Nachdem mich die erste Episode von Life is Strange: Before the Storm trotz großer Bedenken überzeugen konnte, fällt man bei der zweiten Episode auf den nüchternen Boden der Tatsachen zurück: Hier handelt es sich um ein Spiel, das eben nicht von Dontnod selbst stammt.

Lasst euch vom Launch-Trailer in die zweite Episode des melancholischen Adventures entführen:

Life is Strange: Before the Storm - Episode 2 - Launch Trailer3 weitere Videos

[Anmerkung der Redaktion: In diesem Test gehen wir nicht auf die technischen Details des Spiels (Grafik, Steuerung etc.) ein, da sich diese im Vergleich zur ersten Episode nicht verändert haben. Für einen ausführlichen Überblick empfehlen wir daher allen Lesern, die sich noch nicht mit dem Spiel beschäftigt haben den Test zu Life is Strange: Before the Storm Episode 1 auf Gamona.de]

Life is Strange: Before the Storm Episode 2 - More of the Same

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Keine großen Überraschungen; dafür mehr von dem, was wir in Life Is Strange lieben
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In der zweiten Episode vertiefen Rachel Amber und Chloe ihre Beziehung, während es für Chloe zuhause hingegen immer ungemütlicher wird. Spoilern will ich natürlich nichts, allerdings solltet ihr euch darauf gefasst machen, dass die großen Überraschungen, die so typisch für Life is Strange sind, diesmal ausbleiben. Episode 2 baut die Charaktere auf, ein Knall ist aber nicht zu hören. Schade.

Etwas unkreativ sind auch die Gameplay-Dopplungen im Vergleich zur ersten Episode. Dialoge finden teilweise in den gleichen Gebieten mit denselben Charakteren statt, die Antwortmöglichkeiten wirken noch einseitiger als zuvor. Zudem hatte ich beim Spielen das Gefühl, deutlich weniger Einfluss auf die Geschichte zu haben als noch in den Vorgänger-Episoden.

Abgesehen davon, dass sich manche Dialoge doppeln, sind die Kerndialoge mit Hauptcharakteren stimmig und emotional geschrieben. Der Hauch von Seifenoper bleibt diesmal größtenteils aus. Und apropos stimmig: Die Atmosphäre ist auch in der zweiten Episode wieder fantastisch. Mehrmals ist man versucht, den Controller aus der Hand zu legen um einfach die Szenerie und die Musik zu genießen.

Life is Strange: Before the Storm Episode 2 - More of the Same

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Rachel als Schauspielerin: Sie hat viele Talente
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Die Kritikpunkte werden dafür aber gerade durch Chloes und Rachels sich langsam entwickelnde Beziehung zueinander wettgemacht. Warum das Thema “Coming of Age” bis heute so wenig in Videospielen gezeigt wird, ist doch ein großer Teil der Spielerbasis noch nicht über 30 Jahre alt, will mir bis heute nicht einleuchten. Life is Strange ist und bleibt hier die perfekt passende Ausnahme zur Regel und dementsprechend eine der wenigen Optionen für Fans dieses Settings. Endlich mal keine grummeligen Männer Anfang 40 mit Alkoholproblem, einer zerrütteten Ehe und auf der Suche nach der entführten Tochter, sondern ein realistisch dargestelltes Verhältnis zwischen Teenagern. Moment, eigentlich gibt es diesen grummeligen Charakter schon, aber er ist in Form von David eben ein Antagonist und nicht Protagonist. Danke.

Auf technischer Seite konnte ich ebenfalls Besserungen vermerken: Während sowohl im Hauptspiel als auch in der ersten Episode immer wieder Lags, Tearing-Effekte und kleinere Bugs wie verschwundene Untertitel auftraten, war diesmal nichts davon zu sehen. Hier haben sich die Entwickler offenbar etwas mehr Mühe gegeben und Feintuning betrieben, was die ohnehin schon wunderschöne Atmosphäre nicht zerreißt.