Wer am 6.6. 1966 geboren wird, kann vermutlich gar nicht anders, als des Teufels zu sein. An diesem Tag erblickt der kleine Lucius das Licht der Welt, und der entwickelt sich an seinem sechsten Geburtstag nicht nur sprichwörtlich zum Satansbraten. Lucius ist der Sohn des Teufels und dazu verdammt, Unheil über seine Familie zu bringen. Willkommen im teuflischsten Spiel des Jahres!

Ein echter Satansbraten

An seinem sechsten Geburtstag erhält der kleine Lucius ganz besonderen Besuch – und gemeint sind nicht die Partygäste mit Geschenken, sondern ein Besucher, der seinen Auftritt von Flammen und Schwefelgestank begleiten lässt: An diesem Tag offenbart ihm der Teufel, dass Lucius sein Sohn ist und als solcher ganz besondere Verpflichtungen habe.

Da Lucius‘ Großvater einst die Seele seines Enkels gegen eine Karriere in der Politik eingetauscht hat, soll dieser fortan im Auftrag des Höllenfürsten dafür sorgen, dass dem Teufel auch die verbliebenen Seelen der Verwandtschaft und Hausangestellten anheimfallen. Und dies geschieht, indem er einen nach dem anderen ermordet. „Lucius“ ist gewissermaßen „Das Omen“ als Adventurespiel – aus Sicht des Bösewichts.

Welche Meinung die USK dazu haben wird, wissen wir noch nicht. Da Lucius aber eindeutig unter dem Einfluss des Teufels steht und seine Mordopfer allesamt Dreck am Stecken haben, sind seine Schandtaten insoweit durch die Geschichte motiviert, dass sie einer Veröffentlichung des Spiels in Deutschland nicht im Wege stehen dürften. Auch wenn es auf Lucius‘ satanischem Kreuzzug bisweilen erschreckend brutal zur Sache geht.

Lucius

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"Lucius, ich bin dein Vater!" An seinem sechsten Geburtstag erfährt der kleine Lucius eine schockierende Wahrheit.
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Das erste Opfer, ein Zimmermädchen, schließt er im Kühlraum der Küche ein, sodass diese elendig erfriert. Der Nächste auf der Todesliste, ein dauerbetrunkener Hausmeister, wird unter einen Klavierflügel gelockt, wo ihm das tonnenschwere Musikinstrument den Kopf zerquetscht – Holla, der Waldfürst!

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Richtig fies wird „Lucius“, wenn es darum geht, den hauseigenen Fleischermeister um die Ecke zu bringen: Diesem sabotieren wir mit unserem teuflischen Telekinesetrick die Deckenbeleuchtung und lotsen ihn so auf den wackligen Tisch. Hier ist es dann ein Leichtes, ihn zu Fall zu bringen, sodass er mit dem Gesicht mitten in der Kreissäge landet… Autsch!

Im Auftrag des Teufels statt eben mal die Welt retten: Lucius verspricht ein Abenteuer der etwas anderen Art.Ausblick lesen

„Telekinesetrick?“, fragt ihr jetzt sicher, sobald der Schmerz im Kopfkino abgeklungen ist. Ja, Lucius lernt im Verlauf des Spiels diverse übersinnliche Kräfte, die er zur Umsetzung seiner mörderischen Pläne nutzen kann. Mit der Telekinese lassen sich so etwa Gegenstände erlangen, die für den kleinwüchsigen Jungen ansonsten unerreichbar werden. Auch Maschinen wie besagte Kreissäge können damit für die Opfer unerwartet in Gang gesetzt werden.

Lucius

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Als Sohn des Teufels erhält Lucius den Auftrag, seine Verwandtschaft und sonstige Mitmenschen umzubringen.
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Sehr viel mächtiger ist bereits die zweite Fähigkeit, die Lucius erlernt: die Gedankenkontrolle. Hiermit kann er – „Das sind nicht die Droiden, die ihr sucht“ – mentalen Einfluss auf die geistig Schwachen ausüben und so etwa ein unglücklich verliebtes Hausmädchen in den Selbstmord treiben. Im späteren Spielverlauf kommen dann noch das „göttliche Feuer“ und eine dem Blitzdings aus „Men in Black“ verwandte Kraft hinzu, mit der sich die Erinnerung an das soeben Geschehene auslöschen lässt.

Dark and Execute

Obschon sich Lucius alle Mühe gibt, seine Gräueltaten wie Unfälle wirken zu lassen, reift im örtlichen Kommissar zusehends die Skepsis angesichts der Masse unglücklicher „Zufälle“. Doch wie soll er auch ahnen, dass hier übernatürliche Kräfte am Werke sind?

Der Kommissar fungiert gleichsam als Erzähler, der die Geschehnisse in der Retrospektive aufrollt und hinterfragend kommentiert. Ob er Lucius am Ende auf die Schliche kommt, wissen wir selbstverständlich noch nicht – und selbst wenn, würden es aus Spoilergründen ohnehin für uns behalten. Sicher ist nur, dass wir im Laufe der Geschichte immer tiefer in die Familiengeschichte Lucius‘ eingeweiht werden, die in die Machenschaften eines satanischen Kults verstrickt ist.

Neben den klassischen Kombinationsrätseln spielt in „Lucius“ vor allem das Schleichen eine zentrale Rolle – schließlich will der Satansbraten unter keinen Umständen bei seinen Schandtaten erwischt werden. Vorsicht ist also bei allem, was ihr macht, geboten, insbesondere, da viele der Hausbewohner einem geskripteten Tagesablauf folgen und so jederzeit plötzlich durch die Tür treten können, während ihr gerade die tödliche Falle präpariert.

Wird Lucius ertappt, kann das im „Game over“ enden – endlich mal wieder ein Adventure, in dem man „sterben“ kann! Wesentlich ist dafür ein Sam-Fisher-artiges Vorgehen: verstecken, dunkle Ecken ausnutzen, Licht ausschalten. Für manche Aufgaben muss Lucius daher auch den Tag-Nacht-Wechsel durch das Aufsuchen seines Kinderbettchens herbeiführen, da nachts das Haus von deutlich weniger Personen bewandert wird und sich unentdecktes Durchstreifen sehr viel leichter gestaltet.

Lucius

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Für ein Adventure sieht die 3-D-Grafik äußerst gelungen aus.
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Wem die knackigen Rätsel dabei die Hörner aufsetzen, der kann sich himmlischen Beistand in einer eingebauten Lösungshilfe holen – muss die Tipps aber erst wie ein Achievement „freispielen“. Hierfür muss Lucius kleine Nebenaufgaben absolvieren, etwa sein Zimmer aufräumen oder sich des Abends brav die Zähne putzen. Ja, auch der Sohn des Teufels ist letzten Endes auch nur ein kleiner Junge…