Loco Roco (PSP Review)
von Jörg Pitschmann

Der Name des Spiels klingt wie ein hochprozentiger mexikanischer Drink: »LocoRoco!«. Doch nichts wäre falscher, als Sonys neue PSP-Perle in irgendeine Relation zu geistigen Getränken mittelamerikanischer Herkunft zu setzen.

Denn mit »LocoRoco!« haben die fleißigen Entwickler aus dem Land der aufgehenden Sonne einen Exklusivtitel am Start, der die spezifischen Eigenschaften von Sonys kleinem Schwarzen voll zur Geltung bringt - und das mit nur zwei Tasten und quietschbunter Comicgrafik.

Was zunächst so klingt, als wäre es ein Spiel für Jungs mit zwei Armen, zwei Augen und zwei Gehirnzellen, erweist sich jedoch bei näherem Hinsehen als echter Hingucker, der definitiv mehr Gehirnschmalz erfordert, als der typische Fußball-Fan aufzubieten hat [Anm. des Chefredakteurs: Bist ja bloß neidisch, weil Deine Lieblingstruppe bereits in der Vorrunde aus der WM gekegelt wurde. Außerdem hinkt der Vergleich und gehört hier nicht her]. Unser Test zeigt Euch, warum das so ist.

Weltenbummler
Die Hintergrundgeschichte zum Spiel ist ebenso verrückt wie putzig. Die namensgebenden LocoRocos, Grinsekugeln mit einem Stil am Kopfende, lebten einst friedlich auf einem gemütlichen Planeten und verbrachten ihre Zeit damit, gute Laune zu haben. Irgendwann kamen dann unfreundliche, grimmige Wesen aus dem All auf die Idee, die LocoRocos zu unterjochen.

Loco Roco - Kein mexikanischer Drink! Das schräge Game aus dem Land der aufgehenden Sonne...

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Den Unsympathen, genannt Mojas, konnten die friedfertigen Bewohner des Planeten nichts entgegensetzen, und so nahm das Unglück seinen Lauf. Doch zum Glück gibt es ja den heroischen Spieler, dessen Aufgabe es ist, die süßen Bewohner vor dem sicheren Verderben zu retten. Also gilt es, möglichst viele Grinsekugeln vor dem Zugriff der Mojas zu bewahren und gleichzeitig mehr und mehr die Kontrolle über den Planeten zu übernehmen. Das war's auch schon mit der sparsamen Story. Würde es sich bei »LocoRoco!« um ein Adventure handeln, wäre die hauchdünne Geschichte fraglos ein wenig dürftig.

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Doch da es sich um eine Mischung aus Equilibristik, Geschicklichkeit und Jump'n'Run handelt, spielt das Geschehen eh keine Rolle. Denn hier zählt nur, durch geschicktes Balancieren und Hüpfen zum Levelende zu gelangen und dabei Hindernissen auszuweichen, Extras einzusammeln oder Orte zu erreichen, die auf normalem Wege nicht zugänglich wären.

Der (Spiel-)Planet ist in unterschiedliche Welten aufgeteilt, von denen jede neue Herausforderungen mit sich bringt. Die Welten haben jeweils acht Levels, in denen jeweils maximal 20 LocoRocos in Sicherheit gebracht werden müssen.

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Durchgespielte Abschnitte und Welten können sind jederzeit erneut spielbar, so dass man seine Punktzahl weiter verbessern kann.

Kippschalter
Das besondere an »LocoRoco!« ist die Steuerung. Denn die kleinen Kugelracker werden ausschließlich durch Kippen der Landschaft nach links beziehungsweise rechts sowie Springen bewegt. Soll der LocoRoco nach rechts rollern, drückt man die rechte Schultertaste, so dass sich der Horizont abwärts neigt. In die Gegenrichtung geht's per linker Schultertaste. Ein knapper Druck auf beide Trigger lässt die lebende Murmel kräftig hüpfen.

