Vollgas auf der Pilzpiste. Mario Kart 7 für den 3DS gehört zu den besten Ablegern der weltbekannten Fun-Racer-Serie, auch wenn nur wenig am Konzept geändert wurde. Kaum ein anderes Spiel eignet sich besser, um unterwegs die Zeit totzuschlagen.
Mit Bleifuß-Drift in den Spielspaßhimmel.FazitPuh, gerade noch die Kurve bekommen. Zwar haarscharf mit dem Powerdrift an der Schlucht vorbeigeschlittert, aber geschafft ist geschafft. Jetzt Vollgas, sonst haut mir der dicke Donkey Kong noch seinen Tanuki-Schwanz um die Ohren. Hab auch so schon genug Probleme mit dem unverwundbar blinkenden Schnauzbartklempner, der mir wenige Meter hinterrücks die Führung nehmen will. Also los, rauf auf die Fragezeichenbox. Mist, nur eine Bananenschale! Und das zehn Meter vor dem Ziel. Wehe, wenn mir jetzt ein blauer Schildkrötenpanzer den Triumph vermiest, dann werd' ich fuchsig.
Natürlich hab ich nicht gewonnen. Ist doch klar: Wenn jemand zu gut fährt und dem Fahrerfeld zu entwischen droht, dient der blaue Panzer immer wieder als Notbremse. Zum Glück bei weitem nicht so oft wie bei der Wii-Variante des wilden Go-Kart-Wettbewerbs. Trotzdem gehört der frustige Führungsstopper leider noch immer zum Arsenal der lahmen Pistenschleicher.
Neu sind die Vorrichtungen zum Schweben.Bedauerlich, denn diese Waffe stößt mir als einziger gravierender negativer Punkt an Mario Kart 7 sauer auf. Sie ist Nintendos Alternative zu einer Gummiband-KI. Zugegeben, die wäre noch unangenehmer. Trotzdem halte ich dieses Kanonen-auf-Spatzen-Utensil für unfair, denn das einzige Mittel, um seiner Schmach zu entgehen, ist so lange auf dem zweiten Rang zu fahren, bis der Erstplatzierte davon umgenietet wurde.
Jetzt bleibt mir nichts anderes, als traurig seufzend damit zu leben. Leben mit dem Haar in der Gourmetsuppe, dem Tintenfleckfleck auf der Stirn der Mona Lisa. Ja, so gut ist das neue Mario Kart für 3DS geworden, und als so ärgerlich empfinde ich es, dass der blaue Panzer einem noch immer die Tour vermiest. Bitter.
Von der Raserei abhalten lasse ich mich trotzdem nicht. Nie und nimmer! Ich verpasse doch nicht freiwillig nervenaufreibende Online-Rennen mit bis zu acht Teilnehmern, die bis zum bitteren Ende mit mir kämpfen. Reifen an Reifen, quer über Stock und Stein, auf dem Grund von Seen tuckernd und durch die Lüfte gleitend. Diesmal trotzen Mario, Toad, Bowser und Kumpanen jeglichen Witterungen und Bodenbeschaffenheiten, und es ist ein Heidenspaß, in jeder Umgebung die beste Route herauszusuchen.
Ebenfalls neu: das Lucky-Seven-Item, mit dem man gleich sieben nützliche Gegenstände bekommt.Insgesamt 32 Strecken stehen auf dem Rennplan, eingeteilt in acht Ligen. Sechzehn davon kennt man in ähnlicher Form bereits aus den sechs Vorgängern, wobei die meisten Retrokurse eine Generalüberholung erfahren haben. Etwa der ominöse Regenbogen-Boulevard vom Super Nintendo, der diesmal nicht so ausladend groß geraten ist wie auf der Wii. Stattdessen ist er nun eng genug, um strategisches Driften zu legitimieren und sogar den berühmten Sprung an der Streckengabelung kurz vor dem Ziel zu ermöglichen. Zumindest auf in den oberen beiden Kubikklassen, denn mit den lahmen 50-ccm-Motoren schafft nicht einmal der federleichte Toad diesen Sprung. Da müssen es schon 100 ccm oder gar 150 sein.
Allerdings spielt auch die Beschaffenheit des Karts eine große Rolle. Ist die Strecke zu matschig? Nein, ich hab nur die falschen Reifen aufgezogen. Statt Slicks wären eher Off-Road-Schlappen angebracht gewesen. Ist natürlich ungünstig, wenn an sie noch nicht freigespielt hat. Mein Kart zieht nicht mal Opa die Wurst vom Brot? Tja, hätt' ich nur mal ein leichteres Chassis gewählt. Wolkenkart und Gurken-Racer wiegen zum Beispiel so gut wie nichts und drehen ordentlich an der Beschleunigung. Die einzige Kart-Komponente, die nur wenig am Fahrverhalten ändert, ist der Gleitschirm, mit dem man sanft zu Boden segelt, sobald man hoch in die Lüfte geschleudert wurde. Aber auch dieses Bauteil lässt sich vor Rennstart anpassen.
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Jap, so ist es auch, darum muss man auch immer entscheiden, wo man damit am besten hinfliegt. Gibt es keine Abkürzung (oder einen Windkanal, der mich weiter hoch bläst), dann versuche ich immer schnell wieder auf die Strecke zu kommen. Ist eben auch ein strategisches Element.
Kann ich nicht bestätigen, die Tanuki-Waffe hat mir schon oft den 1. Platz gesichert. Wenn, zum Beispiel, kurz vor dem Ziel der Hintermann noch überholt und man ihn mit dem Tanuki-Schwänzchen eins über die Löffel schmiert. Oder kurz vor dem Ziel ein roter Schildkrötenpanzer auf einen zugeflogen kommt, kann man den mit dem Schwanz abwehren. Bzw. kaputt schlagen.
Finde die Waffe ganz und gar nicht nutzlos. :-)
Ich bin wirklich kein Superfahrer, aber dank der lustigen Soundkulisse und der fröhlichen Grafik ärgert man sich auch nicht. Am liebsten gehe ich mit meinem Mii in die Arena, da man dort auch als Star Wars Gnom noch gute Chancen auf ein paar Punkte hat. ;D
Es macht einfach riesigen Spaß!