Der Maelstrom kommt! Ach, das wusstet ihr nicht? Egal, spielt ja auch keine große Rolle. Im gleichnamigen Echtzeit-Strategiespiel aus dem Hause Codemasters schlagen sich - mal wieder - drei unterschiedliche Fraktionen die Schädel ein.

Wir waren dabei und verraten euch im Review, ob Maelstrom seinen ehrenhaften Platz auf unserer Festplatte behalten konnte oder nur noch der Papierkorb für das Spiel übrig war.

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Ein flotter Dreier...
Wie schon bei etlichen anderen Strategiespielen erwarten den Spieler bei Maelstrom insgesamt drei "übliche Verdächtige", also Fraktionen, für die man sich entscheiden kann. Da wären zum Einen die "Aufrechten", eine Partei, die den Menschen noch am Nächsten kommt. Diese kämpfen seit dem namengebenden Maelstrom, einem Sturm, der die ganze Welt ins Chaos stürzte, gegen die so genannten "Kosmitron".

Maelstrom - Laues Lüftchen statt Tornado: Dieser Maelstrom stürmt nur im Wasserglas...

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Die Aufrechten gegen die Kosmitron: Wer da wohl gewinnt?
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Die wiederum sind ebenfalls Menschen, jedoch hinsichtlich ihrer Kampfgeräte weitaus höher entwickelt als die Aufrechten. Da aller guten Dinge drei sind, darf auch die Alienrasse Hai-Genti nicht fehlen, die die Übernahme der Erde mithilfe einer riesigen Überflutung plant und ihre Basis unter Wasser setzt, da die Aliens echte "Wasserratten" sind und auch nur dort existieren können.

Was bei anderen Genrevertretern meistens nur versprochen wird, ist bei Maelstrom deutlich erkennbar: die Unterschiede zwischen den einzelnen Rassen. Während die Aufrechten mit bewaffneten Jeeps und Panzern ins Gefecht ziehen, stürzen sich die Kosmitron mit High-Tech-Waffen wie Lasern oder EMP-Geschützen ins Getümmel.

Packshot zu MaelstromMaelstromErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Spastisch veranlagte Charaktere...
Die Hai-Genti hingegen vertrauen auf organisch wirkende Artillerie sowie überdimensionale, "tierische" Nahkämpfer wie den Salamander oder den Skorpion. So verschieden sich diese Fraktionsteile auch schon anhören, so unterschiedlich spielen sie sich letztendlich auch.

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Feuer am Himmel: Die Aufrechten sorgen auch in kalten Nächten für kuschelige Temperaturen.
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Im Kampagnenmodus des Spiels geht es naturgemäß darum, basierend auf dem roten Leitfaden der Hintergrundgeschichte Missionen mit allen drei Rassen zu meistern. Wo andere Genrevertreter jedoch bereits vor den eigentlichen Aufträgen durch Zwischensequenzen punkten, hängt Maelstrom erstmal durch.

Im Grunde genommen sind diese hier ja nicht schlecht, da auch die Story einigermaßen zu unterhalten weiß, aber welche Laus ist denn den Charakteren über die Leber gelaufen? Diese hampeln und zappeln des Öfteren durchs Bild, als hätten sie einen Zitteraal im Allerwertesten - statt Spannung kommt da leider unfreiwillige Komik auf.

Wie ein Blinder am Krückstock!
Aber sei's drum, wir wollen nicht lange meckern, schließlich kommt es noch viel schlimmer: in Sachen Wegfindung beispielsweise. Angesichts der diesbezüglich vorhandenen Probleme fragen wir uns: Wenn man als Entwickler schon keine anständigen Routinen hierfür hinbekommt, sollte man dann nicht wenigstens das Terrain so designen, dass die Einheiten nicht andauernd und allerorten hängen bleiben und sich vehement weigern, auch nur einen Schritt weiter zu gehen?

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Die drei am Boden dürfen sich freuen: endlich nicht mehr mit Wegfindungsproblemen herumkämpfen!
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Oder noch schlimmer: Sie suchen verzweifelt nach quasi nicht vorhandenen Umwegen, um auch nur irgendwie an ihr Ziel zu gelangen. Das sieht nicht nur reichlich bescheuert aus, sondern macht die meisten Missionen auch zur nervenzerreißenden Geduldsprobe. Wenigstens darf man die Kampagne mit allen drei Rassen bestreiten…

Lara Croft für Dreijährige...
Einen Award in der Kategorie "Sinnlosestes Feature" hat sich Maelstrom mit seiner ab und zu aktivierbaren Third-Person-Ansicht redlich verdient. Die Einheiten - zum Beispiel die Helden der drei Rassen - steuern sich dann wie in einem Spiel der Marke "Tomb Raider" - beziehungsweise sollten sich so steuern…

Denn das Handling ist grauenhaft ungenau, zudem noch wahnsinnig träge. Außerdem lässt sich an dieser Spielvariante kein richtiger Sinn entdecken, da Gefechte gegen KI-Gegner in dieser Ansicht fast aussichtslos sind. Eure Kameraden machen in der Zwischenzeit vermutlich Kaffeepause oder drehen sich einen Joint. Wir wissen es nicht!