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Will man also beispielsweise die Geschwindigkeit verringern, kippt man den Level kurz in die Gegenrichtung. Höherliegende Felsvorsprünge hingegen erreicht man spielend, wenn man die Gegend in Richtung des Vorsprungs neigt und kurz vor Erreichen die Sprungtasten drückt. Diese Art der Steuerung mag auf den ersten Blick ein wenig schwierig erscheinen, geht jedoch nach einer kurzen Eingewöhnungsphase schnell in Fleisch und Blut über. Hat man den Bogen raus, stellen auch knifflige Levelabschnitte kein großes Problem mehr dar und man freut sich über reichhaltige Extras. Jeden Level beginnt man mit einem einzigen, klitzekleinen LocoRoco.

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Der runde Springinsfeld ist elastisch und kann sich dem Untergrund bis zu einem gewissen Grad anpassen. An einigen Stellen im Level finden sich rote Beeren, durch deren Verzehr ein weiterer kugeliger Vertreter dazukommt. Allerdings nicht etwa als zweite Kugel, sondern der erste vergrößert sein Volumen, indem sich die beiden Kerlchen vereinen.

Somit wird der muntere Racker also im Laufe des Levels immer größer, je mehr von den Beerenfrüchten - bis maximal 20 LocoRocos in ihm vereint sind - er findet. Allerdings können sich die Kerlchen wieder in ihre ursprüngliche Anzahl aufteilen, indem man kurz die Kreistaste antippt.

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Das ist immer dann notwendig, wenn ein besonders schmaler Abschnitt erreicht wird, den die Murmeln einzeln durchqueren müssen. Am Ende eines Engpasses bringt man die Burschen durch längeren Druck auf die Kreistaste dazu, sich wieder zu einem einzigen zu vereinen.

Geheimnischen sind meist knifflig zu erreichen und werden oft erst per Zufall entdeckt. So passiert es häufig, dass man beim Hüpfen durch einen Gang mit seinem LocoRoco gegen die Decke dotzt und sich an der Stelle dann Risse bilden. Trifft man die gleiche Stelle zwei weitere Male, bricht sie auf und gibt einen dahinterliegenden Hohlraum frei.

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Natürlich besteht die Aufgabe im Spiel nicht ausschließlich darin, die Elasto-Murmel zügig von A nach B zu rollen. Denn wie es sich für ein echtes Jump'n'Run gehört, gibt es natürlich einiges zu entdecken beziehungsweise zu vermeiden. So trifft man immer wieder auf einige der finsteren Mojas, die bei Berührung jeweils einen der armen LocoRocos aus der Kugel herausrupfen und verspeisen. Das ist nicht nett und führt bei wiederholten Attacken schnell zu einem verfrühten Game Over des Abschnitts. Empfehlenswert ist es, die miesen Biester bei Sichtung frontal anzuspringen. Dann stürzen sie nämlich ab und segnen das virtuelle Zeitliche.

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Auch fies: kleine, schwarze Kletten, die bei Berührung weh tun und kleine Stücke aus dem LocoRoco reissen. Kommen die Teile in Sichtweite, sollte man sie tunlichst überspringen. Doch man trifft nicht nur auf unhöfliche oder gemeine Zeitgenossen. So gibt es etwa kleine Insekten, die Boni freischalten oder die Pickories, eine Art fliegende Währung. Sie werden dazu benötigt, im Hauptmenü kleine Minispielchen freizuschalten und sind haufenweise in den Levels verstreut. Die Chuppas, vogelähnliche Wesen mit einem Rüsselmaul, sind auch sehr nützliche Zeitgenossen. Sie saugen den LocoRoco an und pusten ihn dann auf Tastendruck in weiter entlegene Abschnitte.

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Außerdem trifft man auf die putzeligen Muimui, freundliche, blaue Wesen mit einem senkrechten Haarbüschel, von denen bis zu fünf in einem Abschnitt versteckt sind. Jeder aufgespürte Muimui schaltet einen Baustein für das Loco-Haus frei, das über das Hauptmenü erreichbar ist.

Häuslebaue
Das Loco-Haus ist eine virtuelles Wohnzimmer, das man mit Bausteinen erschaffen kann und in das danach die LocoRoco einziehen. Je nachdem, wie gut man seine Hobby-Architekturkünste eingesetzt hat, werden sich die kleinen Racker mehr oder weniger wohlfühlen.

