



Mafia II übt vom Anfang bis zum explosiven Ende zweifellos eine enorme Anziehungskraft aus. Verantwortlich dafür ist vor allem - neben einer glaubhaften Atmosphäre, die mit vielen zeitgenössischen und authentischen Inhalten punktet - die packende Story mit ihren unterhaltsamen Dialogen. Wichtig ist weniger das wie, also ob wir gerade Benzinmarken verhökern oder einen Syndikatschef wegpusten, sondern die inszenatorische Umsetzung der linearen Handlung. Die verbrecherische Action dient trotz ihrer durchaus unterhaltsamen Struktur fast als Bindeglied für die zahllosen Zwischensequenzen, mit denen die dramatische Geschichte von Vito Scaletta erzählt wird.
Doch trotz dieser beinahe filmischen Erzählstruktur bleibt uns die Hauptfigur seltsam fremd, als würden wir absichtlich auf Distanz gehalten. Möglicherweise sollen wir dem Bösen nicht zu nahe rücken, uns nicht mit ihm identifizieren. Nebentätigkeiten, die das Spielgeschehen vertiefen und uns den Charakter näher bringen könnten, gibt es quasi kaum. Oder sie sind einfach nur belanglos, schließlich kann man nach dem Ende der Handlung nicht in einer offenen Spielwelt weiterspielen und aller erbeutete Reichtum wäre damit ohnehin obsolet.
Obwohl 2K Czech einen würdigen Nachfolger für seinen bereits acht Jahre alten Mafia-Erstling abliefert, bleibt das wirklich sehr gute Spiel im Vergleich zu fast monumentalen Werken wie Red Dead Redemption oder GTA IV ein wenig blass. Es fehlt die spielerische Tiefe dieser Titel, die abseits des Handlungsstrangs noch so viel mehr bieten als Mafia II in seinen immerhin 14-15 Stunden.
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Die PC-Version hinterlässt einen sehr schicken optischen Eindruck. Neben satten Explosionen und vielen hübschen Details bei Gesichtern, Objekten, Gebäuden und Wagen punktet man vor allem mit atmosphärischen Glanzpunkten wie zeitgenössischen Wagenmodellen und Kleidungsstilen sowie vielen glaubhaften Werbeplakaten. Sehr gelungen sind auch vor allem die vielen Zwischensequenzen, denen durchaus cineastische Qualität zugesprochen werden kann.
Auch hier hat man sich richtig ins Zeug gelegt und untermalt das Geschehen mit einer Vielzahl authentischer Originalsongs dieser Ära, die jede Menge Atmosphäre versprühen. Top sind auch die professionellen Sprecher, aber leider lassen die tollen Dialoge überwiegend den Italo-Flair vermissen, zudem sind sie nicht lippensynchron.
Vito Scaletta ist kleinkrimineller und angehender Mafioso. Ihr dürft ihn auf seiner Reise in eine verbrecherische, menschenverachtende Unterwelt begleiten, die voller emotionaler Wendepunkte ist.
von 2K Games, Illusion SoftworksGenre: Action, Action AdventurePC, PS3, XBox 360: 27.8.2010Offizielle WebseiteFreigegeben ab 18 Jahren
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