Seit 1993 gibt es ein Spiel, das sich immer wieder selbst neu erfindet, jedes Jahr neue Anhänger gewinnt und über eine gigantische Fangemeinde verfügt. Es gibt Buchumsetzungen, riesige Turniere und unglaublich viele Ableger. Würde ich gerade über ein Computerspiel reden, könnten sich die Entwickler dieses Geniestreiches ohne Frage selbst auf die Schulter klopfen. Setzen. 1+. Aber wovon ich hier schreibe, ist ein Kartenspiel. Das wohl erfolgreichste aller Zeiten.

Magic: The Gathering - Duels of the Planeswalkers - Gideon-Launch-Trailer 2012Ein weiteres Video

Und nun kommt eine Computerspielumsetzung. Nicht die erste, wohlgemerkt. Bereits 1997 gab es den Titel 'Shandalar' und 2002 kam dann Magic Online auf den Markt. Beide Umsetzungen konnten einen gewissen Erfolg verbuchen, wurden vom inneren Kreis der Magic-Fans jedoch stets verschmäht. Warum? Tja, je weiter sich eine Computerabwandlung vom eigentlichen Spiel entfernt, desto mehr neue Fans lassen sich zwar gewinnen, doch geht dadurch der eigentliche harte Kern der Spielerschaft verloren.

Magic: The Gathering - Duels of the Planeswalkers - Da soll mich doch Phage holen!

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Und nun betritt 'Magic: The Gathering - Duels of the Planeswalkers 2012' die Bühne und verspricht, alles besser zu machen. Die überarbeitete Version des Klassikers von 2009 kommt im neuen Gewand daher, wartet mit vielen neuen Decks, Möglichkeiten und Modi auf. Wer sich alles auf das Spiel freuen darf, wer lieber die Finger davon lässt und warum man überhaupt digital Karten spielen sollte...

Im Großen und Ganzen ist die neue Version des Titels ungefähr so wie der Vorgänger, nur mit mehr Karten, neuen Decks und interessanten Gegnern. Wer „Magic: The Gathering - Duels of the Planeswalkers“ spielt, bekommt genau das, was der Titel verspricht: eine gehörige Portion Magic. Die Duelle sind generell sehr gelungen umgesetzt. Kaum hatte ich die Solokampagne gestartet, da kam auch schon das typische Magic-Gefühl in mir auf.

Packshot zu Magic: The Gathering - Duels of the PlaneswalkersMagic: The Gathering - Duels of the PlaneswalkersErschienen für PC, PS3 und Xbox 360 kaufen: Jetzt kaufen:

Man hat sich diesmal noch stärker an Vorlage orientiert und die Spielregeln an sich gelungen umgesetzt. Die verschiedenen Spielphasen werden eingehalten, spezielle Karten wie Spontanzauber und Kreaturenverzauberungen lassen sich problemlos und ohne größeren Aufwand anwenden. Es ergibt sich einfach ein sauberer Spielfluss.

Das Spiel zum Spiel. Gut umgesetzt, aber mit einigen Schwächen.Fazit lesen

Dabei steht am Anfang nur ein Deck zur Verfügung, was aber bereits sauber aufgebaut und in sich stimmig ist - so wie fast alle Decks. Wer mehr möchte, muss sich durch den Singleplayer-Modus kämpfen und immer stärker werdende Gegner besiegen. Und die haben es mit der Zeit echt in sich. Ich habe in meinem Leben nie zuvor gegen ein Illusionsdeck gespielt.... Und ich möchte das auch nicht mehr wiederholen. Oder doch!?

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Sehr viele verschiedene Karten erhöhen deutlich den Langzeitspielspaß.
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Denn genau hier liegt das Problem, das keines ist. Egal, wie oft man besiegt wird, man hat einfach nur den Wunsch, es noch einmal versuchen. Ob man das alte Deck verbessert und ausbaut oder einfach ein neues wählt und es mit einer anderen Strategie versucht - es gibt in Magic einfach einen unergründlichen Suchtfaktor.

