Das Böse ist allgegenwärtig. Die Schwiegermutter, die immer zum falschen Zeitpunkt zu Besuch kommt etwa. Oder der Vorgesetzte, der permanent Druck aufbaut. Nur zwei von vielen Beispielen aus dem echten Leben, mit denen wohl jeder etwas anfangen kann.

Viel schlimmer hat es den Helden in "Loki: Im Bannkreis der Götter erwischt". Dieser muss sich nicht etwa mit aufmüpfigen Schwiegermamas oder nervigen Chefs herumärgern. Vielmehr steht für ihn das Schicksal der Welt auf dem Spiel. Der ägyptische Gott Seth wurde wiedererweckt und will sowohl Menschen wie auch seine Götterkollegen ein für allemal vernichten. Dabei macht er vor nichts halt, reist munter durch die Zeitalter und zeigt kein Erbarmen. Da ist jemand richtig stinkig!

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Dem Spieler gebührt nun wie so oft die Aufgabe, den finsteren Seth zu stoppen. Um das zu bewerkstelligen, reist auch er im Laufe des Abenteuers durch gleich vier mythologische Reiche. Immer auf der Jagd nach dem abtrünnigen Allvater.

Loki - Im Bannkreis der Götter - Da brat mir einer nen Storch! Auch Loki scheitert am großen Vorbild Diablo!

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Vorsicht, heiß! Der Phoenix setzt uns ordentlich zu.
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Zu Beginn habt ihr die Wahl aus vier Charakterklassen: nordischer Barbar, aztekische Schamanin, ägyptischer Kampfmagier und griechische Amazone. Das Besondere von "Loki" im Vergleich zu den Hack & Slay-Kollegen ist der Startpunkt, der sich je nach gewähltem Helden-Konterfei völlig anders gestaltet. Während der tumbe Barbar beispielsweise im eisigen Norden loslegt, verschlägt es den Magier ins heiße Ägypten. Im Laufe der Story muss jede Charakterklasse aber auch den Szenarien der Kollegen einen Besuch abstatten. Ihr bekommt also in jedem Fall sämtliche Looks der Spielwelt zu Gesicht.

Das magische Quartett
So sehr sich die Startwelten der vier Heroen unterscheiden, so unterschiedlich spielen sie sich auch. In bester Conan-Manier kloppt der schwer gepanzerte Barbar im Nahkampf mit Breitschwert, Knüppel und Lanze auf seine Gegner ein. Der Kampfmagier konzentriert sich hingegen vor allem auf subtilere Attacken aus der Ferne, heizt etwa mit Feuerbällen oder Meteoritenschauern ordentlich ein.

Packshot zu Loki - Im Bannkreis der GötterLoki - Im Bannkreis der GötterErschienen für PC kaufen: Jetzt kaufen:

Auch die kesse Amazone macht sich ihre Finger nicht schmutzig und vertraut auf Bogen und Wurfwaffen. Hinterhältig wie die Frauen nun mal sind, stellt sie außerdem fiese Fallen auf und lockt Widersacher so in ihr Unglück. Die Schamanin wickelt Tiere um ihre sexy Finger und lässt diese für sich kämpfen. Währenddessen unterstützt sie die Kreaturen mit Zaubersprüchen oder Nahkampfangriffen.

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So haben wir uns die Karibik-Kreuzfahrt nicht vorgestellt: Unser Barbar im Kampf mit einem wild gewordenen Piraten-Anführer.
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Ihr seht, große Überraschungen bei den Charakterklassen bleiben aus. Die klassische Nah-, Fernkampf- und Unterstützungs-Verteilung findet sich auch in "Loki" wieder. Etwas interessanter wird das Ganze durch gleich drei unterschiedliche Skillbäume pro Held, die auf der Huldigung von Göttern fußen. Die Amazone etwa vertraut auf die Fähigkeiten von Ares, Artemis und Athene. Ares spendiert vor allem Elementarwiderstände und coole Fallen, während Artemis sie zur formidablen Schwertkämpferin macht. Beachten solltet ihr aber, dass ihr immer nur einem Gott gleichzeitig dienen dürft. Je nach Favorisierung sammelt ihr durch das Schlachten von Monstern und die Erfüllung von Quests auch nur im gewählten Skillbaum Punkte. Immerhin darf die Gottheit an jedem Dorftempel wieder gewechselt werden.

Ebenso könnt ihr gegen einen Gold-Obulus unglücklich verteilte Fähigkeitenpunkte zurück kaufen und neu verteilen. So ergibt sich eine Vielzahl unterschiedlicher Spielweisen. Will ich ein Meister der Fallen werden oder Monster doch lieber mit legendären Bogenfähigkeiten ausschalten? Insgesamt 120 Zaubersprüche und Talente, aufgeteilt in zwölf Skillbäume, sollten jedenfalls mehr als genug Raum für Experimente lassen.

