Mensch, das ging ja schnell: Gerade erst sind wir mit Indiana Jones dem verlorenen Schatz auf die Spur gekommen, schlichen durch die Katakomben des Todestempels und haben auf dem letzten Kreuzzug fiesen Plastiknazis den Hintern versohlt, da steht mit „Lego Batman“ schon der nächste Vertreter der mittlerweile zum Kult avancierten Klötzchen-Spiele an.

Das riecht stark nach „Ausverkauf“, nicht wenige Serienfans dürften die Spielpackung im Handel mehrmals ungläubig wenden und nach dem EA-Logo suchen. Schließlich erinnert das Gebrabbel der Lego-Stars verdächtig an die „Sims“ – ebenso wie die Veröffentlichungspolitik. Ob „Lego Batman“ endlich frischen Wind in die festgefahrene Reihe bringt, erfahrt ihr im Test.

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Lego Copycat

Als im Jahr 2005 „Lego Star Wars“ erschien, staunten wohl selbst Branchenkenner nicht schlecht. Wer hätte damals hinter der vermeintlichen Lernsoftware für Vorschüler ein echtes Spiel erwartet – und noch dazu ein derart gutes? Die humorige Jagd nach Bausteinen im prägnanten Legostil verband immensen Einfallsreichtum, tolles Leveldesign und knifflige Rätsel zu einem riesigen Jump’n Run-Spaß.

LEGO Batman - Heilige Selbstkopie: Macht die Klötzchenjagd noch immer Spaß?

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Wie immer ein Knüller: Die Zwischensequenzen sind gewohnt drollig inszeniert.
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Ein Jahr später begeisterte dann „Die klassische Trilogie“ Luke Skywalker, Darth Vader und Co. mit denselben Tugenden. Die Vorfreude auf das Anfang dieses Jahres erschienene „Lego Indiana Jones“ war entsprechend groß – vielleicht zu groß. Das fertige Spiel bot zwar gewohnte Tradition und damit ordentlich Spaß, mehr als ein erneutes Aufkochen des bewährten Rezeptes fiel Entwickler Travellers Tales aber scheinbar nicht ein.

Die ganz Fleißigen werden jetzt schon erraten haben, wie es sich mit „Lego Batman“ verhält: Bis auf einige wenige Änderungen hat sich am eigentlichen Spielprinzip nichts geändert. Fans der Reihe werden sich zwar kaum daran stören, dass nun schon zum dritten Mal dasselbe Spiel mit veränderter Besetzung und neuem Setting erscheint, die Ermüdungserscheinungen der cleveren Idee werden aber wie bei Lego Indy immer deutlicher.

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Die gesamte Riege des Bösen hat es auf das dynamische Duo abgesehen - für Fans ein Fest.
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Allerdings gilt dies nur für Spieler, die bisher noch keines der Lego-Abenteuer angespielt haben. Der Humor der drollig-verschrobenen Zwischensequenzen lädt schließlich nach wie vor zu beherzten Lachern ein, die witzigen Ideen des Leveldesigns und die tollen Rätselpassagen haben nichts von ihrem Charme verloren. Und im lokalen Koop-Modus fetzt die Klötzchenjagd so richtig.

Batman hält die Welt in Atem

Ganz ohne Neuerungen kommt „Lego Batman“ dann übrigens nicht daher. Erstmals bedient ihr im Laufe der Kampagne nämlich nur zwei Charaktere: In drei verschiedenen Akten steuert ihr das dynamische Duo Batman und Robin durch allerlei skurrile Areale, immer auf der Suche nach den prominentesten Bösewichtern von Gotham City. Am Ende eines jeden Levels haut ihr dann Catwoman, Mr. Freeze und Co. den Schalk aus dem Nacken.

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Wie immer dabei: In manchen Missionen sattelt ihr auf Batmobil und Co.
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Anders als bei Professor Jones oder den Sternenkriegern orientiert sich „Lego Batman“ übrigens nicht an der Filmreihe, sondern erzählt mehrere kleine Ministorys. Schade, denn der „Das kenn ich doch aus den Filmen“-Effekt bleibt so aus, zumal die Einsätze des dynamischen Duos keinem erkennbaren Faden folgen. Mit gerade einmal fünfzehn Missionen wurde leider auch der Umfang stark reduziert.

Travellers Tales hat übrigens ein prägnantes Manko des Vorgängers „Lego Indiana Jones“ ausgemerzt: Die teils überlangen Missionen des charmanten Grabräubers ließen den Spielwitz der Star Wars-Saga oft vermissen und langweilten mit Leerlauf. Batmans Abenteuer ist da deutlich rasanter inszeniert, das Design der Levels und Rätsel wirkt obendrein etwas pfiffiger als bei Indy.

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Die verschiedenen Anzüge geben dem quietschbunten Treiben sogar einen taktischen Anstrich.
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Eine Neuerung macht das Gehüpfe besonders interessant: In jeder Mission finden Batman und sein schusseliger Partner spezielle Anzüge, die den Schurkenjägern verschiedene Fähigkeiten verleihen. So darf Batman mit dem Jet-Anzug etwa über große Distanzen fliegen oder mit dem Hitzeanzug durch Flammen laufen, Robin hingegen stiefelt per Magnetschuhen an metallischen Oberflächen entlang.