Als „rasante Action-Kintop-Achterbahn à la Indiana Jones“ beschrieb Kollege Matthias den neuesten Streich der „Geheimakte“-Macher in seinem Vorschaubericht. Und obgleich „Lost Horizon“ furios und für ein Adventure geradezu actionreich beginnt, entpuppt es sich mit voran schreitender Spieldauer doch mehr und mehr als klassischer Genre-Vertreter in altbekannter „Geheimakte“-Manier.
Das mag in Anbetracht der im Vorfeld geschürten Erwartungen etwas überraschen. Die unverwechselbare Handschrift der Entwickler von Animation Arts strömt aber auch so aus jeder Programmcode-Pore des Spiels und lässt Fans frohlocken.
Überraschend und innovativ? Nein! In bester Geheimakte-Manier unterhaltsam? Und wie!FazitAdventure-Spieler gelten gemeinhin als konservativ, Genre-Innovationen werden kategorisch kritisch beäugt. Die im Vorfeld der Veröffentlichung von „Lost Horizon“ gestreuten Aussagen, der Titel falle für ein Point-n-Click-Abenteuer ungewöhnlich actionreich aus, mag daher in bestimmten Spielerkreisen für Skepsis gesorgt haben. Nach zwei fürwahr furiosen Startkapiteln, Auto- und Flugzeug-Verfolgungsjagden inklusive, besinnt sich der Titel in den darauf folgenden Spielstunden aber mehr und mehr auf klassische Tugenden. Der anfangs, wohlgemerkt nur suggerierte, Zeitdruck wird zurück gefahren, das traditionelle, gemütliche „Vor-sich-hin-Rätseln“ in den Vordergrund gerückt.
Die schön gezeichneten Schauplätze mit vielen Details sind wunderbar abwechslungsreich.Das soll nicht heißen, dass dem Spiel die Abenteuer-Puste ausgeht. Mitnichten! Die Story über den gewitzten Jung-Abenteurer Fenton Paddock, der in den späten 1930er Jahren das Rätsel um das untergegangene Königreich Shambala aufzuklären versucht, würde auch einem neuen „Indiana Jones“-Film zur Ehre gereichen. Fanatische Nazis, abwechslungsreiche Schauplätze auf der ganzen Welt, von Hongkong über Tibet bis nach Berlin und den fernen Orient, und viel mystisches Flair sind die Zutaten, die schon Indy groß gemacht haben. Sicherlich: Innovativ oder allzu überraschend ist das Gebotene nicht, unterhaltsam und spannend bis zuletzt aber allemal.
Nazi-Schergen vom Reißbrett – die Charakterzeichnung ist klischeehaft, aber stimmig.Das liegt nicht zuletzt auch an den fast durchweg gelungenen Dialogen der klischeehaft ausgearbeiteten Charaktere und den ebenso passend besetzten Sprecherrollen. Wie Indiana Jones in seinen besten Zeiten ist Fenton nie um einen lockeren Spruch verlegen. Und auch die Antagonistin des Abenteurers, eine Nazi-Wissenschaftlerin aus dem „Domina-Lehrbuch“, gibt sich alle Mühe, ihre Rolle als das leibhaftig Böse zur vollsten Zufriedenheit auszufüllen.
Charakterliche Schwächen zeigt nur Fentons nerviges Anhängsel Kim, ein hysterisches und ewig meckerndes Gör, das Assoziationen zu Paris Hilton weckt. Glücklicherweise spielt die Kleine in späteren Kapiteln fast keine Rolle mehr.
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Und Kim als Contra LoooL ist schon en bissen hart bewertet nur weil sie ab und zu rumzickt^^