Da ist es wieder: das Kartenspiel, das bereits ganze Generationen unterhalten hat. Endlose Stunden voll magischer Kämpfe. Mächtige Kreaturen und ausgeklügelte Strategien, Überraschungen, Wendungen und der ganze normale Wahnsinn, den man nur erleben kann, wenn man die Kraft der Fantasie noch nicht vergessen hat. Mal war es cool, Magic-Karten zu spielen, mal haben sich einige dafür geschämt. Doch egal in welchem Licht das Spiel stand, es blieb sich stets selber treu.

Magic: The Gathering - Duels of the Planeswalkers 2014 - Official Teaser Trailer

Gutes Spiel, große Abzocke

Kann man das jetzt immer noch sagen? Dass sich das Spiel selbst treu geblieben ist? Dass neue Editionen jährlich den Markt überfluten und dem kartensüchtigen Spieler alles Geld aus der Tasche ziehen, ist keine Neuigkeit. Wenigstens gab es (fast) immer praktische Neuerungen, interessante, neu eingeführte Effekte und Zauber und beeindruckende neue Kreaturen.

Doch was ist mit dem Videospiel? Lohnt es sich – vor allem für den Fan –, dass nun anscheinend jedes Jahr eine neue Version des Titels auf den Markt kommt? Mit „Magic: The Gathering - Duels of the Planeswalkers 2014“ sind wir mittlerweile beim vierten Ableger der Reihe angekommen, und viele fragen sich völlig zu Recht, mit welchem Sinn hier Titel im FIFA-Takt auf den Markt geschleudert werden.

Vorneweg: Für jeden, der noch keinen der Vorgänger besitzt und wirklich interessiert an diesem Spiel ist (und vor allem nicht einer Sammelleidenschaft verfallen will, die ziemlich ungesund für die eigene Geldbörse werden kann), kann eine Kaufempfehlung fast ohne Bedenken ausgesprochen werden. Wie seine Vorgänger hat auch die 2014-Version einige ausgeklügelte Features. Nichts wirklich Neues, aber zumindest Programmierarbeit, die sich bereits bewährt hat.

Magic: The Gathering - Duels of the Planeswalkers 2014 - Endlich eigene Decks bauen, aber...

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Kämpfe, ohne lange Diskussionen über die Regeln: schnell und einfach Spaß haben.
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Die Kämpfe sind nett in Szene gesetzt, auch wenn es sich unterm Strich natürlich noch immer um ein „einfaches“ Kartenspiel handelt, der Aufbau der rundenbasierten Kämpfe ergibt Sinn und erklärt selbst absoluten Neulingen im Handumdrehen, wie das Prinzip des Spiels funktioniert. Dafür sorgt letztendlich auch ein sehr ausgereiftes Tutorial, das jedoch an kleineren Krankheiten leidet. Es wird einem nämlich lang und breit alles über die Basics des Regelwerks erklärt, aber die neuen Fähigkeiten, die erst in letzter Zeit Einzug ins Magic-Universum erhielten, werden außen vor gelassen.

Lange Rede, gar kein Sinn: auch die 2014-Version ist so solide wie seine Vorgänger, bleibt sich im Grunde absolut treu und geht bekannte Wege. Was uns aber viel mehr interessiert, sind die Dinge, die sich geändert haben. So gibt es jetzt zum Beispiel so etwas wie einen Storymodus. Der ist zwar nur aus einem der vielen Bücher entnommen, im Grunde ein zerstückelter Lückenfüller, der für Neulinge stark nach Kauderwelsch klingt und so schnell vorbei ist, wie er angefangen hat, doch dafür lockert er das Spielgeschehen auf nette Art und Weise auf.

