Als wäre die Wii als solche nicht schon interessant genug, überschwemmt uns Nintendo in den folgenden Monaten mit Zusatzhardware, die ihre Attraktivität zusätzlich noch einmal steigern. Von Wii Fitness über die angekündigten „Mario Kart“-Lenkräder bis hin zu dem witzigen Utensil, mit dem wir uns im folgenden Test befassen. Wer schon immer Spaß daran hatte, bei den Zelda-Spielen mit der Armbrust um sich zu schießen, sollte diesen Test nicht verpassen!

Feintuning für Scharfschützen

Wer Link’s Crossbow Training zum günstigen Straßenpreis von rund 30 Euro erwirbt, erhält einen recht großen Karton, in dem sich neben dem eigentlichen Spiel ein weißes Plastikgestell befindet. Die beigelegte Bastelanleitung verrät, wie aus dem weißen Teil in Kombination mit Nunchuk und Wiimote eine Armbrust wird – McGyver lässt grüßen. Nach wenigen Handgriffen verschmelzen beide Controller dank dem neuen Crossbowrahmen zu einer Einheit, die ihr mit beiden Händen festhalten könnt.

Link's Crossbow Training - Enttäuschender Einstand für den Wii Zapper: Links neuester Einsatz schießt am Ziel vorbei.

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Bei den Zielscheiben solltet ihr möglichst genau schießen.
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Nun seid ihr bereit für das beigelegte Spiel, das die Vorzüge des neu assemblierten Controllers verdeutlichen soll. Damit echtes Lightgunfeeling aufkommt, lässt sich das Fadenkreuz in den Optionen auf die Bewegung des Controllers ausrichten. Wer Höhe und Bewegungsgeschwindigkeit richtig justiert hat, kann nachfolgend recht intuitiv auf den Bildschirm zielen. Diese Kalibrierung solltet ihr für ein uneingeschränktes Spielvergnügen unbedingt durchführen.

Packshot zu Link's Crossbow TrainingLink's Crossbow TrainingErschienen für Wii kaufen: Jetzt kaufen:

Das eigentliche Spiel besteht aus verschiedenen Levels, die ihr nach und nach freispielt und die jeweils aus drei verschiedenen Stufen bestehen. Die Aufgabenstellung ist dabei recht unterschiedlich, in jedem Fall jedoch auf beherzten Einsatz des neuen Schusscontrollers ausgelegt. In jedem Fall steuert ihr den kleinen Link aus der Egoperspektive. Mal müsst ihr ihn manuell per Analogstick des Nunchuks durch die Areale bewegen, mal könnt ihr euch komplett auf das Schießen konzentrieren. Schwert und Schild hat Link diesmal zu Hause gelassen.

Hübsche Anleihen beim Rollenspielepos

Fans von „Zelda: Twilight Princess“, das eigentlich in keiner Wii-Spielesammlung fehlen sollte, fühlen sich direkt wie zu Hause. Alle Areale sind von Schauplätzen des beliebten Link-Abenteuers abgeleitet und bieten viele vertraute Elemente. Obwohl die Stufen der einzelnen Levels größtenteils unterschiedlich gestaltet wurden, haben sie alle gewisse Gemeinsamkeiten. So variiert das Gameplay nur unwesentlich, da ihr immer irgendwelche Ziele vor Augen habt.

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Der Radar unten rechts zeigt an, wo sich Gegner befinden.
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Mal sind es einfache Zielscheiben, die möglichst mittig getroffen werden müssen, mal müsst ihr böse Spinnen, Fledermäuse oder Skelette abschießen. Wer sich einem Level widmet, in dem ihr von Skeletthorden angegriffen werdet, der muss beispielsweise darauf achten, dass die knochigen Kontrahenten die Pfeile von Link nicht mit dem Schild abwehren. Hier hilft ein gezielter Kopfschuss, der den Schilden trotzt.

Gelegentlich habt ihr es auch mit einem magischen und besonders großen Skelettkrieger zu tun. Besiegt ihr ihn, verfügt eure Armbrust über ein begrenztes Dauerfeuer, bei dem ihr den Abzug einfach gedrückt haltet und ganze Horden von Skeletten ummäht. Normale Schüsse könnt ihr bei „Link’s Crossbow Training“ übrigens unbegrenzt und ohne etwaiges Nachladen ausführen. Das Verfehlen eines Ziels kostet also keine Munition sondern nur wertvolle Zeit.

Moorhühner lassen grüßen!

Einige der Levels erinnern sogar an die klassische Moorhuhnjagd, da ihr horizontale fliegende Viecher vom Himmel holen müsst. Wie bei dem banalen PC-Klassiker gibt es auch bei „Link’s Crossbow Training“ häufig Objekte wie Vogelscheuchen oder Tonkrüge am Bildschirmrand, die zwar kein Primärziel darstellen, euch jedoch mit Punkteboni belohnen, sobald ihr sie zerschießt.

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Erlegt zuerst den grünen Bösewicht, dann sind die anderen per Dauerfeuer kein Problem.
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Zusätzlich gibt es Ziele, die ihr nicht treffen solltet, da sie sonst Strafpunkte einbringen. Ein Zeitlimit sorgt dafür, dass ihr recht flott agieren müsst, wobei intuitives Zielen dank vorheriger Kalibrierung des Fadenkreuzes die Aufgabe stark erleichtert. Habt ihr eine Stufe abgeschlossen, seht ihr die Gesamtpunktzahl und einen kleinen Pfeil, der signalisiert, ob ihr euren Highscore verbessert habt oder nicht.

Alle drei Stufen eines Levels werden nacheinander gespielt, wobei es eine Gesamtpunktzahl zu erreichen gilt, die euch verschiedene Medaillen einbringt. Von Bronze über Silber bis Gold erwarten euch unterschiedliche Anerkennungen, die zudem neue Levels freischalten. Wer mag spielt den kurzweiligen Titel zudem gegen Freunde und ermittelt somit den geschicktesten Schützen.

Rein technisch liefert Nintendo mit diesem Titel eine äußerst solide Leistung ab, da die meisten Levels zwar unspektakulär, aber grafisch durchaus annehmbar gestaltet wurden. Daran haben die schönen und wieder verwendeten Grafiksets von „Twilight Princess“ natürlich auch einen großen Anteil. Sound und Musik bleiben das ganze Spiel über unauffällig, was jedoch nicht unbedingt negativ ist. Für ein unterhaltsames Schusstraining ist die Präsentation auf jeden Fall ausreichend.

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Links Armbrust hat sogar einen Automatikmodus.
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Als äußerst fair empfanden wir auch den Anschaffungspreis des Spiels. Obwohl die „Zusatzhardware“ nichts weiter als eine Plastikhalterung für Wiimote und Nunchuk ist und das Spiel eher als Techdemo für die Möglichkeiten der neuen Steuerungsfusion fungiert, wird für den Preis genug geboten. Leider konnte uns die neu geschaffene Bedienungseinheit nicht wirklich überzeugen. Wer den Titel auf konventionelle Weise mit Nunchuk und Wiimote in je einer Hand spielt, wird nahezu genau so gut unterhalten. Da dies eher ein grundsätzliches Problem ist, werden wohl auch zukünftige Spiele wenig daran ändern können.