Wann immer die abenteuersüchtige Archäologin Lara Croft in der Vergangenheit auf den Plan getreten ist, war das immer unter dem Dach der „Tomb Raider“-Serie. Nun wagt Publisher Square Enix eine Abkehr von der bisherigen Politik und vermarktet die prominente Schatzsucherin unter ihrem eigenen Namen.

Das Ende Sommer erscheinende "Lara Croft and the Guardian of Light" wird jedoch keine reguläre Fortsetzung der „Tomb Raider“-Reihe, sondern ein Arcade-Download-Abenteuer, das via PSN und Xbox Live erhältlich sein wird. In einem Münchner Hotel durften wir einer Präsentation beiwohnen, die von Karl Stewart, dem Global Brand Director des Entwicklers Crystal Dynamics, inszeniert wurde.

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Hack 'n Slay-Shooter

"Es handelt sich hier um eine Art Mini-Abenteuer ausschließlich für Lara Croft", beginnt Stewart die Demonstration, "die epischen Abenteuer bleiben weiterhin der Tomb-Raider-Serie vorbehalten, die von einem anderen Team produziert wird." Das seit ca. 18 Monaten in Entwicklung befindliche Arcade-Actionspiel wird daher auch "nur" etwa sechs Stunden Spielzeit bieten und von einem Team bearbeitet, das aus dem „Tomb Raider“-Team ausgegliedert wurde, um sich auf seine neue Aufgabe zu konzentrieren. Das in isometrischer Perspektive angelegte Actionspiel soll ein rasantes Abenteuer für Zwischendurch bieten, "das man auch einfach nur eine halbe Stunde zocken kann", so Stewart.

Lara Croft and the Guardian of Light - Lara ist jetzt andersrum

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Lara, wie hast du dich verändert! Guardian of Light wird ein "Hack 'n Slay Shooter".
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Was wir zu sehen und zu spielen bekamen, ähnelte dann auch eher einem Hack 'n Slay-Shooter als einem gewöhnlichen „Tomb Raider“-Abenteuer - aber die lockere Andersartigkeit ist schließlich auch Sinn und Zweck dieser Serien-Auskopplung. Im Mittelpunkt steht natürlich Lara Croft, die sich - Überraschung! - durch eine Ansammlung riesiger Dungeons kämpft und dabei auf etliche Puzzles, Fallen und natürlich Massen an Feinden stößt.

Wie bei vielen isometrischen Arcade-Shootern üblich, steuert man Lara mit dem linken Analogstick und ballert mit dem rechten auf die zahlreichen Monster. Der Zugriff auf die unzähligen Waffen erfolgt bequem on the fly über das frei belegbare D-Pad. Das soll laut Stewart dem Spielrhythmus zugute kommen, da nicht ständig das Inventar geöffnet werden muss.

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Fallen, Schalter, Dungeons: Auf den zweiten Blick ist die Verwandtschaft zu Tomb Raider ersichtlich.
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Die gesamte Umgebung der Katakomben strotzt vor interaktiven Elementen, überall lauern bewegliche Steinplatten oder Hebel, die Zugang zu "zig verborgenen Räumen" (Stewart), Zusatzgegenständen und Herausforderungen (Items freischalten) ermöglichen oder für den Spielfortschritt wichtig sind. Der Clou an "Guardian of Light" ist jedoch der Koop-Modus: Zu jedem Zeitpunkt kann sich ein weiterer Mitspieler online oder offline in die Spielsession einklinken. Je nachdem, ob der Stammesangehörige der Maja, Totec, mit an Bord ist, ändern sich die Voraussetzungen für Lara. Sobald ein zweiter Spieler an der aggressiven Kerkerbegehung teilnimmt, verliert sie zwar ihre Speer-Fertigkeit (die auf Totec übergeht). Doch gerade die Kombination der Fertigkeiten beider Charaktere macht den Spielablauf erst so richtig interessant.

True-Koop für Teamplayer

"Wir nennen das True-Koop", berichtet Stewart, "wir forcieren die Zusammenarbeit der beiden Spieler bei der Lösung von Rätseln und dem Erkunden der Verließe." Daher gibt es auch oft verschiedene Lösungsmöglichkeiten. Wir sahen beispielsweise, wie Totec seinen Speer auf Wände schleuderte, über die Lara anschließend entlangsprang; wie sie ihren "Graple" verwendete, um ihrem Freund zu helfen oder wie sie auf dessen Schild kletterte, um zuvor unerreichbare Plattformen zu erreichen. Nahkampfattacken wird es jedoch für beide Figuren nicht geben, es kommen ausschließlich Distanzwaffen zum Einsatz.

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Frau Croft, wie wir sie kennen. Doch mit unerwarteter Hilfe an ihrer Seite.
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Wer etwa "in der Mittagspause" schnell vorankommen will, kann so manche Herausforderung oder Rätsel links liegen lassen. Andere lassen sich mehr Zeit, durchsuchen jeden Raum penibel und probieren Dinge mit ihrem Partner oder eben allein. Für nötige Abwechslung soll ein guter Mix aus leichten und schweren Puzzles sorgen. Teamspieler haben darüber hinaus die Möglichkeit, ihre Mitspieler per Knopfdruck zu reanimieren, außerdem teilt man sich den gemeinsam erspielten Munitions- und Lebensnachschub - was eine kleine Strategiekomponente ins Spiel bringt.

Ein genauer Preis für das "digitale Download-Abenteuer" konnte zwar noch nicht genannt werden, er soll sich aber wohl im Rahmen von ca. 1200 MS-Punkten (bzw. ca. 15 Euro) bewegen. Eine gute Nachricht hatte Stewart am Ende noch für alle PC-Zocker: Das Spiel wird auch für diese Plattform erscheinen und vermutlich via Steam vertrieben werden. Games for Windows sei demnach keine Option gewesen, da man möglichst viele Spieler und Fans von Lara Croft erreichen wolle.