Stress – welch’ hässliches Wort. Viel schöner klingt da schon „Herausforderung“. Was der Personalchef gerne euphemistisch umschreibt, gehört seit jeher zu den Grundpfeilern der Games: Nur unter extrem erhöhtem Stress wurden Highscores in „Defender“ gebrochen und können sich E-Sportler auf den oberen Ranglisten behaupten.

Stress ist auch der Hauptmotor hinter „Lock’s Quest – Hüter der Welt“, einem Mash-Up irgendwo zwischen RTS und klassischer Taktik, zwischen Action-RPG und Tower Defense.

Lassen wir direkt die an sich ganz nette Story beiseite und kommen ohne Umschweife zum Wesentlichen: Horden an Gegnern greifen an. Der einzige Retter in Reichweite: Ein junger Held namens Lock, ein Meister im Errichten von solidem Mauerwerk.

Locks Quest: Hüter der Welt - Stress lass nach! Toller Genre-Mix für den DS

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Lock kann nicht nur bauen, sondern auch angreifen.
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Er zieht eine Festung hoch, bestückt sie mit Kanonen, repariert entstandene Schäden und kann Feinden zudem noch persönlich mit seinem übergroßen Schraubenschlüssel eins überbraten – welch ein Multitalent! Seine Profession nennt sich in der Welt von „Lock’s Quest“ Archineur. Er ist immer und überall.

Das anspruchsvolle Stategie-Game besteht aus zwei Phasen: In der ersten wird geplant und gebaut, in der zweiten rollen die Angriffswellen und die eigene Konstruktion wird auf ihre Wehrhaftigkeit geprüft. Stets läuft ein Countdown und gibt jeder Phase einen ordentlichen Schwung Andrenalin mit auf dem Weg. Vor allem beim Zusammenstellen der Festungsteile kann das zu sehr haarigen Situationen führen.

Der Archineur hat’s schwör

Gerade eben hat man nämlich noch mehr oder weniger präzise sein Geschütz platziert und will noch mit einem Mauerteil die klaffende Lücke in der Verteidigung schließen, ist auch schon die Zeit um, die Angreifer stürmen auf das offenkundig unfertige Gebäude ein. Viel ist da nicht mehr zu machen. Nun gilt es wenigstens, das Beste aus dem jungen Lock herauszuholen.

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Solche Lücken sollte man vor dem Angriff schließen.
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In der Angriffsphase kann man sich zwischen Angreifen und Reparieren entscheiden. Das Attackieren der Gegner ist denkbar simpel: Einfach auf den gewünschten Schergen klicken, und Lock beginnt mit seinem Schraubenschlüssel, auf ihn einzuhämmern. Einen etwas effektiveren Angriff kann man landen, wenn eine Zahlenkombination in die richtige Reihenfolge gebracht wurde.

Erlegte Invasoren hinterlassen die so wichtige Währung, mit der wiederum in der Bauphase neue Teile für die Festung gekauft werden können. Doch die direkte Konfrontation ist nicht immer die beste Idee. Oft ist auch das fixe Reparieren der Mauern und Geschütze von Nöten, schnell brennt es an jeder Ecke und Lock ist im ständigen Einsatz, um zu verhindern, dass das Gebäude in sich zusammenstürzt.

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Jeder sollte so ein schönes Geschütz haben.
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Leider erschwert die ziemlich schwammige Steuerung zudem die Arbeit in und an dem selbstgebauten Bunker: Man tippt auf eine Stelle, zu der Lock schnellstmöglich Sprinten soll, und der gute Archineur läuft kopflos durch die Gegend, während eine Mauer nach der nächsten einstürzt. Auch das Platzieren der Gebäudeteile in der Bauphase ist eine Geduldsprobe. Schnell herrscht ein heilloses Durcheinander, weil sich ein Gebäudeteil nicht richtig drehen läßt oder man durch die automatische Markierung das Falsche angeklickt hat. Da zudem die Uhr tickt, ist die unpräzise Steuerung ein echtes Ärgernis.

Auch hätte es ruhig ein wenig mehr Abwechslung geben können. Die Missionen laufen immer nach dem gleichen Prinzip ab, lediglich neue Gegnertypen und neue Gebäudeteile sorgen für etwas Variation. Dennoch: Ist man erst einmal mit seinem Archineur unterwegs, vergehen schnell ein paar Stunden. „Lock’s Quest“ ist ein typischer Noch-eine-Runde-dann-hör-ich-auf-Kandidat.