uns das Spiel heute noch immer begeistern kann.

Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen - E3 2017: Ankündigungs-Trailer 2 weitere Videos

Nach Super Mario RPG (SNES / Square) und Paper Mario (N64 / Intelligent Systems) hatte Nintendo noch nicht genug und ließ 2003 mit AlphaDream ein drittes Studio ein Mario-Rollenspiel entwickeln: Mario & Luigi: Superstar Saga für den Game Boy Advance. Das Spiel wurde ein großer Erfolg und begründete eine eigene Reihe mit mehreren Nachfolgern auf DS und 3DS. Das Original hat nach wie vor einen ganz besonderen Platz in den Herzen vieler Fans, trotzdem kam die Ankündigung einer 3DS-Neuauflage eher überraschend, denn wie viele 2D-GBA-Spiele ist auch Superstar Saga prima gealtert – der Bedarf nach einem Remake war also nicht sonderlich groß.

Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen - It’s-a me, Mario! Und Luigi.

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Mario & Luigi: Superstar Saga + Bowsers Schergen im Test: So gut sieht es aus
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Beim ersten Start sieht das Spiel genauso hübsch aus, wie man es im Gedächtnis hatte. Allerdings spielt einem dabei die nostalgische Verklärung einen Streich, denn im Direktvergleich offenbaren sich gewaltige Unterschiede: Auf dem 3DS sieht das Spiel viel plastischer und kontrastreicher aus, der Stil ist – auch wenn der Begriff im Kontext des Spiels seltsam ist – realistischer. Pixel-Puristen mögen sich daran stören, grundsätzlich wirkt Superstar Saga auf dem 3DS so aber sehr zeitgemäß und nicht wie ein 14 Jahre altes Spiel. Zudem läuft es mit 60 Bildern pro Sekunde, verzichtet aber – wie viele aktuelle 3DS-Titel – komplett auf 3D-Unterstützung. Das ist schade, schließlich war der Effekt in den letzten 3DS-Ablegern der Serie durchaus gelungen.

„Mama mia!“

Die Story blieb hingegen unangetastet: Böse Botschafter aus dem benachbarten Bohnenland rauben Prinzessin Peach die Stimme. Fortan kann Peach nur noch explodierende Emoticons von sich geben, was auf Dauer natürlich nicht tragbar ist. Also ziehen Mario und – gegen dessen Willen – Luigi los, um im Bohnenland auf den Tisch zu hauen. Super-Mario-Standardschurke Bowser spielt auch mit, muss aber ausnahmsweise nicht den Antagonisten geben – 2003 noch eine ziemliche Sensation.

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Nette Neuerungen: Überspringt oder beschleunigt die Cutscenes
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Während die Exposition auf dem GBA noch etwas langwierig war, hat AlphaDream für das Remake an Verbesserungen festgehalten, die 2015 in Mario & Luigi: Paper Jam Bros. eingeführt wurden: Ihr könnt sämtliche Zwischensequenzen beschleunigen und auf Wunsch auch die ansonsten sehr zahl- und wortreichen Tutorials überspringen. Das klingt erstmal nicht sonderlich spektakulär, macht das Spiel aber spürbar straffer und flotter, was bei etwa 25 Stunden Spielzeit dann doch viel ausmacht.

Timing ist alles

Per Definition ist Superstar Saga ein rundenbasiertes Rollenspiel, peppt das klassische Klicken aber durch Geschicklichkeitselemente auf. Wenn ihr mit den Brüdern Gegner vermöbelt, erhöht ihr durch richtig getimte Eingaben den Wumms und reduziert umgekehrt den erlittenen Schaden. So greift das Spiel die in vielen Mario-Spielen so wichtige Präzision perfekt auf. Anfangs seid ihr auf Sprungattacken beschränkt, es kommen aber schon bald Hämmer, Partneraktionen und mehr hinzu. Darüber hinaus nutzt ihr genretypisch Items, um euch zum Beispiel zu heilen.

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Es ist wunderbar, wie wenig ernst das Spiel sich nimmt: Die Dialoge sind gut geschrieben und das pseudoitalienische Gebrabbel der Mario-Brüder gehört zum Witzigsten, was es je in einem Mario-Titel zu hören gab. Bei allem Fun-Fokus vergisst Superstar Saga aber nie die Tugenden eines guten Rollenspiels: Ihr könnt die Klempner aufleveln, euch abseits der Main Quest an Nebenmissionen versuchen und motivierende Minispiele entdecken. Selbst neues Equipment – hier gerne mal frische Latzhosen – könnt ihr finden oder kaufen und anlegen.

Bowsers Schergen haben Mario Bros. gefressen!

Die schnell kapierten Mechanismen sind eine große Stärke des Spiels – man ist sofort voll drin. Dass man Mario und Luigi mit verschiedenen Buttons steuert, machte auf dem GBA die Steuerung ein wenig fummelig, auf dem 3DS wurden einige Optimierungen vorgenommen. So klappen die verschiedenen Sprungmanöver, die auf der Oberwelt häufig genutzt werden, komfortabler. Auf besagter Oberwelt fällt nun die Orientierung leichter, da es ausführliche Karten gibt. Last but not least könnt ihr jetzt jederzeit speichern, wodurch die immer noch vorhandenen Speicherpunkte nun im Grunde überflüssig sind.

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Ganz neu ist auch der zusätzliche Spielmodus Schergen-Saga, den ihr allerdings erst freischalten müsst. Hier erlebt ihr die Ereignisse des Spiels aus einer anderen Perspektive und in Form größerer Monsterschlachten. Diese funktionieren nach einem Schere-Schein-Papier-Prinzip auf Basis verschiedener Einheitentypen. Viel mehr als eine nette Ergänzung ist dieser Modus aber nicht. Ähnliches gilt für den amiibo-Support. Im Gegenzug haben es zwei Features des GBA-Option nicht auf den 3DS geschafft – die Originalversion des ersten Mario Bros. sowie die Rumble-Funktion, die im Zusammenspiel mit dem Game Boy Player möglich wurde.