Lange war die breite Öffentlichkeit für die Computerspielästhetik nicht bereit. Jedoch stieß das Machinima-Genre in den letzten Jahren immer stärker in den medialen Mainstream vor. Ausstellungen im Londoner Science Museum, im New Yorker Museum of the Moving Image oder im Zentrum für Kunst und Medientechnologie in Karlsruhe veranschaulichen die Entwicklung dieser Subkultur. Immer weiter drängt diese Form der digitalen Kunst in andere gesellschaftliche Bereiche: Workshops an Universitäten, Machinima-Werbung und eigene Filmfestivals zeugen von der zunehmenden Akzeptanz in Kunst wie Kommerz.
Der US-Sender "History Channel" hat mit "Decisive Battles" im Juli 2004 die erste TV-Doku gezeigt, die auf Machinimas als Visualisierungshilfe zurückgegriffen hat.Auch vor Deutschland macht diese Entwicklung nicht halt. So hat in Berlin als erster deutscher privater Bildungsanbieter das "L4 - Institut für Digitale Kommunikation" das Thema Machinima in den Regelunterricht integriert. In der Ausbildung werden die Studenten auf die grundlegenden Veränderungen im Produktionsprozess von Animationsfilmen vorbereitet. Aufgrund der kostengünstigen und zeitsparenden Technik für Vorvisualisierungen bei der Film- und TV-Produktion erwartet man in den kommenden Jahren einen schnell wachsenden Bedarf an Fachpersonal.
Der Fachbereichsleiter Thorsten Strack ist vom Erfolg überzeugt: "Machinima wird sich durch die Echtzeit-Darstellung und der damit verbundenen Zeit- und Kostenersparnis als leistungsstarkes Tool für die Produktion von animierten Inhalten durchsetzen". Auch die Deutsche Post scheint die Zeichen der Zeit erkannt zu haben. In deren Auftrag hat die Agentur für virtuelle Markeninszenierungen "SLinworld-Productions" im letzten Jahr den Machinima-Werbespot "When the Postman spits twice" produziert. Die Berliner Agentur wurde damit auch sogleich in die Kategorie "best commercial/game" beim ersten europäischen Machinima-Festival in Leicester nominiert.
"Rooster Teeth" konnten sich professionalisieren und realisieren nun Machinimas und TV-Spots gegen Bares.Machinima hat sich vor allem in die Breite entwickelt. In Geschichtsdokumentationen werden Strategiespiele wie "Rome: Total War" für die Visualisierung der Feldzüge von Alexander dem Großen genutzt. Die Macher der "Red vs. Blue"-Serie, Rooster Teeth, konnten sich aufgrund des Erfolges professionalisieren, und Bungie berücksichtigte bei der Entwicklung von "Halo 2" deren Schaffen, in dem es nun möglich war, ohne gezogene Waffe rumzulaufen. Ein weiteres Highlight stellt die "South Park"-Machinima-Folge "Make Love, not Warcraft" von Trey Parker und Matt Stone dar, die dafür sogar einen Emmy-Award einheimsen konnten.
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