Seit Blizzard mit Overwatch das nächste Überbrett auf die Massen losließ, gelten Superhelden-Shooter als potentielle Goldgrube. Plagiieren klappt nicht so ganz, denn im Genre der First-Person-Shooter sehen sich die meisten Konzepte sowieso schon zu ähnlich. Wer will da eine langfristige Klage riskieren. Aber inspirieren lassen kann man sich immer. So wie bei LawBreakers aus der Feder des Action-Gurus Cliff Bleszinski.

LawBreakers - E3 2016 Trailer

Cliffy B has done it again. Diesen und ähnliche Sätze konnte man auf der gamescom am laufenden Band vernehmen, wenn man sich auf dem Showfloor-Stand von LawBreakers befand. Die meisten Gesprächspartner für dieses Thema mussten nicht einmal in den stickigen Hallen anstehen, schließlich lief in den Wochen zuvor eine großzügige offene Alpha-Testphase, die fast durchgängig positiv aufgenommen wurde.

LawBreakers - Völlig losgelöst

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Dass Gears-of-War-Schöpfer Cliffy B federführend ist, merkt man LawBreakers deutlich an. Im Gegensatz zur Xbox-Serie spielt sich der PC-Shooter aber deutlich flotter.
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Allzu sehr verwundern kann das nicht, denn das Spiel steht und fällt mit der Balance zwischen den Stärken und Schwächen der wählbaren Klassen. Ansonsten geht es um einen schnellen First-Person-Shooter. Laufen, ballern, laufen, Granate werfen.

Halt, ganz so einfach ist es dann doch nicht. Bei LawBreakers befindet sich in jedem Level eine Zone (oder mehrere), in der die Schwerkraft keine Wirkung mehr hat. In diesem kugelförmig abgesteckten Bereich kann man also frei herumschweben, gigantische Sprünge wagen, sich an Wänden abstoßen oder gar das Schießeisen kopfüber zum Glühen bringen. Da ist fulminantes Chaos einprogrammiert.

Über ein Spiel im Alpha-Status lässt sich natürlich noch nicht allzu viel erzählen – erst recht nicht nach einer halbstündigen Anspiel-Session auf der gamescom. Aber so viel sei gesagt: LawBreakers spielt sich schon jetzt ungemein flüssig und schnell. Wer die Shift-Taste zum Rennen in die Tastatur drückt, hat das Gefühl, mit seiner Spielfigur über Wolken zu laufen. Völlig klassenunabhängig, wohlgemerkt. Dieses Spiel wird im fertigen Stadium höchstwahrscheinlich von Monitoren mit erhöhter Bildrate profitieren. Und selbstverständlich von einer passenden Hardware, die das Geschehen jenseits der 60-FPS-Marke zeichnen kann.

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Stillstand ist Rückschritt. Bei LawBreakers geht fast permanent die Post ab.
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Vier Klassen für ein Halleluja

Ziel des Multiplayer-Spiels ist nach jetzigem Stand die Vereinnahmung der Antigraviations-Zonen. Ein wenig so wie bei anderen Spielen im „Domination“-Modus, nur mit dreidimensionalem Wirkungsgebiet. Abgesehen vom Geschick an der Bleispritze spielt die gewählte Klasse eine tragende Rolle beim strategischen Vorgehen. Denn neben einer vorbestimmten Waffe verfügt jede Klasse über eine zugewiesene Spezialfertigkeit, die zu einem passenden Zeitpunkt aktiviert werden kann. Beide Teams, also die gesetzestreuen Laws und die verbrecherischen Breakers, greifen auf dieselben vier Klassen zurück.

Schon jetzt unheimlich spritzig. Cliffy B hat's immer noch drauf!Ausblick lesen

Fangen wir mit den Durchschnittstypen an: den Enforcers. Ihre Fähigkeiten bewegen sich allesamt im Mittelfeld, egal ob Trefferpunkte, Laufgeschwindigkeit oder Durchschlagskraft am Standard-Maschinengewehr. Im Sprint sind sie aber recht flink und laden dabei sogar schneller nach. Eine Verstummungsgranate dient den Enforcers als Sonderfertigkeit. Wer in den Radius der Explosion gerät, kann eine Weile lang keine Sonderfertigkeit einsetzen und hat keine volle Einsicht mehr auf sein HUD.

Titanen sind dagegen wahre Tanks, die sich zwar vergleichsweise langsam vorwärts bewegen, dafür aber dank vieler Trefferpunkter lange durchhalten. Erst recht, wenn ihre Berserker- Spezialfertigkeit aktiviert wird, die spendiert nämlich beinahe das Doppelte an Trefferpunkten. Grob und stark ist das Motto, das auch bei den Waffen Geltung hat. So ein Titan schießt nämlich gerne mit dem Raketenwerfer um sich. Lädt lange nach, aber macht dafür auch ordentlich Wumms.

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Weniger ist mehr: Die implementierten Klassen sind bereits jetzt gut ausbalanciert.
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Die Klasse der Assassinen steht auf Nahkämpfe mit scharfen Klingen und drei Enterhaken, die sowohl als Waffe dienen als auch als Kletter-Equipment. Sie schnetzeln schnell und heftig und sind beim Erkunden der Umgebung von großem Geschick gesegnet. Alternativ darf auch eine Schrotflinte mit geringer Reichweite Argumente vortragen. Ihre Sonderfertigkeit ist dabei besonders nützlich, da Assassinen über die geringste Lebenskraft verfügen. Auf Knopfdruck wehren sie anhand einer Schockwelle sogar einen kompletten Kugelhagel ab.

Last but not least: die Vanguard-Klasse, die besonders durch ihr Jetpack auffällt. Das ist zwar aufgrund begrenzten Sprits nur begrenzt einsetzbar und lädt sich beim Rennen wieder auf, aber immerhin ermöglicht es auch außerhalb der Antigravitationszonen kurze Freiflüge. Bevorzugte Waffe ist eine Minigun. Witzigerweise können Vanguards selbst Antigravitations-Blasen erschaffen, mit denen sie sämtliche Gegner ungewollt von den Füßen holen.

Ob diese vier Klassen samt ihren Fähigkeiten bis zur Veröffentlichung des Endprodukts so bestehen bleiben, ist natürlich nicht klar, Aber schon jetzt profitiert der Spielablauf von einer hervorragenden Balance und hitzigem Spielspaß bei fantasievoller Umgebungsgrafik.