Das Ganze hat (natürlich) auch einen Haken: Zwar kann man Karten freischalten und in das aktuelle Deck integrieren, doch ist es nicht möglich, ein gänzlich eigenes Deck aufzubauen. Das wird vor allem Profispieler frusten. Auf der anderen Seite: Wer möchte online gegen Spieler antreten, die ein perfekt auf sich abgestimmtes, mehrfarbiges Deck zusammengestellt haben?

Aber gerade hier hätte man einen Kompromiss finden müssen. Wäre es nicht möglich gewesen, im Offline-Modus sein eigenes Deck zu benutzen und 'nur' online auf die vorgegebenen zurückzugreifen? Offenbar nicht. Das ist zwar sehr schade, kratzt aber nur wenig an der Laune, die beim Spielen aufkommt.

Worum geht es eigentlich?

Magic: The Gathering ist ein interessant aufgebautes Strategie-Fantasy-Kartenspiel, das 1993 als Insidertipp geboren wurde und danach weltweiten Ruhm erlangte. Imposante Karten, Monsterschlachten und feurige Duelle waren die Folge.

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Viele starke Gegner erwarten euch.
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Doch was tut man eigentlich? Im Grunde stellt man sich in Magic sein eigenes Deck (Kartenstapel) zusammen, das aus Ländern (Mana), Keaturen, Zaubern und Artefakten besteht. Dann wird abwechselnd gelegt, in verschiedenen Phasen gezaubert, beschworen und gekämpft und am Ende hat nur noch ein Spieler 'Lebenspunkte'.

Klingt erst mal recht simpel, erweist sich im Nachhinein aber als durchaus kompliziert. Nicht umsonst gilt Magic von offizieller Seite her als anerkanntes Strategiespiel. Wer einfach nur drauflos spielt, wird höchst wahrscheinlich mit wehenden Fahnen untergehen.

Wem die Standardkämpfe zu leicht sind, der hat noch eine menge Alternativen: Die Herausforderungen beispielsweise sind zum Teil so kompliziert, dass selbst erfahrene Spieler sich den Kopf zermartern. In diesem Modus wurden Karten bereits platziert und man sieht sich mit einer gewissen Situation konfrontiert. Beispielsweise habe ich noch einen Lebenspunkt, eine nutzlose Kreatur und zwei Spontanzauber auf der Hand. Der Gegner ist dran und bereit, mir meinen letzten Lebenspunkt zu rauben. Also was tun? Tja, genau das ist die Frage...

Wie bereits erwähnt spielen Solisten die Kampagne und versuchen sich an den verschiedensten Spielvarianten. Noch viel spaßiger wird es, wenn man mit Freunden Duelle bestreitet - ob kooperativ oder im Duell.

Magic: The Gathering - Duels of the Planeswalkers - Da soll mich doch Phage holen!

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Die kleineren Animationen sind zwar überflüssig, aber trotzdem nett anzusehen.
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Doch das wahre Herzstück des Titels ist der Online-Modus. Hier kann sich jeder, der bereit ist, sich mit der Welt zu messen, in verschiedensten Modi antreten. Die Ranglistenfunktion frustet zwar schon, wenn man sieht, wie man einfach keinen Meter nach oben rückt, doch kann euch ja niemand dazu zwingen, einen Blick darauf zu riskieren.

Die Oberfläche des Spiels, obgleich sehr schön anzusehen, ist letztendlich ziemlich überflüssig und liefert unterm Strich nur einen sehr schmalen Einblick in die Gesamtmechanik von „Magic: The Gathering“. Hat man die Solokampagne durchgespielt, heißt das noch lange nicht, dass man die Regeln auch verstanden hat.

Das Spiel gibt zwar hilfreiche Hinweise darauf, welche Karten man spielen kann und sollte, doch leider wird das Mana dabei ohne Nachfrage getappt (verwendet). So kann es bei mehrfarbigen Decks schon mal passieren, dass einem durch falsches Tappen plötzlich das richtige Mana fehlt. Das versaut einem die ganze Strategie und bringt leider eine Menge Frust mit sich.