Während sich das Wetter nicht entscheiden kann, uns mit Sonnenbrand oder Regenschauern zu nerven, stellt sich mir einmal mehr die Frage, welches Spiel mich und meine Freunde durch das Wochenende bringen könnte. Nach zwei Runden FIFA und drei Cups in Mario Kart ist das Freundschaftsband bekanntermaßen empfindlich strapaziert und ein wenig kooperativer Spaß könnte diesem Problem sicher Abhilfe schaffen. Doch was spielen?

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Tatsächlich stehe ich als Computerspieler ein wenig im Regen, wenn es darum geht, Freunde abseits von FIFA und Arcade-Racern mit ordentlich kooperativen Spielspaß zu versorgen, der gemeinsam auf dem selben Bildschirm konsumiert werden kann. Mir fehlt hier leider die Bandbreite, die jenseits des gemeinsamen Couch-Daddelns sehr wohl existiert.

An ein schönes Koop-Erlebnis erinnere ich mich jedoch noch gut: Square Enix brachte vor vier Jahren das fetzige Tomb Raider Spin-off Lara Croft an the Guardian of Light auf den Markt. Ganz im Gegensatz zur sich selbst extrem ernst nehmenden Hauptreihe gab es hier eine total abgefahrenes Koop-Erlebnis für zwei Spieler.

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Guardian of Light war ein Highlight für Couchpotatoes.
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Story? Ich kann eh nicht lesen!

Nun, nach vier Jahren, stellt sich die Frage, ob Lara es erneut schafft, mich und einen Freund über eine Nacht oder gar länger zu unterhalten. Können die Entwickler von Crystal Dynamics abermals ein knackiges Koop-Kapitel aus Laras lustigem Paralleluniversum produzieren?

Square Enix besuchte uns bewaffnet mit Next-Gen-Optik (na ja) und viel Koop-Spielspaß (Jaaaa!) in unserer Redaktion, um uns nach Ägypten zu entführen, dem Schauplatz von Lara Croft And The Tempel Of Osiris. Spielerisch ändert sich kaum etwas und auch die Geschichte ist schnell erklärt: Lara trifft in einer Pyramide auf die beiden gefangenen Götter Horus und Isis. Die beiden sind ganz schön traurig, den der Fieslings-Gott Seth ist verantwortlich für den ungewollten Pyramidenaufenthalt und kann nur mit den Fragmenten des Osiris gestoppt werden.

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Ist Rettung für den Couch-Coop in Sicht?
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Klar, dass Lara und ihr Schatzjägerrivale Carter Bell sich aufmachen, um mit ordentlich Blei, Kletterseilen und Rumgehopse die Welt zu retten. Die Geschichte hört sich generisch und klischeehaft an? Richtig, aber beim 4-Spieler-Koop gibt es sowieso immer jemanden, der so blöd ist, die Videosequenzen zu überspringen. Viel verpasst ihr dabei nicht, dennoch hat das ganze Spiel eine wunderschöne Archäologenatmosphäre.

Archäologie macht auch zu zweit Spaß: Der nächste Coop-Abend kann kommen!Ausblick lesen

Das liegt vor allem an den schönen Levels, die im Aufbau zwar mehr oder weniger schlauchartig sind, dafür aber sehr lebendig und immersiv wirken. Man will sofort jede Ecke des Raumes erkunden, um nach möglichen Geheimnissen, Schätzen und versteckten Bereichen zu suchen.

Die beiden genannten Gottheiten Horus (er) und Isis (sie) sitzen übrigens nicht auf der faulen Haut herum, sondern helfen Tatkräftig bei der Rettung mit. Sie bilden die Götterklasse, während Lara und Carter natürlich Archäologen sind. Götter können mit ihrem Stab per Energiestrahl Feinde rösten und Magie auf verschiedene Levelobjekte werfen, während die Forschertruppe auf Schusswaffen und Greifhaken zurückgreift. Zusammen erforschen die vier wunderschöne alte ägyptische Höhlen, schießen auf Mumienzombie-Skelette und lösen Rätsel um Räsel.

Friendly Fire ist mein Motto

Die vier Figuren haben dafür spezielle Fähigkeiten, mit denen sie ihre Freunde unterstützen können. Als Gott können Isis und Osiris z.B. ein Schild um sich herum erzeugen, das von den Archäologen als Sprunghilfe für die nächste Plattform genutzt wird. Oben angekommen lassen diese dann ein Kletterseil hinunter und es geht gemeinsam weiter.

Blaue Plattformen und Kugeln werden mit ägyptischer Göttermacht behandelt, während Feuerkelche nur durch Lara Croft und Kollege entzündet werden können. Dieses System des „Du machst das und ich mach das“ hat den entscheidenden Vorteil, dass jeder Spieler sich sofort in seiner Rolle zurechtfindet und Rätsel viel intuitiver gelöst werden können. Damit das nicht zu einfach wird, spielt gutes Timing natürlich vor allem in den späteren Abschnitten eine große Rolle.

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Die Vogelperspektive wechselt in besonders dramatischen Momenten gerne in dynamischere Positionen - hübsch!
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Noch viel besser als sich gegenseitig zu unterstützen ist es übrigens, sich gegenseitig zu ärgern. Abschießen geht dabei leider nicht, aber vor allem die Archäologen haben oft die Gelegenheit, ihren Mitspielern das Pyramidenleben schwer zu machen. Du spazierst grade auf meinem Seil über die Stachelfalle? Ups, da rutscht mir der Finger weg. Tun die Stacheln weh?

Doch keine Sorge, ein Respawn ist jederzeit möglich. Die meisten Räume könnten also auch im einfachen Trial-and-Error-Prinzip gelöst werden, wirklich Spaß macht das aber nicht. Stattdessen steigt bei der gemeinsamen Flucht vor einem riesigen Krokodilmonster der Serotoninspiegel erheblich schneller, wenn abgelegte Minen in genau dem Moment auszulösen, wenn sich der Mitspieler über ihnen befindet. Boom, Kroko, Abendessen. Die Minen sind super, um Gegner und Geheimtüren zu sprengen, eignen sich aber auch für die besten Freunde.

Mit denen müsst ihr euch übrigens nur streiten, wenn es um die Beute und Punkte geht. Mit kleinen Items könnt ihr eurer Figur beispielsweise mehr Schaden und dafür weniger Geschwindigkeit verleihen, wirklich viel macht dies aber nicht aus. So gewährleisten die Entwickler auch, dass ihr online in jeder Partie gleichauf seid. Ein nettes Feature sind die Amulette. Jeder Spieler kann eins dieser kleinen Schmuckstücke tragen. Dessen Effekt wirkt dan für die ganze Bande, was sicher nette Kombinationen zu lässt.