Left 4 Dead – Test

PC | XBox 360

Nacht der rennenden Toten

27
von Nedzad Hurabasic, 22. November 2008 09:30 Uhr

Sie kommen!

So müsst ihr gelegentlich gewisse Aktionen auslösen, um voranzukommen. Beispielsweise Kräne aktivieren oder Fahrstühle herbei rufen. In der Zwischenzeit schaut ihr in die Dunkelheit, hört ein sich näherndes Kreischen und Trampeln, blickt mit einem Auge nochmals prüfend auf die Munitionsanzeige, ladet gegebenenfalls durch und seht die Anzeige.

"Sie kommen!" - bevor die Zombies dann den Platz vor euch stürmen oder in einer irren Geschwindigkeit einen engen Gang entlang hetzen und möglicherweise auch direkt durch die Wand brechen, hinter der ihr euch gerade noch verschanzt habt... Am Ende einer jeden Kampagne müsst ihr zudem eine Stellung solange gegen die gefräßige Meute verteidigen, bis ihr endlich evakuiert werdet. Stress lass nach!

Screenshot zu: Nacht der rennenden TotenGeschundene Seelen - die ständige Flucht hat ihre Spuren auf den Gesichtern eurer Kameraden hinterlassen.

Damit der Verlauf der Kampagnen trotz des schematischen Gameplays auch nach dem x-ten Durchspielen nicht vorhersehbar oder gar langweilig wird, haben sich die Valve-Leute einige Kniffe einfallen lassen. Zum einen ist das Auftauchen der Zombies nicht berechenbar, weil das Spiel nicht nur die normalen Untoten zufällig im Spiel verteilt, sondern auch die speziellen Zombies und "Bossgegner" wie Witch und Tank meist an verschiedenen Orten platziert. Zudem werden die vielen geskripteten Attacken dem Verhalten der Spieler angepasst und sind daher ebenfalls nicht im Voraus zu erahnen.

Wenn dann das Getrampel des Tanks die Erde erzittern lässt oder das Kreischen von mehreren Horden wild gewordener Zombies ertönt, wird es brenzlig und hektisch, wo sonst eher der Pirschgang angesagt ist. Ein verlässliches Team menschlicher Mitspieler ist in diesem Schreckensszenario daher Gold wert, denn wildes Geballer oder Vorpreschen in Einzelgängermanier bringt kaum einen Nutzen. Zum einen ist das etwas schwammige Aiming nicht unbedingt für zielgerichtete Attacken inmitten von anstürmenden Zombiehorden geeignet, zum anderen macht es sich bezahlter, die Infizierten mit einer taktischen Marschroute zu bekämpfen.

Neben der Möglichkeit, die vier Kampagnen (jeweils ca. 1,5 - 2 Stunden Spielzeit) mit drei weiteren Spielern zu zocken, machen sich auf Wunsch acht Spieler im Versus-Mode das Leben schwer. Dieser spezielle 4vs4-Modus läuft für die Spieler in der Rolle der Überlebenden zunächst identisch wie gewöhnliche Kampagnenrunden ab. Den Platz der besonderen Zombies Smoker, Hunter und Boomer nehmen jedoch die anderen vier Gamer ein, die ihre Spawnpunkte fast vollkommen frei wählen können, um ihren Widersachern mit Überraschungsangriffen zu Leibe zu rücken.

Screenshot zu: Nacht der rennenden TotenIm Multiplayer-Modus könnt ihr auch die Zombies spielen.

So wählen sie nicht nur den Ort, auch die Zeit ihrer Attacken und haben dazu unbegrenzte Leben zur Verfügung. Letztendlich geht es schlicht darum, die menschlichen Spieler auszulöschen, bevor diese einen Schutzraum erreichen. Das hört sich natürlich einfacher an, als es in Wirklichkeit ist. Schließlich verfügen die Überlebenden über schlagkräftige Argumente in Form von Schießprügeln, dagegen darf aufseiten der Infizierten der mächtige Tank nur selten (Zufallsgenerator) eingesetzt werden.