Left 4 Dead – Test

PC | XBox 360

Nacht der rennenden Toten

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von Nedzad Hurabasic, 22. November 2008 09:30 Uhr

Schematischer Ablauf, oder?

Im Prinzip ist das Geschehen in Left 4 Dead sehr schematisch aufgebaut: Ihr rennt durch die verwüstete Kulisse von Großstädten, durchkämmt zerstörte Krankenhäuser, dunkle U-Bahn-Schächte, Bauernhöfe oder streift durch Wälder - immer auf der Suche nach dem nächsten Schutzraum, der auch gleichzeitig als Checkpoint dient. Dort rüstet ihr euch mit neuer Munition aus, sammelt Bomben und natürlich Waffen.

Screenshot zu: Nacht der rennenden TotenIn die Ecke gedrängt: Teamplay ist das A und O.

All das ist im Spiel selbst recht rar gesät, wer die häufig etwas versteckt liegenden Munitionsdepots nicht findet, wird schnell nur noch mit einer oder zwei Pistolen, die über unendlich Munition verfügen, auf die Untoten ballern, anstatt mit Sturmgewehr, Schrotflinte oder Snipergewehr auf die Jagd zu gehen. Ihr dürft allerdings leider immer nur eine der besseren Wummen sowie ein Explosivmittel mit euch führen, die Auswahl an unterschiedlichen Schießprügeln ist mit einem halben Dutzend ohnehin insgesamt doch ziemlich mickrig ausgefallen und spiegelt damit auch das spartanische Gamedesign wider, bei dem man sich auf das Wesentliche konzentriert: Ballern und Überleben.

Doch das hört sich negativer an als gedacht. Valve erschafft nämlich mit einfachen Mitteln eine Grusel-Atmosphäre, die häufig durch Mark und Bein geht. Wie man weiß, erzeugen gute Horror-Filme ihre Wirkung vor allem mit einer beängstigenden Geräuschkulisse, und das ist auch bei Left 4 Dead nicht anders. Ständig fühlt ihr euch umzingelt von Monstern - hier ein Kratzen, dort ein Röcheln, die Witch gibt ein markerschütterndes Heulen von sich, der Boomer blubbert und furzt, Hunter kreischen. Das Sounddesign ist dem Horror-Ambiente perfekt angepasst.

Screenshot zu: Nacht der rennenden TotenWahnsinn! Die Grusel-Atmosphäre von Left 4 Dead ist grandios.

Dazu gesellen sich Dunkelheit, blinkende (Irr-)Lichter und natürlich der fade Schein eurer Taschenlampen und manifestieren so eine apokalyptische Welt vor unseren Augen und vor allem im aufgeschreckten Hirn. Diese ist zwar optisch aufgrund der schon betagten Source-Engine nicht mehr vollkommen auf der Höhe der Zeit. Doch was hier als Gesamtwerk daraus gemacht wird, mit glaubhaften Charakteren, flüssigen Animationen und einem sehr guten Art-Design, erschafft häufig unglaublich packende, spannungsgeladene Situationen.