Left 4 Dead – Test

PC | XBox 360

Nacht der rennenden Toten

27
von Nedzad Hurabasic, 22. November 2008 09:30 Uhr
gamona meint:
"Sie kommen! Multiplayer-Fans dürfen sich das Zombie-Gemetzel nicht entgehen lassen!"
  • Gameplay Award
  • Grafik Award
  • Multiplayer Award
  • Sound Award
85
Deine Wertung:
Leser Wertung:Ø 78.2%(5 Stimmen)

Fazit

Es genügt nicht einfach nur, ein Fan von Survival-Horror, Zombies oder Shootern im Allgemeinen zu sein. Wenn man so richtig Freude an Left 4 Dead haben will, sollte man unbedingt großes Interesse an ausgiebigen Multiplayer- und Koop-Sessions haben. Erst dann entwickelt der auf diese Features ausgerichtete neue Valve-Titel sein volles Potenzial. Im Singleplayer-Modus droht der Zombie-Shooter schnell monoton zu werden.

Zwar ist die Atmosphäre äußerst dicht, ja beängstigend, die apokalyptische Welt ist trotz altehrwürdiger Source Engine toll inszeniert und auch die Bots erledigen unterm Strich einen guten Job. Insgesamt fällt das Gameplay dennoch zu schematisch aus und bietet zu wenig Umfang - von einer zusammenhängenden Story ganz zu schweigen.

Eine ganz andere Qualität nimmt Left 4 Dead an, sobald menschliche Mit- und Gegenspieler auf den Plan treten. Man lässt sich von der Hektik im Sprachchat anstecken, spricht die Taktik ab, warnt sich gegenseitig vor Angriffen, heilt den Verbündeten und muss sich auf Aktionen einstellen, die kein noch so gewiefter KI-Gegner hinbekommen würde. Spannung pur - vor allem auf den höheren Schwierigkeitsgraden wird der Kampf ums Überleben immens fordernd und bleibt lange motivierend.

Die Wertung am rechten Bildschirmrand versteht sich denn auch als Fingerzeig: Einzelspieler können getrost einige Prozentpunkte abziehen, sie werden nur recht kurz ihren Spaß haben. Für Multiplayer-Fans könnte Left 4 Dead aber dagegen das Spiel des Jahres werden.

Pro

  • +Alle Spielelemente von Beginn an zugänglich
  • +Tolles Sounddesign
  • +Hervorragender Koop- und Multiplayer-Modus
  • +Sehr gutes Charakterdesign
  • +Setting absolut stimmig
  • +Unheimlich dichte, spannende Atmosphäre

Contra

  • Geschnittene dt. Version (u.a. grünes Blut)
  • Für Einzelspieler-Fans nur bedingt geeignet
  • Aiming leicht schwammig
  • Insgesamt wenig Inhalt
  • Gameplay recht schematisch
  • Keine wirkliche Story
  • Recht überschaubares Waffenarsenal

Grafik

Auch wenn die Source Engine schon einige Jahre auf den Buckel hat, zaubert Valve hier ein unheimliches stimmiges Endzeit-Setting auf den Bildschirm. Das kann zwar nicht mit hochaufgelösten Texturen begeistern, überzeugt aber trotzdem durch flüssige Animationen, abwechslungsreiche Landschaften und tolles Charakterdesign.

Sound

So muss ein Horror-Shooter klingen: Ständig röchelt irgend etwas, kratzt es an Wänden, zurückhaltende Soundeffekte sorgen für eine permanente Gänsehaut, Schreie durchzucken enge Gänge und auch die Schusswaffen wummern satt aus den Boxen. Toll!

Gameplay

Als einer von vier Überlebenden kämpft ihr euch durch eine apokalyptische, von Zombies beherrschte Welt und habt dabei am besten noch drei Freunde am Start. Das Spiel ist voll und ganz auf Multiplayer/Koop-Sessions ausgelegt und bietet demnach im Einzelspieler-Modus nur einen Teil des Spaßes.

Multiplayer

Viel besser kann man einen Koop/Multiplayer-Modus nicht aufziehen. Vier Freunde zocken die (recht kurze) Kampagne zusammen oder spielen im Versus-Modus gegen vier weitere Gamer, die als Zombies antreten. Bots übernehmen dabei freie Plätze.