Jedi-Ritter sind schon eine besonders bedrohte Spezies Helden. Immer verfolgt, müsste man sie eigentlich unter Artenschutz stellen. Doch glücklicherweise erwehren sie sich ihrer Haut meist sehr geschickt. Zumindest prominentere Vertreter, wie Anakin Skywalker oder auch Obi-Wan Kenobi in diversen Filmen und Spielen bereits zur Genüge bewiesen haben.

LEGO Star Wars III: The Clone Wars - Gameplay-Trailer

In Lego Star Wars III: The Clone Wars, dem aktuellen Bauklötzchen-Videospiel, scheint jedoch das letzte Stündlein der Machtjünger geschlagen zu haben. Ihre Exekution in der Geonosis-Arena steht auf dem Plan.

LEGO Star Wars III: The Clone Wars - Der Klötzchenkult geht weiter

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Das Star-Wars-Ambiente wurde perfekt eingefangen.
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Kenner des Vorgängers werden sich sofort an dessen spektakuläres Ende erinnern, denn genau an diese spannende Situation knüpft Teil drei an. Ein nahtloser Übergang, der Einsteiger allerdings ein wenig vor den Kopf stoßen könnte. Hilfreiche Tutorials sucht ihr nämlich vergebens. Was im Grunde nicht schlimm ist, denn der Schwierigkeitsgrad der Lego-Abenteuer hält sich traditionell in engen Grenzen. Daher dürfte auch dieser etwas überstürzte Einstieg, bei dem sich Anakin, Obi-Wan und Gefolge durch einen Haufen übler Feinde schnetzeln, kaum jemanden überfordern.

Im späteren Spielverlauf sind jedoch andere Dinge störender: Selbst erfahrene Spieler dürften gelegentlich Probleme dabei haben zu erkennen, wo und wie es denn nun weitergehen soll. Hier hätte der eine oder andere offene Hinweis in Hinblick auf die junge Zielgruppe sicher nicht geschadet. Von solch kleinen Macken abgesehen liefert Lego Star Wars III sechs bis acht Stunden gehaltvolle Unterhaltung und ein gerüttelt Maß an Wiederspielwert. Dieser wird auch durch einen weiteren Fakt untermauert - so habt ihr nach dem ersten Durchspielen der Kampagne nur etwa 50 Prozent aller Ziele erreicht und danach noch etliche Stunden Spaß daran, weitere der über 100 Charaktere und zahlreichen Sammelobjekte freizuschalten.

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Auf Wunsch schleudert ihr eure Lichtsäbel nun auch auf die Kontrahenten... gleich passiert’s, einen Moment noch...
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Am grundlegenden Spielprinzip hat Entwickler Traveller’s Tales auf den ersten Blick kaum etwas verändert. Nach wie vor hüpft ihr in den drei Kampagnen (à sechs Missionen, zuzüglich einiger Bonusaufträge) mit wechselnden Figuren und Klassen des Star-Wars-Universums munter durch das detailreich inszenierte Sci-Fi-Szenario, das aufgrund des bunten Bauklotzdesigns richtig knuffig und liebenswert daherkommt. Mal werdet ihr als Jedi aktiv, dann wieder als Droide oder Klonkrieger.

Jede Klasse besitzt individuelle Eigenheiten, Klone setzen beispielsweise Wurfhaken, Miniguns sowie Blaster ein und können sogar weitere Einheiten kommandieren. Ganz nebenbei wird euch das bisher wohl schönste Lego-Spiel mit vortrefflichen Charakteranimationen, schicken Texturen und tollen Effekten (z. B. bei Lichtsäbelduellen) serviert. Vor allem die enorm verbesserte Ausleuchtung fällt hier insgesamt sehr positiv auf.

Hypnotische Machtkräfte

Auf eurem Feldzug gegen Bösewichte wie Count Dooku, Asajj Ventress und General Grievous (als erzählerische Vorbilder dienen hier einige Episoden der ersten Staffel der animierten Serie) eliminiert ihr massenweise feindliche Truppen, löst kleinere Rätsel oder stürzt euch in simple, aber groß inszenierte Weltraumgefechte. Ab und zu setzt ihr zur Untermauerung eurer Position auch die gefürchteten Machtkräfte ein und hypnotisiert eure Gegenspieler. Etwas, das in früheren Abenteuern ein wenig zu kurz gekommen ist und nun die spielerische Freiheit weiter erhöht.

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Für jede Menge Abwechslung ist gesorgt, die Lego-Krieger besteigen auch Raumschiffe und andere Fahrzeuge.
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Auch die Nahkampftalente der Jedi-Ritter wurden erweitert: Ab sofort neutralisiert ihr nicht nur mit geschicktem Lichtsäbelschwung imperiale Sturmtruppen und zerlegt dabei fiese Klötzchenkontrahenten buchstäblich in ihre Einzelteile. Ihr schleudert zudem die surrenden Laserwaffen auf eure Gegner oder bahnt euch mit ihnen schweißend Wege durch solide Hindernisse wie Stahltore und öffnet damit zuvor nicht zugängliche Räume - in denen oft versteckte Minikits oder andere Goodies warten. Bei all dem wuseligen Hin und Her entwickelt sich jedoch keinesfalls ein chaotisches Sammelsurium zusammenhangloser Schlachten.

Vielmehr legt „The Clone Wars“ einen hervorragenden Rhythmus an den Tag, der mit teilweise pompöser Präsentation (inklusive witziger, sehenswerter Zwischensequenzen) über die gesamte Spielzeit vortrefflich motiviert. Nur wirklich selten wird dieser Eindruck durch sich wiederholende Aufgabenstellungen getrübt. Weitaus häufiger zeigt sich das Level- und Spieldesign von seiner gelungenen, abwechslungsreichen Seite: Stürmt ihr in einem Moment einen engen Korridor entlang, steht ihr plötzlich einem Bossmonster gegenüber und steuert Sekunden später einen Kampflieger durchs All. Das vielleicht größte Problem dieser dritten Episode ist dagegen die nach wie vor problematische, häufig ärgerliche und zu starre Kameraperspektive, die eine optimale Sicht auf das Geschehen verhindert.

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Wunderschöne Klötzchenoptik. Kann sich echt sehen lassen.
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Diese Mankos machen die Entwickler jedoch durch die Integration eines Quasi-Echtzeitstrategieteils mehr als wett. Dieser bringt neuen Schwung in den bereits bekannten Spielablauf und frischt die Serie mit einem gelungenen Element auf. In diesen Bodenschlachten baut ihr Gebäude, riesige Kanonen, Fahrzeuge und Schutzschilde, züchtet (Klon-)Truppen heran und nehmt Kontrollpunkte ein - ihr stürzt euch also als Feldherr in monumentale Schlachten. Das einzige Problem stellen die arg zurückhaltenden KI-Opponenten dar, die nie versuchen, einmal verlorene Stellungen zurückzuerobern.

Das bisher wohl beste Lego-Abenteuer steht im Zeichen der Macht.Fazit lesen

Hier macht man vermutlich Zugeständnisse an die eher kindliche Zielgruppe, der komplexeres strategisches Denken nicht zugetraut wird. Schade zudem, dass kein Online-Mehrspielermodus angeboten wird, der sich gerade hier perfekt eignen würde. Dafür ist es immerhin möglich, im Kooperativmodus für zwei Spieler mit einem Kumpel gegen das fiese Imperium anzutreten.