Es folgt der gamona-Wetterbericht: Das Tauwetter bringt eine neuartige Pflanzenwelt, aber auch gefährliche neue Tierarten hervor. Diese erreichen unter Umständen monströse Ausmaße und sind nur mit Spezialwaffen zu stoppen. Da kann man froh sein, dass sich diese Vorhersage auf den Planeten E.D.F. III bezieht.

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Frühling im Weltall

Doch auch auf der Erde setzt endlich Tauwetter ein. Nach langen Monaten voller Schnee, anstrengender Suche nach dem eigenen Auto, das sich gewiss unter einem dieser weißen Berge versteckt, rutschigen Straßen und Eiseskälte kam sich so manch einer schon selbst wie der Hauptdarsteller von Lost Planet: Extreme Condition vor. Das Spiel schaffte das Kunststück, trotz angenehmer Wohnzimmertastaturen die Zocker reihenweise zum Frösteln zu bringen. Der Schauplatz war ein Planet, der sich fest im Klammergriff des Packeises befand, was aber monströse Viecher namens Akriden nicht davon abhielt, die wenigen Menschen dort zu jagen.

Lost Planet 2 - Ein tolles Spiel wird noch besser

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Die Vorhersage für E.D.F. III: Angenehm warme Witterung mit einer hohen Chance auf Action.
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Die Erdlinge waren gerade dabei, einen Stützpunkt auf diesem ungastlichen Fleckchen im Universum aufzubauen, als eine ganze Vielfalt ekliger Wesen ihnen nach dem Leben trachtete. Die insektenähnlichen Riesenviecher hatten aber auch eine leuchtende Schwachstelle, die sich prima als Energiequelle nutzen ließ. Diese Thermalenergie half erheblich beim Survival in der Kaltlandschaft bei. Mit einem beträchtlichen Waffenarsenal ausgerüstet begaben sich die Spieler damals auf die Jagd, konnten zusätzlich in Mechs steigen und bekamen mit immer weiteren Feinden zu tun. Obendrein erschweren hitzige Gefechte mit Militärtruppen zusätzlich das Überleben.

Mittlerweile ist mehr als ein Jahrzehnt nach Teil eins vergangen und die Terraformingarbeiten auf E.D.F. III haben weitere Form angenommen. Aus dem ewigen Eis ist ein satter Dschungel geworden, der ein dichtes Pflanzendickicht sprießen ließ. Während die kargen Eisklumpen dahin schmolzen, blieben aber die bösartigen Akriden bestehen, überdauerten den Klimawandel und entwickelten sich ihrerseits weiter. Die Thermalenergie, die uns Spieler noch im ersten Teil mit Wärme versorgt hatte, bleibt weiterhin ein Teil der Monster. Das erweist sich auch bei dem feuchtwarmen Tauwetter von Vorteil, denn schließlich sind die Nutzungsmöglichkeiten des Thermalstoffs ebenso reichhaltig.

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Die Thermalenergie ist stark umkämpft - und ihr mittendrin.
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Aber nicht nur die Siedler sind hinter der leuchtenden Energiequelle her. Es gibt mittlerweile noch genügend andere menschliche Bewohner, die um den Wert der Akridenpower wissen. Zum Beispiel lassen sich die kraftsteigernden Harmonizer sehr gut mit der Thermalenergie befeuern und liefern auch in Teil 2 einen Grund, sich die Versorgung zu sichern.

Auch in Lost Planet 2 wird die These bewiesen, dass sich die Menschen selbst dann noch an die Gurgel gehen werden, wenn ihr Fortbestehen am seidenen Faden hängt. Dass sich außerdem noch eine breit gefächerte Tierwelt auf E.D.F. III entwickelt hat, macht das Überleben nicht unbedingt leichter. Wohl dem, der seine Wumme pflegt und kontinuierlich nach neuer Munition Ausschau hält.

Helden in Strumpfhosen

Episodenweise werden alle Parteien vorgestellt und in ihr persönliches Abenteuer geschickt. So begleitet man eine Truppe von NEVEC-Soldaten, die aufständische Minenarbeiter zur Räson bringen sollen. Auf dem Weg zum Einsatzort zeigen sich allerdings schon die Früchte der Turbo-Evolution: Riesenmonster, die Einzelkämpfern keine Chance lassen.

