Zwischen einem gedopten Radrennfahrer und einem metzelnden Barbaren sollten eigentlich Welten liegen - sollte man meinen. In Wirklichkeit scheint es allerdings nur ein Katzensprung zu sein. Anders ist es kaum zu erklären, dass sich die französischen Entwickler der Cyanide Studios nach ihrem Radsport Manager als nächstes an ein Action-Rollenspiel, genauer gesagt an »Loki - Im Bannkreis der Götter«, heran wagten.

Was zunächst nach einem zum Scheitern verurteilten Projekt aussah, erweist sich im Praxistext als ein ernstzunehmender Kandidat für die neue Referenz im Hack&Slay-Genre. Wir waren beim Publisher Crimson Cow vor Ort, durften der Antike neues Leben einhauchen und waren wahrlich positiv überrascht. Wie sich unser erster Ausflug in die Mythologie vergangener Zeiten gestaltet hat, könnt Ihr in unserem Preview nachlesen.

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Die Antike erwacht zu neuem Leben
Auch wenn »Diablo 2« mittlerweile schon sieben Jahre auf dem Buckel hat, gilt es für viele noch immer als das Nonplusultra im Genre der Action-Rollenspiele. Ob sich das mit »Loki« ändern wird, sei einmal dahingestellt, ist aber eigentlich auch egal. Die Hauptsache ist doch schließlich, dass man Spaß am Spielen hat, oder? Aber alles schön der Reihe nach.

Loki - Im Bannkreis der Götter - Die Götter müssen verrückt sein: Loki mausert sich vom Diablo-Klon zum Überraschung-Hit!

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Diese Kameraden scheinen regelmäßig in die Mucki-Bude zu gehen.
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Werfen wir zunächst einen Blick auf die Hintergrundgeschichte von »Loki - Im Bannkreis der Götter«. Nach einer vernichtenden Niederlage gegen die anderen Götter und seinen eigenen Bruder Osiris wurde Seth, der ägyptische Gott der Dunkelheit und Bosheit, für lange Zeit eingesperrt. Doch nun ist es ihm gelungen, aus seinem Gefängnis zu entfliehen. Und wie es eines finsteren Gottes würdig ist, fällt seine Rache allumfassend aus: Gleich vier unterschiedliche Welten drohen vom Zorn Seths dem Erdboden gleich gemacht zu werden. Von der ägyptischen Mythologie reist dieser durch Raum und Zeit in das Reich der Azteken, das antike Griechenland und sogar hoch in den Norden zu den Normannen.

Der Spieler hat natürlich die mehr oder weniger dankenswerte Aufgabe, Seth zu stoppen und ihn erneut zu verbannen. Je nach Sagenwelt steht euch dafür eine andere Heldenfigur zur Verfügung. Der Barbar macht mit seiner unglaublichen Kampfkraft die Welt der Normannen unsicher, während die griechische Amazone eher mit Köpfchen agiert und dabei unter anderem Fallen und einen Bogen einsetzen kann. Der ägyptische Kampfmagier setzt seine schier unerschöpfliche magische Macht ein, und die aztekische Schamanin nutzt ihre Naturverbundenheit, um sich beispielsweise Unterstützung aus der Tierwelt zu holen.

Packshot zu Loki - Im Bannkreis der GötterLoki - Im Bannkreis der GötterErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

In bekannter Hack&Slay-Manier kämpft ihr euch durch insgesamt vier Akte und erlebt zahlreiche Abenteuer. Nach dem ersten Abschnitt in Ägypten ist die weitere Reihenfolge der Kapitel frei wählbar, sich sogar nachhaltig auf die Geschichte auswirkt.

Kinder müssen draußen bleiben
Bei den ersten Streifzügen durch die Anfangsgebiete ist Eines von Beginn an nicht zu übersehen: jede Menge Blut, das in großen Mengen aus besiegten Gegnern spritzt. Auf Nachfrage erklärt uns Georg Hach, Product Manager bei Crimson Cow, dass »Loki - Im Bannkreis der Götter« bewusst für ein älteres Publikum ausgelegt wurde und dem entsprechend auf eine brutalere Darstellung setzt.

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Dieses nette Instrument würde sich auch gut als Fleischklopfer einsetzen lassen.
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In dieser Hinsicht ist das Action-Rollenspiel der Cyanide Studios sicherlich mit dem MMORPG »Age of Conan« aus dem Hause Funcom vergleichbar. Überraschend ist allerdings, dass »Loki« bereits ab einem Alter von 16 Jahren freigegeben ist, wohingegen das barbarische Online-Rollenspiel von solch einer Alterseinstufung vermutlich nur träumen kann.

Crafting leicht gemacht
Jederzeit für Kinder geeignet, weil so simpel, ist dagegen das Crafting-System von »Loki«. So können Waffen beispielsweise in ihre Bestandteile, Schaft und Klinge, zerlegt und mit anderen Einzelteilen neu zusammengesetzt werden. Da die Eigenschaften der einzelnen Stücke erhalten bleiben, ergeben sich dadurch interessante Kombinationsmöglichkeiten. Jeder kann die Waffe kreieren, die für ihn am besten geeignet ist. Am Rande sei auch noch erwähnt, dass es in »Loki - Im Bannkreis der Götter« keinerlei gebundene Gegenstände gibt. Alle Items können völlig frei getauscht oder verkauft werden.