Packshot zu Magic: The Gathering - Duels of the Planeswalkers 2014Magic: The Gathering - Duels of the Planeswalkers 2014Erschienen für PC, PS3 und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Die Kämpfe in diesem Modus sind gut durchdacht. So kämpft man gegen perfekt abgestimmte Decks, die immer wieder eine ganz individuelle Strategie erfordern. Mal werden wir von Kreaturenhorden förmlich überrannt, ein anderes Mal versucht uns der Gegner, mit offensiven Zaubersprüchen zu vernichten, und kurz darauf haben wir nur neun Runden Zeit, unseren Feind zu vernichten.

Magic: The Gathering - Duels of the Planeswalkers 2014 - Endlich eigene Decks bauen, aber...

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Der neue Story-Modus ist zwar schlecht erzählt, aber durchaus gut durchdacht.
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Das Ganze endet dann stets in einem Bossfight, der, entsprechend welches der vorgefertigten Decks ihr nutzt, mal schwerer und mal leichter werden kann. Als Belohnung winken am Ende eines jeden Abschnitts ein völlig neues Deck der aktuellen Edition und für jeden gewonnenen Kampf eine neue Karte für das verwendete Kartenspiel. Diese oftmals sehr nützlichen Karten kann man sich gleichermaßen kaufen wie freischalten.

Hinzu kommen noch einige nette Spielmodi, wie eine ganze Palette an optionalen Herausforderungen, Multiplayerkämpfen und 2vs2-Kämpfen. An Umfang hat Planeswalkers also geringfügig zugelegt, wenn es im Großen und Ganzen doch das gleiche Spiel bleibt.

Viele Modi, hoher Spielspaß. Aber alles, was über die üblichen 'Spielereien' hinausgeht, gipfelt in einer Abzocke.Fazit lesen

Was aber wirklich interessant ist, ist die Möglichkeit, auf die Fans der Videospielreihe nun schon so lange gewartet haben: Karten freischalten und sich eigene Decks zusammenstellen. Das klingt so fantastisch, das der Kauf schon beschlossene Sache ist... Wäre da nicht ein klitzekleiner Haken.

Magic: The Gathering - Duels of the Planeswalkers 2014 - Endlich eigene Decks bauen, aber...

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So sieht es aus, wenn ihr eines der Booster-Packs öffnet.
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Denn die 2014-Version nutzt fast zu 100% die Karten aus der neuesten Edition und es gibt keine Möglichkeiten, andere / ältere Kartendecks zu integrieren. Zusätzlich könnt ihr eigene Decks nur in einem separaten Modus zusammenstellen, der mit euren Standard-Kartendecks, die ihr in den normalen Modi nutzt, nichts zu tun hat. Hier nutzt ihr nämlich freigeschaltete Booster-Packs, die 14 willkürlich zusammengewürfelte Karten enthalten, deren Nützlichkeit zwischen „Geht so“ und „Ja, mach´s dir doch selber“ schwanken.

Habt ihr alle Modi durch und eure Booster-Packs verbraucht, könnt ihr nur an neue Karten gelangen, indem ihr welche im Shop kauft – und zwar für teuer Geld. Aber wer denkt, hier würde der Entwickler aufhören, die Hände zu öffnen, den Kunden dreist grinsend anzustarren und mehr Geld zu verlangen, der irrt gewaltig. Mit Magic und seinem unabstreitbaren Suchtfaktor konnte man schon immer viel Kohle machen, da bildet dieses Spiel keine Ausnahme.

Daher stehen euch nur zwei Slots zur Verfügung, um selbst erstellte Kartendecks zu speichern. Und habt ihr das erst einmal getan – ob aus der vollen Überzeugung herauss, ein starkes Deck zu besitzen, oder schlichtweg aus Versehen – ist der Slot auch schon belegt. Für immer. Löschen ist nicht mehr – da hilft kein Zetern und kein Flehen. Wer neue Slots braucht, darf noch einmal richtig tief in die Tasche greifen, und am Ende stellt sich für jeden die Frage: Warum hole ich mir für das Geld nicht gleich richtige Karten?