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"Äh, Jungs? Hilfe?"
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Da muss schon das Team zusammenarbeiten, um sich das Biest vom Leibe zu halten und gleichzeitig auch noch die wertvolle Thermalenergie abzuzapfen. Wie alle Handlungsstränge zusammenlaufen, wird im Finale gezeigt, das sich Capcom bis zur Veröffentlichung des Titels aufbewahrt. Das bedeutet, dass wir noch acht Wochen wie auf heißen Kohlen sitzen müssen bis wir das gute Stück im Laden kaufen können.

Vor dem Einstieg in die Action steht auch noch ein Charakter-Editor bereit, der jede Menge Möglichkeiten lässt, sich kreativ an seiner Spielfigur auszulassen. Dabei sind nicht nur Uniformteile in verschiedenen Farben und Formen zu kombinieren, sondern auch absurd-alberne Outfits in der virtuellen Kleiderkammer enthalten. So braucht sich wohl niemend zu wundern, wenn der Spieler mit dem Nick „Killer_1337“ plötzich mit Kevlar-Helm, martialischem Brustpanzer und Strapsen auf dem Gameserver an uns vorbeistöckelt. Obendrein können auch Videospiel-Promis das Feld betreten. Endlich darf Albert Wesker zeigen, dass er eigentlich ein ganz netter Kerl ist und auch auf der Seite des Guten eine passable Figur abgibt.

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Geballte Gaming-Prominenz darf auch an den Schlachten teilnehmen.
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Auch an Gesten hat Capcom nicht gespart und stellt den Spielern mehrere hundert Taunts zur Verfügung. Neben den typischen Militärkommandos dürfen humorvolle Spieler auch Kosakentänze oder Limbo-Moves aufführen. Selbst die Waffen können nach eigenem Geschmack gestylt werden. Nicht jede Wumme erfüllt danach noch ihren Zweck – mit einer Konfettikanone sollte man also besser nicht auf den riesigen Salamander losgehen, den einige Leser wahrscheinlich schon in der Demo beizukommen versucht haben. Es ist durchaus hoch anzusehen, dass die Entwickler auch in diese Nonsense-Bereiche eine Menge Arbeit gesteckt haben. Im Gegenteil: Hier durfte das Team scheinbar mal so richtig auf die Pauke hauen.

Think Big

Wie schon im Vorgänger, so müssen die Spieler auch im Sequel die Dataposts finden und aktivieren, um ein umfassendes Radarbild vom Areal zu bekommen, das sie gerade durchforsten. Außerdem fungieren die Dataposts auch als Wiedereinstiegspunkt, wenn es einen doch mal erwischt haben sollte. Bei drei verschiedenen Schwierigkeitsstufen sollte für jeden Spieler der richtige Anspruch dabei sein.

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Trifft man auf einen dieser Brummer, ist Teamwork Pflicht - sonst endet man wie der Herr rechts im Bild.
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Dabei ist Anspruch genau dann das richtige Stichwort, wenn plötzlich eines der gigantischen Bossmonster auftaucht. Diese Kreaturen sind eine ganz andere Liga als das Kroppzeug, das die Spieler sonst auf Schritt und Tritt belästigt. Hier ist Teamwork gefragt, Köpfchen und eine Extraportion an Munition. Spielmacher Jun Takeuchi verspricht auch eine verbesserte K.I., weshalb wir uns trotz Tauwetters auf E.D.F. III wohl warm anziehen sollten.

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Die Bosse wirken durch ihre prächtige Gestaltung gleich noch einmal so Furcht einflößend – trotzdem wird man wohl das Ballern nicht vergessen dürfen. Durch die Vital Suits, die Mech-Anzüge und schweren Rüstungen stapft man zwar etwas behäbig durch die Szenerie, ist aber auch bestens gerüstet, wenn wieder einmal ein Blitzangriff der Akriden ansteht. Im Deathmatch-Modus haben sich diese Anzüge auch bestens bewährt. Capcom hat hier eine Mixtur angerührt, die vor allem auf Mehrspieler-Action setzt.

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Mächtige Kampfgerüste gegen Riesenmonster - da sollten alle auf ihre Kosten kommen.
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Die Levelbosse können auch in Kampfgerüsten bekämpft werden, die man zu dritt steuert. Auf diese Art und Weise führen die Entwickler Originalität, altbewährte Action, Gigantomanie im Monsterdesign und technische Versiertheit zu einer Fortsetzung zusammen, deckelt alles mit Teamwork-Taktik und schürt für alle Gesellschaftszocker hohe Erwartungen. Hoffen wir mal, dass auch die Solisten auf ihre Kosten kommen.