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Wie bei Victoria's Secret: Da würde auch Heidi Klum eine gute Figur machen.
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Gänzlich neue Wege gehen die Entwickler der Cyanide Studios beim Inventar. Ist man bei vergleichbaren Spielen ein Kästchen-System gewohnt, in dem Gegenstände unterschiedlich viel Platz einnehmen, wird das Gepäck bei »Loki« in Listenform präsentiert. Was sich zunächst ungewöhnlich anhört, könnte in der Praxis eine wirkliche Erleichterung sein. Alle Gegenstände ordnen sich automatisch in die richtige Kategorie ein und neue werden sogar farblich hervorgehoben. Zudem gibt es einen "Kiosk", in dem Items gesammelt werden können, um sie beim Händler dann mit einem Klick zu verkaufen.

Generell stehen bei »Loki« der Spielspaß und vor allem die Action im Vordergrund. Aus diesem Grund gibt es auch "nur" 50 Quests und vergleichsweise wenige Rätsel. Dafür können sich Spieler auf über 100 völlig verschiedene Monster, 14 Endgegner, 200 Charakter-Level, 197 Zonen, 100.000 Items und 130 Talente bzw. Zaubersprüche freuen.

Da 90% des Spiels zufallsgeneriert sind, soll »Loki« auch noch beim zweiten oder dritten Durchlauf Spaß machen. Lediglich die Städte und Räume der Endgegner haben einen festen Aufbau. Zur schnelleren Fortbewegung in der riesigen Welt gibt es selbstverständlich auch ein Teleport-System.

Besonders bemerkenswert ist die versprochene Spielzeit von 240 Stunden, die sich auf jeweils 80 Stunden pro Schwierigkeitsgrad aufteilt. Nach erfolgreichem Abschluss einer der drei Stufen wird man dank Chronos, dem Gott der Zeit, wieder an den Anfang zurückgesetzt, weil einige Mosaiksteinchen noch nicht ins Muster passen. Zur Belohnung gibt es vorher aber eines von insgesamt fünf Rendervideos zu bestaunen.

Langes Leben dank Multiplayer
Gerade durch das Battle.net konnte »Diablo 2« seine Fans über einen solch langen Zeitraum faszinieren. Die Cyanide Studios versuchen mit »Loki« Ähnliches und stellen ihr GameCenter (in welchem sich bisher ausschließlich Radsport-Fans tummeln) zum kostenlosen Online-Spielen zur Verfügung. Offline- und Online-Charaktere werden dabei kategorisch getrennt, um möglichen Cheatern das Handwerk zu legen. Die Singleplayer-Charaktere können allerdings über einen LAN-Modus und auch über einen getrennten Multiplayer-Modus mit Ihresgleichen zusammenspielen.

Damit dabei keine Langeweile aufkommt, stehen neben dem bewährten Koop-Modus auch ein PvP-Modus und ein Challenge-Modus, in dem bestimmte Aufgaben übernommen werden müssen, mit jeweils bis zu acht Mitspielern zur Verfügung. Separate Chats und haufenweise Statistiken runden das Angebot ab, so dass eigentlich kaum Wünsche offen bleiben.

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Gerade noch beim Karnevals-Umzug, jetzt schon auf unserer Showbühne.
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Lediglich Fans des Hardcore-Modus, bei dem jeder Held nur ein Leben hat, und Playerkiller, die gerne einmal in Online-Partien vorbeischauen und sich gegen die eigentlich verbündeten Mitspieler stellen wollen, kommen in »Loki - Im Bannkreis der Götter« nicht auf ihre Kosten. Beide Features sind zumindest zum Release nicht integriert. Crimson Cow schließt allerdings nicht aus, diese bei einem späteren Update nachzuliefern.

Technik vom Feinsten
Was die technische Seite angeht, weiß »Loki« zu überzeugen. Dank Pixel Shader 3.0 gibt es beeindruckende Wettereffekte, eine detaillierte Landschaft, sowie stimmige Tag- und Nacht-Wechsel zu bewundern. Zudem ist die Kamera frei dreh- und zoombar. Was sich bei anderen Spielen teilweise als nervig und unübersichtlich erweist, scheint in »Loki« überaus gut gelungen zu sein.

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Grafisch weiß Loki vollends zu überzeugen.
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Ein dickes Lob gibt es auch für den Sound. Neben einem gelungenen Soundtrack wurde das komplette Spiel mit einer Sprachausgabe versehen, bei der Ihr euch auf so bekannte Synchronsprecher wie die deutschen Stimmen von Liv Tyler, Angelina Jolie, Laurence Fishburne und Gary Oldman freuen könnt.

Einen kleinen Wermutstropfen gibt es allerdings schon, soll doch auch bei der deutschen Verkaufsversion die in der Community eher unbeliebte Kopierschutz-Software Starforce eingesetzt werden. Wir sind allerdings recht zuversichtlich, dass es dadurch nicht zu technischen Problemen kommen wird.