"Zurück in die Zukunft" - so könnte wohl das Motto für Sonys neuestes Softwarebaby lauten. Denn mit "Little Big Planet" hat der umtriebige Konsolenhersteller tatsächlich ein altmodisches Hüpfspiel an den Start gebracht, bei dem man auf den ersten Blick seine Figur tatsächlich nur von links nach rechts über diverse Hindernisse hinweg zum Ausgang bewegt. Doch das ist natürlich bei weitem nicht alles, denn das Spiel kann weitaus mehr - und hat damit das Zeug, ein echter Pflichttitel für die PS 3 zu werden.
"Little Big Planet" ist ein echtes Jump-'n'-Run. Mit Sprungschanzen, Abgründen, vielen Gefahren und jeder Menge Zielwasser gewürzt. Doch daneben gibt es noch eine zweite Ebene. Denn es ist auch ein Werkzeug, mit dessen Hilfe man seiner Phantasie wahre Meisterleistungen entlocken kann. "Little Big Planet" fordert den Spieler auf, seine eigene (Spiel-)Welt zu kreieren. Und das ist durchaus wörtlich zu nehmen.
Mit seinem neuen Outfit kam Mark Medlock noch viel besser bei seinem jungen Publikum an.Denn je länger man sich mit dem Programm beschäftigt, desto stärker gerät man in den Bann seiner Möglichkeiten. Interessanterweise steht dabei zunehmend nicht das Spielgeschehen als solches im Mittelpunkt, sondern je mehr Zubehörteile zur Verfügung stehen, desto spannender und vielschichtiger wird der zweite große Bestandteil, der Editor. Mit dessen Hilfe können nicht nur bereits vorhandene Abschnitte nach eigenem Gutdünken umgemodelt werden, sondern er ermöglicht auch die Erstellung komplett eigener Levels - buchstäblich aus dem Nichts.
Doch kommen wir zunächst zum Storymodus. Im Mittelpunkt steht die Sackboy genannte Spielfigur. Der lustige, kleine Kerl mit den schwarzen Knopfaugen kommt anfangs ganz in Jute gehüllt daher. Der sportliche Sack kann nicht nur rennen, springen und klettern, sondern auch tanzen und greifen. Außerdem kann er mit zahlreichen Elementen in den Abschnitten interagieren. Die ersten der insgesamt 50 Levels umfassenden Story fungieren dabei als Tutorial.
Drahtseilakt um die Macht schief gegangen: Andrea Ypsilanti (mi.) fällt ins Bodenlose.Sie stellen den Spieler nicht wirklich vor Herausforderungen, sondern sollen ihn mit den Eigenheiten der Steuerung vertraut machen. Unterstützend gibt es an diversen Stellen Videotutorials, die man sich beliebig oft anschauen kann. Sehr lobenswert: die professionell eingesprochenenTexte sind gut formuliert und witzig, so dass das Zuhören Spaß macht. Hat man die ersten Levels erfolgreich absolviert, steigt der Schwierigkeitsgrad merklich an.
Hüpfspiele mit Sackgesichtern, Baukasten und individuelle Selbstverwirklichung in einem – Montessori hätte an diesem Konzept ihre wahre Freude!FazitIn den dreidimensional begehbaren Abschnitten darf Freund Sackgesicht neben den üblichen Aktionen wie Springen und Rennen auch anderweitig sein beziehungsweise des Spielers Geschick unter Beweis stellen. Zwar trifft man auch weiterhin auf einfache Hindernisse wie Mauern oder Abgründe, die man mit beherzten Sprüngen oder gut getimten Kletteraktionen mühelos überwindet, doch es kommen auch komplexere Konstruktionen zum Einsatz.
Kampf gegen den Terror: amerikanische Fallschirmspringer schauen in einem feindlichen Ausbildungslager vorbei.So müssen beispielsweise Schalter umgelegt werden, die komplizierte Flaschenzüge in Bewegung setzen. Die setzen dann wiederum einen Mechanismus in Gang, der ein sorgfältig austariertes Gebilde zum Einsturz bringt, das zuvor den Weg blockiert hatte. In späteren Levels hantiert man sogar mit Sprengstoffen, um Teile des Bildschirms leer zu fegen und voranzukommen. Und natürlich lauern auch zahlreiche Gefahren auf die sympathische Sacknase.
In zahlreichen Abschnitten wimmelt es von Geistern, Untoten oder Krokodilen, die dem Stoffgesicht nach dem virtuellen Leben trachten. Hat man eines ausgehaucht, materialisiert Sackboy am letzten absolvierten Speicherpunkt des Levels. Hat man alle Leben aufgebraucht, hilft kein Jammern und Wehklagen mehr. Dann heißt es Zähne zusammenbeißen und den Level von vorn beginnen.
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Wäre ich nochmal acht Jahre alt, dann würde mich das sicher begeistern. 70 Euro sind doch sehr viel für ein Vorschul-Programm.
Grüsse
Allein was an PC spielen am ende des jahres so abgeht treibt mir (und meinem gelbeutel) die tränen in die augen
angriff der sackgesichter.. XD