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Hat man einen besonders schönen Bauplan erstellt, kann man ihn über den Ad-Hoc-Modus der PSP an Freunde weitergeben und mächtig angeben. Bevor man jedoch einen auf dicke Hose machen und sich eine ordentliche Tracht Prügel bei seinen Neidern abholen kann, sollte man erstmal viele Bausteine sammeln.

Und das gestaltet sich gar nicht so einfach, denn die gibt es nur als besondere Extras in Geheimräumen oder wenn man möglichst viele der Muimui findet. Da die niedlichen Blaulinge zum Teil jedoch äußerst gut versteckt sind, muss man viele Levels mehrmals durchspielen, bis man sie alle entdeckt hat.

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Das sollte aber kein Problem sein, denn erfolgreich abgeschlossene Abschnitte können beliebig oft wiederholt werden, wobei stets das beste Ergebnis gespeichert bleibt. Versagt man also bei erneutem Durchzocken und erzielt ein schlechteres Resultat als beim ersten Mal - einfach weiter versuchen.

Neben dem digitalen Hausbau, der mit seinem Knuddelcharme ein wenig an Sims für Durchgeknallte erinnert, gibt es auch einen Leveleditor, mit dem man seine eigenen Welten bauen und diese dann ebenfalls an seine Freunde verteilen kann.

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Das war's dann auch schon mit dem Multiplayer-Part, denn bis auf den Austausch von Häusern und Levels Marke Eigenbau gibt es keine echte Mehrspielerfunktion. Das ist schade, denn sicherlich hätte ein fröhliches Um-die-Wette-und-Gegeneinander-Kippen für heitere Episoden und gemeinsamen Spaß mit Freunden vor der Taschenkonsole gesorgt. Aber gut, Geschenke machen ist ja auch was feines, und die besten Freunde mit selbst komponierten Levels zu überraschen, hat viel schönes und zeugt von zwischenmenschlicher Wärme. Voraussetzung ist allerdings, dass man überhaupt noch genug Freunde hat, die man mit Eigenkreationen beschenken kann.

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Denn der Sound dürfte in den Ohren mancher Zocker in den Bereich der Grenzerfahrung fallen. Wer ein Faible für japanische Schräglagen-Musikkompositionen hat und die akustische Untermalung bei Titeln wie »We love Katamari« für oscarverdächtig hält, der wird die Musik in Sonys neuestem PSP-Geniestreich lieben.

Wem sich allerdings bei dem Gedanken an fernöstlichen Miezenpop und Kompositionen, die irgendwo zwischen Sake und Shintoschrein angesiedelt sind, die Fußnägel aufrollen, der sei an dieser Stelle vorgewarnt.

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Denn die Musik lässt sich nicht abschalten. Da hilft nur, das Spiel in einen Stummfilm zu verwandeln. Aber wer will das schon? Wir hatten jedenfalls trotzdem eine Menge Spaß, denn wir fanden die Mischung gelungen. Außerdem passt sie hervorragend zur Stimmung des Spiels. Und das ist schließlich entscheidend.

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Wer auf der Suche nach neuem, innovativen Futter für seine Lieblings-Taschenkonsole ist, der sollte dem Spiel auf alle Fälle eine Chance geben. Die LocoRocos sind einfach viel zu süß, als dass man sie wegen unterlassener Hilfeleistung untergehen lassen sollte.

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Denn die Musik lässt sich nicht abschalten. Da hilft nur, das Spiel in einen Stummfilm zu verwandeln. Aber wer will das schon? Wir hatten jedenfalls trotzdem eine Menge Spaß, denn wir fanden die Mischung gelungen. Außerdem passt sie hervorragend zur Stimmung des Spiels. Und das ist schließlich entscheidend.

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Wer auf der Suche nach neuem, innovativen Futter für seine Lieblings-Taschenkonsole ist, der sollte dem Spiel auf alle Fälle eine Chance geben. Die LocoRocos sind einfach viel zu süß, als dass man sie wegen unterlassener Hilfeleistung untergehen lassen sollte.