Was waren das noch für Zeiten! Man saß als Kind auf dem Teppichboden in einem Meer aus Legosteinen und versuchte, die durcheinander gebrachten Modelle nach Anleitung wieder zusammen zu bauen.

Auch heute noch erfreut sich Lego reger Beliebtheit: seit geraumer Zeit sogar als digitale Version der Plastikmännchen. Inzwischen kann man mit Lego-Prinzessin Leia die Sternenkriege gewinnen oder als Batman die Fledermausflügel schwingen. Auch die Abenteuer des Dr. Henry Jones jr. sind schon legofiziert worden.

Mit „Lego Strategie“ aus dem Hause TT-Games findet ein rundum gelungenes Strategiespiel seinen Weg auf den Nintendo DS, das in Sachen Umfang kaum zu toppen sein dürfte – 90 Level werden auch den geduldigsten Klötzchenbauer eine gehörige Weile vor den Schirm fesseln – bzw. derer zwei.

Ritter, Piraten oder Eingeborene?

„Total War“- Veteranen sollten jedoch einen Bogen um die Plastikarmeen machen: Lego Strategie fordert die grauen Zellen nur geringfügig und wendet sich in erster Linie an ein jüngeres Publikum. Doch auch der Papa kann in ein paar ruhigen Momenten mit seiner Piratenarmee den blöden Skelettkriegern die Knochen durcheinander bringen oder sich in einer Mehrspieler-Partie mit menschlichen Lego-Generälen die Steine auf den Hals hetzten. Doch der Reihe nach.

LEGO Strategie - Die Klötzchen ziehen in den Krieg

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Die Videosequenzen versprühen den einzigartigen Lego-Humor.
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Nachdem ihr euch ein Profil samt knalligem Namen erstellt habt, könnt ihr euch entweder an den Story-Modus wagen, in einem freien Spiel gegen die KI antreten oder in einer Mehrspielerpartie gegen Freunde antreten. „Lego Strategie“ bietet einen erstaunlichen Umfang. Zu jedem der sechs Lego-Themen, darunter auch Klassiker wie Ritter und Piraten, wird euch eine Kampagne geboten, die aus je drei Akten besteht. Ingesamt könnt ihr euch durch 90 Levels klotzen.

Durch die Kampagnen führt ein roter Storyfaden, der die Missionen miteinander verknüpft. Die einzelnen Akte werden stets mit einem kleinen Filmchen eingeleitet, die den typischen Legowitz versprühen. Nett: Die kleinen Videos lassen sich pausieren und zurückspulen.

LEGO Strategie - Die Klötzchen ziehen in den Krieg

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Die Story führt euch durch 90 (!) Level.
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Kenner des Strategiegenres fühlen sich gleich zu Hause. „Lego Strategie“ spielt sich genau wie seine großen Brüder. Vom Basisbau samt Errichten eines Hauptquartiers, einer Kaserne und Verteidigungsanlagen, über das Sammeln von Rohstoffen, bis hin zum Ausheben einer Armee, die man dann dem Feind auf den Hals hetzt, ist alles vorhanden.

Auch auf genreetablierte Standards muss man in „Lego Strategie“ nicht verzichten: Truppen gleichen Typs könnt ihr wie gewohnt mit einem „Doppelstupser“ auswählen und auf Wunsch zu einer Gruppe zusammenfassen, Wegpunkte für Kasernen setzen und Vorratslager an einer Rohstoffquelle errichten.

Viel Lego, wenig Strategie

Die trübseligen „Baue Basis, hebe Armee aus, töte Feind“- und „Halte das Gebäude für 10 Minuten und töte dann den Feind“-Missionen werden hin und wieder durch nette Variationen aufgefrischt. Zum Beispiel müssen wir uns durch ein Labyrinth zum Ausgang kämpfen oder ein auf der Karte verstecktes Item finden.

Lego Strategie legofiziert den DS und bringt eine Menge Unterhaltung für die nächsten tausend Bus- und Bahnfahrten mit.Fazit lesen

Dennoch: Die altbackenen „Töte Feind“- Missionen überwiegen und verleiten kaum zum mehrstündigen Spielen. Die Grafik sieht in Bewegung ein bisschen besser aus, als es die Screenshots vermuten lassen, und liefert genau das ab, was man von einem DS-Spiel erwartet.

LEGO Strategie - Die Klötzchen ziehen in den Krieg

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Euer Feldzug führt euch auch ins Weltall.
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„Lego Strategie“ enthält zwar viel Lego, doch leider sehr wenig Strategie. Greift man zuerst mit Katapulten die Verteidigungsanlagen wie Türme an, hat man den strategischen Höhepunkt schon erreicht. Die zur Auswahl stehenden sechs Einheiten, sowie eine Spezialeinheit lassen auch kaum raffinierte Schachzüge zu. Und plant man dennoch mal einen Angriff von zwei Flanken, macht die Wegfindungs-KI eurem Plan den Garaus, denn die Einheiten suchen immer die direkte Verbindung zum Zielpunkt – im Weg befindliche Hindernisse hin oder her.

Auf dem Weg von einer Bildschirmhälfte zur andern bleiben schon mal ein paar Lego-Kämpfer auf der Strecke und hängen an Kanten, Bäumen oder Nischen fest und geben schnell die Suche nach einer Alternativroute auf – die Ernter aus Command & Conquer lassen grüßen.

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Auch Fantasy-Fans kommen auf ihre Kosten.
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Große Armeen und gigantische Schlachten dürft ihr ebenfalls nicht erwarten, das Einheitenlimit ist auf magere 20 beschränkt. Das mag wenig klingen, reicht aber zum Sieg vollkommen aus. Zudem kann man eh nur neun Einheiten auf einmal befehligen. Die KI greift immer auf den gleichen Routen an und stellt an sich keine Bedrohung dar, verwundert manchmal dennoch, wenn sie einen mit einem nicht enden wollendem Einheitenstrom beglückt. Trotzdem: Es gewinnt immer der, der mehr Einheiten ins Rennen wirft.