Sieht ja alles gleich aus hier!
Langweilige Quests, eines der größten Probleme ziemlicher aller Action-Rollenspiele, machen auch vor "Loki" nicht halt. Größtenteils beschränken sich die Aufgaben darauf, Gegenstand X zu Person Y zu bringen oder bestimmte Obermotze aus den Latschen zu hauen. Ausnahmen bestätigen diese Regel nur selten. Dann müssen Endgegner etwa erst weich geprügelt und daraufhin in Fallen gelockt werden. Der Großteil der Motivation ergibt sich auch bei "Loki" deshalb umso mehr aus der Spielmechanik, weniger aus der leidlich spannenden Story.

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So hübsch sind nur die wenigsten Gebiete gestaltet. Meist herrscht traute Einöde vor.
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Die bewährte "Tausend Monster in der Stunde"-Metzeltechnik ist den Entwicklern dafür äußerst gut gelungen. Dutzende unterschiedlicher Widersacher halten die Abwechslung hoch. Von traditionellen Wildschweinen über giftige Riesenspinnen, Würgeschlangen und Skorpione bis hin zu Hydren und Gorgonen reicht die schick animierte Auswahl der Kreaturen, die euch schnellstmöglich tot sehen wollen. Die Schauplätze sind leider nicht annähernd so mannigfaltig ausgefallen. Sämtliche Levels haben quadratische Grundstrukturen, die per Zufallsprinzip generiert werden. Das fördert die Monotonie und führt dazu, dass sich die Karten innerhalb eines Grafiksets oft verblüffend ähnlich sehen.

Selbst Stimmungselemente wie Lagerplätze oder auffallende Gesteinsformationen werden fast inflationär platziert. Das Zufallsprinzip ist daher ein Schuss ins eigene Knie für "Loki". Vorgezeichnete Welten hätten den Wiederspielwert zwar eingeschränkt, aber die Atmosphäre deutlich erhöht. "Titan Quest" zeigt, wie' s funktioniert!

Tradition und Innovation sagen sich "Hallo"
Im Großen und Ganzen ist "Loki" ein höchst traditioneller Vertreter des Hack & Slay-Fachs. Einige wirklich gewitzte Iden haben die Entwickler dann aber doch implementiert. Das Inventarsystem zum Beispiel. "Nanu, ist das nicht ein weitgehend genormter Hygienefaktor eines Action-Rollenspiels?", dürften Einige unter euch sich nun fragen. Nun ja, bisher war dem ganz sicher so. Doch der Newcomer traut sich was und stellt alles bisher Dagewesene auf den Kopf.

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Kein Regen weit und breit und doch vom Blitz erschlagen. Des Einen Freud, des andern Leid!
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So gibt es den typischen, aus "Diablo" bekannten Rucksack samt Darstellung aller gesammelten Gegenstände nicht mehr. Stattdessen erinnert das Inventar in "Loki" an eine Excel-Tabelle. In kategorienbasierter Textform wird die Ausrüstung fein säuberlich aufgelistet. Erst wenn ihr mit der Maus über die Items scrollt, wird das Teil in einem Extrafenster grafisch dargestellt. Auf den ersten Blick wirkt die Methode ungewohnt und schlicht hässlich. Mit voranschreitender Spieldauer und üppig gefülltem Inventar lernt ihr die Vorzüge aber zu schätzen.

Nicht minder cool ist die Möglichkeit, Waffen in Einzelteile zu zerlegen und neu zusammen zu setzen. Ein Schwert etwa besteht bekanntermaßen aus Klinge und Griff. Trennt ihr diese nun voneinander, könnt ihr zum Beispiel die Klinge eures bisherigen Lieblings-Schneidewerkzeugs mit einem noch mächtigeren Griff kombinieren. Alternativ schmelzt ihr das Schwert komplett ein. Dadurch gewinnt ihr Rohstoffe, die ihr wiederum zum Verstärken anderer Waffen nutzen dürft. Und als wäre das noch nicht genug, findet ihr stetig neue Runen, die Äxten, Hämmern usw. Elementarschäden hinzufügen. Sehr komplex, sehr spaßig!

Sowohl hui als auch pfui
Technisch fährt "LOKI" einige schwere Geschütze auf, leistet sich zugleich aber peinliche Patzer. Grafisch rangiert der Titel im Großen und Ganzen weit vorne auf der Action-Rollenspiel-Skala. Extrem detaillierte und geschmeidig animierte Charaktere verwöhnen das Auge, die Zauber lassen einen Effektregen auf den Bildschirm prasseln. Wären die monotonen Levels nicht, das Spiel würde zusammen mit "Titan Quest" den Grafik-Thron dominieren. So aber muss "LOKI" seinem altgriechischen Konkurrenten den Vorzug lassen.

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Von wegen Schoßhündchen: Der wild gewordene Fenris will uns an die Wäsche.
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Nervig auch die Ungereimtheiten in der Wegfindung und KI. Sowohl euer Held als auch die Gegner bleiben regelmäßig an Ecken und Kanten hängen. Der Spielfluss wird dadurch merklich gestört. Dass sich die Intelligenz der Monster auf dem Niveau einer Kellerassel bewegt, fällt in Anbetracht der gewünschten Metzelorgien glücklicherweise nicht ganz so schwer ins Gewicht.