Über 200 Superhelden und Schurken? Check! Eine verrückte Story? Check! Klasse Humor? Check! Riesiges Chaos? Check! Lego ist zurück – und mit an Bord ist eine XXL-Spielekiste voller Marvel-Charaktere. Geht die Lego-Formel auch diesmal auf?

Die Inhumans warten auf euch – in Lego Marvale Super Heroes 2 treten die Charakter der neuen Marvel-Serie auf:

Lego Marvel Super Heroes 2 - Inhumans TrailerEin weiteres Video

Es ist wieder so weit: Pünktlich zum Weihnachtsgeschäft schicken TT Games und Warner Bros. die Randale-Crew von Marvel wieder auf Tour. Im neuen Lego Marvel Super Heroes 2 erwarten euch über 200 Helden und Bösewichte. Außerdem stehen nicht die bekannten Größen der Avengers im Mittelpunkt, sondern die bisher eher jungfräulichen Protagonisten. Alles dreht sich dabei um den Bösewicht Kang der Eroberer. Dieser hat ein neues Spielzeug zum Beeinflussen der Zeit. So liegt der New Yorker Stadtteil Manhattan neuerdings neben einer mittelalterlichen Ritterburg, dem alten Ägypten samt Pyramiden und Black Panthers Heimat Wakanda. Okay, kann man mal machen! Überhaupt ist die Story oft sehr wirr, wenn auch interessant. Der ständige Wechsel zwischen den unzähligen Charakteren ist zwar cool, trägt dem roten Faden der Geschichte allerdings nur bedingt bei. Die Abwechslung zwischen den Level-Abschnitten ist dennoch großartig.

Lego Marvel Super Heroes 2 - Klötzchen statt kleckern

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Zwar dreht sich die Geschichte in Lego Marvel Super Heroes 2 nicht direkt um die Avengers, doch sie haben immer wieder ihre Auftritte, ebenso wie die Guardians of the Galaxy
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Viele Köche für zu wenig Brei

Obwohl die Story groß ist und Spaß macht, wirkt die Palette an auftretenden Helden manchmal zu groß. Beispiel gefällig? In einem kleinen Story-Abschnitt kämpft ihr zusammen mit Spider-Man, She-Hulk und Ms. Marvel gegen gleich vier Endbosse – innerhalb von zehn Minuten. Das wirkt auf Dauer etwas inflationär. Die Heldenriege kann sich dennoch sehen lassen, TT Games lässt alles an Helden von der Kette, was Rang und Namen hat: Captain America, Iron Man, Hulk, Thor, die Guardians of the Galaxy, Captain Marvel oder Doktor Strange – die Liste ist extrem lang. Allerdings haben Comic-Kenner noch etwas mehr vom Spiel, denn die meisten Charaktere waren bisher noch nicht auf der Leinwand zu sehen. Reine Kinogänger und saisonale Marvel-Fans haben deshalb des Öfteren mal das Nachsehen.

Abgesehen von all diesen Helden gibt es im Spiel immer etwas zu tun. Vor allem Sammelwütige kommen auf ihre Kosten. So findet ihr goldene Steine, Minikits oder sogar den Marvel-Miterfinder Stan Lee, der in jedem Level verzweifelt nach Hilfe ruft. Das ist alles toll, allerdings auch gewohnte Lego-Kost. Das Prinzip der Lego-Games zieht auch nach all den Jahren: Gegenstände zertrümmern, Sachen einsammeln, herumspringen und kleine Rätsel lösen. Letztere sind in Lego Marvel Super Heroes 2 zwar etwas knackiger als noch in den Vorgängern, allerdings noch immer nicht schwer. Natürlich bietet das Spiel auch den gewohnt guten Lego-Humor, der mittlerweile weg vom Klamauk und hin zum pointierten Spaß geht. Das klappt immer wieder sehr gut. Etwa, wenn Star-Lord von den Guardians of the Galaxy nicht – wie alle anderen Helden – zu einer Spezialattacke ausholt, sondern Kopfhörer aufsetzt und die coole Musik aus den Filmen hört. Solche Momente und kleinen Details machen das Spiel groß.

Lego Marvel Super Heroes 2 - Klötzchen statt kleckern

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Die Helden sind allerdings manchmal nur bedingt hilfreich. In Bosskämpfen stehen sie oft eher wie Statisten im Hintergrund und harren der Dinge, die da kommen mögen
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Nicht ohne mein Team

In Lego Marvel Super Heroes 2 seid ihr im Normalfall mit mindestens drei Helden unterwegs und mischt die bösen Jungs und die Umgebung auf. Das ist zwar super, doch eure beiden Begleiter agieren recht oft desinteressiert. Meistens boxt ihr euch durch die Gegnerhorden, während euer Anhang schon Probleme mit der Wegfindung hat. Noch trauriger agiert die KI dann in den Bosskämpfen. Oft starren sie euch nur an, so, als würde nur noch Popcorn für das perfekte Kino-Erlebnis fehlen. Wenn sie dann doch einmal eingreifen und einen Gegner zertrümmern, ist man geneigt kurz aufzustehen und zu applaudieren.

Ganz anders sieht es natürlich aus, wenn ihr zusammen mit Freunden in den Kampf zieht. Das sorgt für mehr Action und Spaß, und gleichzeitig für noch mehr Chaos – Splitscreen sei Dank. Im Team macht es aber einfach mehr Laune. Euer Freund klaut euch einen blauen Lego-Stein? Dann rächt euch dafür und verhaut einfach seinen Helden. Keine Sorge, das hat keine weitreichenden Folgen im Spiel. Ein „Game Over“ ist eigentlich nicht möglich – egal, wie oft ihr Hopps geht oder von einer Plattform purzelt. Wenn ihr und eure Freunde euch so richtig in die Wolle kriegen, dann könnt ihr auch in der Arena im Großmeister-Modus mit bis zu vier Spielern gegeneinander antreten.

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Technisch top – bis jemand spricht

In Sachen Technik ist der neueste Ableger der Lego-Reihe wieder über jeden Zweifel erhaben. Ruckler oder Framerate-Einbrüche gibt es so gut wie nie. Da ist es auch egal, ob ganze Horden von Hydra-Terroristen über euch herfallen, während ihr ein Flugzeug in der Luft zu Klump haut. Trotz starker Grafik läuft alles wie aus einem Guss. Die Steuerung zickt allerdings manchmal ein wenig rum, weshalb punktgenaue Sprünge und gezielte Angriffe ein wenig zur Glückssache werden. Richtig schlimm ist allerdings die Synchronisation, denn es fehlen die Originalsprecher. Das ist zwar ärgerlich, wäre aber noch verkraftbar. Die nun eingesetzten Sprecher sind allerdings phasenweise einfach schlecht und unmotiviert. Zwar treffen sie die Tonalität der Charaktere meistens – Rocket ist ein übermütiger Draufgänger, Black Panther sehr respektvoll und Iron Man zu cool für diese Welt –, doch das reicht eben nicht immer. Viele Sprüche passen nicht und sind häufig einfach unlustig.