Autor: Andreas Müller

Obwohl Knobelspiele meistens keine Euphoriestürme auslösen, zählen sie über die Jahre betrachtet zu den Zugpferden verschiedenster Plattformen. Bereits vor über 10 Jahren sorgte das legendäre "Tetris" dafür, dass sich Nintendos Gameboy etablierte. Einen ähnlichen Suchtfaktor attestiert man "Lumines" für Sonys PSP, das nun einen hoffentlich würdigen Nachfolger erhält. Wir lassen die Klötze krachen und testen das Spiel für euch!

Bewährtes Gameplay
Spiele wie "Tetris" oder "Lumines" verdanken ihren Erfolg einem genial einfachen und trotzdem fordernden Gameplay. Einstiegshürden wie ein kompliziertes Spielprinzip oder eine komplexe Steuerung werden von Beginn an konzeptionell vermieden. Wer "Lumines" das erste Mal in die Finger bekommt, geht den Titel vermutlich zunächst skeptisch an und muss von der ersten Sekunde an durch puren Spielspaß überzeugt werden. In Zeiten immer spektakulärer werdender Grafik und beeindruckender Technik darf es durchaus als eine Herausforderung verstanden werden, die Zielgruppe durch simple Spielabläufe und spartanische Präsentation zu begeistern.

Lumines 2 - Tetris war gestern! Jetzt regieren die bunten Kästchen von Lumines 2.

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"Stein auf Stein, das Häuschen wird bald fertig sein..."
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Genau das gelang den Entwicklern jedoch mit "Lumines", das weltweit einer der erfolgreichsten PSP-Titel überhaupt geworden ist. Da Schwierigkeitsgrad, Spielablauf und Steuerung zu einem perfekt ausbalancierten Gesamtkonstrukt verschmelzen müssen, ging man bei dem Nachfolger keine Risiken ein und ließ das Gameplay unberührt. Wie schon vom ersten Teil gewohnt, positioniert ihr vertikal hinabfallende Quader möglichst geschickt auf der breiten Spielfläche. Jeder Quader besteht aus vier einzelnen Kästchen, die aus einer der beiden Spielfarben bestehen. Per Tastendruck könnt ihr die Quader nach Belieben rotieren, bevor sie auf dem Untergrund platziert werden. Habt ihr die Steine bis zum oberen Spielfeldrand gestapelt, ist das Spiel zu Ende.

Kettenreaktion
Ziel der Übung ist es, möglichst viele und große gleichfarbige Flächen, bestehend aus mindestens zwei mal zwei gleichen Farbkästen, zu bilden. Anders als zum Beispiel bei "Tetris" werden die entsprechenden Kästen jedoch nicht unmittelbar, sondern erst beim nächsten Durchlauf der so genannten Zeitlinie gelöscht. Dies ist kein simples Detail, sondern bringt deutlich mehr taktischen Tiefgang ins Gameplay. Die Zeitlinie ist eine vertikal verlaufende Linie, die sich kontinuierlich von links nach rechts durch das Spielfeld bewegt. Bonuspunkte für das Abbauen mehrerer Kästen bekommt ihr pro Durchlauf der Zeitlinie. Das bedeutet, dass ihr nicht zwingend mehrere Kästen an einer Stelle, sondern ruhig auch an verschiedenen Stellen rechts neben der aktuellen Position der Zeitlinie abbauen könnt.

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Bei diesem Gameplay kann man nur Bauklötze staunen.
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Ein interessantes Element dabei sind spezielle und dementsprechend seltene Kästchen. Diese besonders markierten Farbflächen innerhalb eines Quaders lösen eine Kettenreaktion aus, die gut vorbereitet sein sollte. Sämtliche Kästchen gleicher Farbe, die mit diesem Kästchen verbunden werden, verschwinden von der Spielfläche. Auf diese Weise habt ihr die Möglichkeit, ganze Ketten von Farbkästchen aufzulösen und durch die dadurch nachrückenden Farbkästen weitere Reaktionen hervorzurufen. Auf der Jagd nach dem Highscore solltet ihr das Potenzial dieses Effekts also unbedingt ausschöpfen und vielleicht schon vorausschauend Ketten gleichfarbiger Farbkästchen bilden. Wer es schafft, alle Kästen auf der Spielfläche aufzulösen, wird zudem mit einem satten Extrabonus belohnt.

Musikvideos und animierte Hintergründe
Allen Fans des Vorgängers sind diese Details längst bekannt - wirklich Neues lässt sich über "Lumines 2" nicht berichten. Wie schon beim Vorgänger könnt ihr im Challenge-Modus neue Skins und Musik freispielen, so dass ihr fortan zu neuen Klängen und angepasster Präsentation euer Geschick unter Beweis stellen dürft. Dabei variieren sowohl der Spielfeldhintergrund als auch das Aussehen der Spielsteine. Neu ist die Tatsache, dass ihr bei einigen Levels nun auch Musikvideos im Hintergrund bestaunen könnt, die jedoch zum einen recht stark vom Spielgeschehen ablenken und zum anderen durch Kameraschwenks irritieren. Mit der Auswahl an Musikstücken schlägt man eine Richtung ein, die deutlich massenmarkttauglicher ist. Viele lizenzierte Titel von Künstlern wie den Black Eyed Peas, Gwen Stefani oder Missy Elliott runden das Angebot zwischen sphärischen Klängen und eingängiger Chillout-Musik ab.

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Auch wenn es als Standbild nicht so aussieht: Das Design des Spiels ist phänomenal.
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Im Missionsmodus erfüllt ihr spezielle Aufgaben wie das Abbauen einer bestimmten Anzahl von Quadern, dem kompletten Ausfüllen der Spielfläche oder der Befreiung der Spielfläche von sämtlichen Kästchen. Ein auf über 100 Herausforderungen ausgebauter Puzzle-Modus, bei dem ihr zuvor vorgegebene Formen nachbauen müsst, stellt sogar fortgeschrittene Spieler auf die Probe. Kreative Köpfe haben zudem neuerdings die Gelegenheit, eigene Musikstücke zu komponieren, indem auf vorgegebene Bestandteile zurückgegriffen wird.