L.A. Rush - (PS2-Preview)
von Nedzad Hurabasic

1996, vor fast zehn Jahren, erschien mit The San Francisco Rush (Atari) der Vorläufer zu L.A. Rush. Mit dem damaligen Arcade-Renner hat das heutige Straßen-Rennspiel im Stile von Need for Speed: Underground aber kaum noch etwas gemein.

Nun kehrt die Serie unter dem Banner von Midway zurück und soll die Konsolen im Sturm erobern. gamona.de hatte die Gelegenheit, eine Preview-Version des Spiels einem eingehenden Test zu unterziehen. Was dabei herausgekommen ist, lest ihr weiter unten.

L.A. Rush - E3 2006 TrailerEin weiteres Video

Wie der Titel des Spiels schon vermuten lässt, findet die Rahmen-Handlung des Rennspiels in Los Angeles statt. Nach jetzigem Stand wird der Spieler die Auswahl zwischen den beiden Modi "Schnelles Rennen" und "Storymodus" haben, außerdem ist es möglich, im Multiplayer-Mode gegen einen Freund anzutreten (Split-Screen) und die Straßen unsicher zu machen.

Ersterer dient dem schnellen Zugang zu einzelnen Rennen, in denen man sich mit den städtischen Parcours anfreunden und Rekord-Zeiten aufstellen kann. Wer sich für den Story-Modus entscheidet, erlebt eine nette Cutszene, die in die Vorgeschichte des Spiels einführt. Hier wird man Zeuge, wie dem aus vielen Rennen als Sieger hervorgegangenen Helden "Trickz Lane" alle seine teuren Wagen von einem Konkurrenten gestohlen werden. Nun gilt es für den Spieler, die Reputation des Protagonisten wiederherzustellen und die Garage und das Portmonee erneut aufzufüllen.

Mit dieser Aufgabenstellung wird der Story-Modus gestartet und am Steuer eines Low-Budget-Wagens wird der Spieler auf die Straßen von Los Angeles losgelassen und darf fortan die Megapolis unsicher machen.

Ein GPS-Navigationssystem gibt Aufschluss darüber, wo es neue Herausforderungen gibt, wo Geld verdient oder gar neue Wagen (Beschaffungsmissionen und Stunt-Modus) erobert werden können. Außerdem liefert die dazugehörige Map Auskunft über den Standort der bei MTV bekannt gewordenen Werkstatt "West Coast Customs" (Pimp My Ride), wo das eigene Fahrzeug gehörig aufgemotzt werden kann - gegen Cash versteht sich. Für die Teilnahme an den meisten Rennen muss ein Startgeld berappt werden, was zumindest anfänglich einen guten Teil des geringen Barvermögens gehörig reduziert.

An den Rennen nehmen in der Regel vier Wagen teil, für die ersten drei Plätze gibt es unterschiedlich hohe

L.A. Rush - L.A. Crash?

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Gewinnsummen, der Verlierer geht leer aus. Während die Strecken geladen werden, gibt es übrigens interessante Tipps zum Gameplay, die man sich durchaus zu Herzen nehmen sollte.

Die Rennen selbst laufen ziemlich rasant ab und haben die eine oder andere Tücke. Zum einen ist da der normale Straßenverkehr zu beachten, der auch als Gegenverkehr entgegengefahren kommt. Unfälle haben teilweise dramatische Folgen und werden in Zeitlupe (die sich per Knopfdruck beschleunigen lässt) dargestellt. Bis zu zehn Überschläge sind da keine Seltenheit und nett anzuschauen ist das obendrein auch - schließlich werden die Vehikel dabei ziemlich über zugerichtet. Trotzdem sieht man das den Fahrzeugen danach nur bedingt an, was auch eine Folge des relativ geringen Detailgrads der Grafik ist; an den Fahreigenschaften scheint sich schon gar nichts zu ändern.

Packshot zu L.A. RushL.A. RushErschienen für PSP, PS2, XBox und PC kaufen: Jetzt kaufen:

Diese sind unabhängig davon recht gut austariert, auch wenn die Steuerung doch ein wenig schwammig erscheint. Gerade bei der oft eng und mit vielen Ecken und Kanten versehenen Streckenführung ist es nicht immer leicht, der mit erleuchteten Wegpunkten ausgeschilderten illegalen Rennstrecke zu folgen. Wer zu viele rote Ampeln missachtet oder zu viele Unfälle fabriziert, landet auch schnell auf der Fahndungsliste der Gesetzeshüter (wird anhand einer "Sterne"-Anzeige visualisiert), von denen sich dann flugs ein halbes Dutzend und mehr an die Verfolgung machen. Kommt der eigene Wagen zum Stillstand, klicken die Handschellen. In dieser Preview schien das aber zunächst keine weiteren Folgen für den Fahrer zu haben.

Viel Spaß machen die Beschaffungsmissionen, bei denen ein Wagen möglichst heil an seinen Zielort gefahren werden muss. Böse Verfolger tun aber alles, um uns daran zu hindern. So gibt es halsbrecherische Verfolgungsjagden über Stock und Stein und durch schreiende Menschenmengen hindurch. Menschen kommen übrigens zu keinem Zeitpunkt zu Schaden. Wird das Ziel trotz der Verfolger erreicht, wandert das Vehikel als Belohnung in die eigene Garage - allerdings in dem Zustand, mit dem er abgeliefert wurde.

Darüber hinaus gibt es immer wieder Missionen, die die Hauptstory des Spiels weiterführen und das Ansehen des Helden wieder steigen lassen - aber nur bei Erfolg. Wer scheitert, muss noch einmal antreten, das kann teuer werden. Bisweilen gibt es aber auch frustrierende Momente, etwa wenn der eigene Wagen in einem der trockenen Abwasserkanäle landet, aus dem es nur an wenigen Stellen einen Ausweg gibt. Wer während eines Rennens in einem der Kanäle landet, hat praktisch keine Chance mehr den Rückstand aufzuholen. Auch dann nicht, wenn noch genügend Nitro-Beschleuniger zur Verfügung stehen (von denen immer nur drei auf Vorrat gebunkert werden können). Diese pushen das Vehikel für ca. 5 Sekunden auf Höchstgeschwindigkeit, was durch einen, auch schon aus anderen Spielen bekannten, "Blur"-Effekt dargestellt wird.Ausblick:

L.A. Rush oder - wie vielleicht manchmal passender wäre - L.A. Crash macht zu diesem Zeitpunkt einen durchaus soliden Eindruck. Das Gameplay ist natürlich alles andere als innovativ, das haben wir alles schon so oder so ähnlich ein paar Mal gesehen. Wer aber Rennspiele mag, die über eine nette (wenn auch abgedroschene) Story, eine riesige, befahrbare Stadt und rasante Rennen verfügen, bei

dem die Fahrzeuge auch mit wenig Aufwand getunt werden können und die Unfälle mit viel Scheppern aus den Boxen dröhnen, der könnte nach Fertigstellung ein nettes Spiel vorfinden. Für die passende musikalische Untermalung ist übrigens gesorgt: Der Spieler kann beim Soundtrack zwischen Hip Hop, Rock und Techno auswählen und die Hintergrundbeschallung seinem perönlichen Geschmack und Fahrstil anpassen.