Punkten kann Maelstrom dann wieder bei seinen rassenspezifischen Helden, die nach und nach "gepimpt" werden können. Nein, neue Kleidung oder Styles bekommen die Recken nicht, stattdessen ernten sie durch gewonnene Auseinandersetzungen Erfahrungspunkte und erlernen neue Spezialfähigkeiten, die sie dann im Gefecht anwenden können.

Alien-Eis am Stiel, bitte!
Das Besondere am Spiel ist - aber das war es dann auch schon - das so genannte Terraforming-Feature. Jenes kam bereits beim ungleich gelungeneren Perimeter aus dem gleichem Hause zum Einsatz. Unter dem Terraforming verstecken sich taktisch interessante Physik-Spielereien.

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Mit ihm ist nicht zu spaßen: Mammon ist der Anführer der Hai-Genti.
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So kann man etwa einen See zufrieren und wieder in den flüssigen Aggregatzustand versetzen oder ihn gleich bis auf das letzte Tröpfchen verdampfen. Dies ergibt spannende Momente, da z.B. die Besucher aus dem fernen Weltall reine Wasserwesen sind. "Hat jemand Eiswürfel bestellt?", darf man hier nach Einfrieren des kühlen Nass freudestrahlend fragen, sofern sich darin Hai-Genti befanden.

Natürlich können auch ganze Wege blockiert oder fiese Fallen gestellt werden. In letzterer Hinsicht wartet man einfach ab, bis sich feindliche Einheiten auf dem zugefrorenen Ententeich bewegen. Hat man möglichst viele erfasst, lässt man den riesigen Klumpen Eis einfach wieder auftauen.

"Nur zu schade, dass du nicht schwimmen kannst", werfen wir noch einem soeben ersaufenden Gegner zu, bevor wir uns von der Stelle wieder entfernen. Andere Einheiten wiederum werden bei Berührung mit dem kühlen Nass ihrer Energie beraubt. Manche juckt es dagegen wenig.

Guter Mehrspielermodus!
Hat man keine Lust auf die recht monotonen Missionen der Kampagne, darf man sich natürlich auch im Gefechtsmodus gegen KI-Gegner behaupten. Deren Intelligenz hat jedoch die Variabilität eines Chamäleons: Entweder gehen sie durchaus geschickt gegen euch vor oder stellen sich komplett dumm. So kann es passieren, dass manche Feinde gar nicht auf Beschuss reagieren oder sich in den unmöglichsten Situationen zurückziehen.

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Die rustikalen Aufrechten legen alles in Schutt und Asche, was ihnen vor die Kanone läuft.
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Mehr Spaß hat man nur mit bis zu fünf anderen menschlichen Kontrahenten in den Netzwerk- bzw. Onlinematches. Neben verschiedenen Siegbedingungen lassen sich außerdem Teamzugehörigkeiten einstellen, wie man es zum Beispiel aus Warhammer 40.000: Dawn of War kennt. Leider Gottes liegen Maelstrom lediglich 14 Multiplayerkarten bei, deren Qualität jedoch arg schwankt. Für den recht gut funktionierenden Onlinemodus muss übrigens ein Benutzerkonto eingerichtet werden.

Mühe haben sich die Entwickler bei der Grafik des Spiels gegeben: Neben den wohl schönsten Wassereffekten der letzten Zeit erwarten Puristen außerdem detaillierte Einheiten und Gebäude. Dennoch steht die Technik in keinem Vergleich zu den teilweise ausufernden Ladezeiten - und das selbst bei einem extrem flotten Rechenknecht wie unserem Testrechner.

Während man dem Treiben - eben wegen der hübschen Grafik - gerne zuschaut, fühlt man sich des Öfteren jedoch dazu gedrängt, die Lautstärke herunterzudrehen. Denn während zumindest der Sprecher der Einsatzbriefings sich recht gelungen ausdrückt, zerren die ständig gleichen und lächerlichen Sprüche der Einheiten bereits nach kürzester Zeit so an den Nerven, dass man am Liebsten zu den eigenen Truppen sagen möchte: "Haltet eure Klappe, ihr regt mich auf!" Zumindest stimmt der atmosphärische Soundtrack.