Dass man mit Zocken heutzutage nicht nur richtig Geld verdienen, sondern regelrecht reich werden kann, ist mittlerweile kein Geheimnis mehr. Und damit meinen wir nicht völlig überbezahlte gamona-Redakteure, sondern professionelle eSportler, die in ausverkauften Stadien vor einem Millionenpublikum spielen und Sponsorenverträge in Schwindel erregenden Höhen dafür kassieren.

Neu ist allerdings, dass auch Otto-Normal-Zocker mit einem sauber gezielten Headshot ein erkleckliches Sümmchen einstreicht – oder verliert, wenn er selber einen verpasst bekommt. Denn mit Kwari erscheint demnächst der erste Online-Shooter, bei dem echtes Geld im Wortsinne auf dem Spiel steht.

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Gentlemen, Ihre Einsätze bitte!

Auf den ersten Blick unterscheidet sich Kwari nur marginal von der Flut an zweitklassigen Unreal-Klonen von Pariah bis WarPath. Aber: „Es war nie unsere Absicht, uns mit High-End-Grafik-Titeln wie der Battlefield-Serie oder Crysis zu messen“, betont Creative Director Eddie Gill bei einem Besuch in der gamona-Redaktion. Stattdessen besteht die Faszination des Titels in etwas ganz Anderem: „In Kwari geht es um echtes Geld! Wenn du gut bist, kannst du richtig Kohle verdienen – oder alles verlieren!“

Kwari - Aus Spiel wird Ernst: In Kwari wird erstmals um echtes Geld geballert.

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Geldregen: In Kwari hagelt es echte Kohle.
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Kwari stellt damit das Shooter-Pendant zu den derzeit immens erfolgreichen Online-Poker-Portalen dar. „Es ist schon interessant zu beobachten, wie sich die Art des Spielens verändert, sobald richtiges Geld im Spiel ist“, berichtet Eddie Gill von seinen Erfahrungen aus dem Beta-Test. „Das ist wie in einem psychologischen Experiment. Die Menschen verhalten sich jeweils ganz unterschiedlich – ähnlich wie an einem Pokertisch: Die Einen agieren plötzlich ganz besonders vorsichtig, um ja keinen Einsatz zu verlieren. Die Anderen, die vielleicht etwas mehr Geld im Portemonnaie haben, ballern wie wild drauf los, um möglichst viel zu treffen.“

Interessant an dem Konzept von Kwari: Die „Bank“ bereichert sich nicht an den Einsätzen der Spieler. Alles, was im Gewinnpot ist, wird auch wieder an die Spieler ausgeschüttet. Für jeden Treffer, den ein Spieler landet, erhält dieser etwas Klingelgeld. Umgekehrt muss man für jeden Treffer, den man selber einsteckt, in die Tasche greifen. Auch das Aufnehmen von Health-Packs oder neuen Waffen schlägt auf dem Konto zu Buche.

Kwari - Aus Spiel wird Ernst: In Kwari wird erstmals um echtes Geld geballert.

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Kwari spielt sich ähnlich wie eine Partie Unreal Tournament.
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Am Ende jeder Runde wird zudem ein Jackpot ausbezahlt, für den man sich u.a. durch das Einsammeln von Schlüsseln qualifizieren kann. Der aktuelle Kontostand wird jederzeit in der linken oberen Bildschirmecke angezeigt: Befindet sich dieser wortwörtlich „im grünen Bereich“ ist man gerade in der Gewinnzone. Wird die Schrift rot hervorgehoben, muss man am Ende der Runde blechen.

Mit Zocken echtes Geld verdienen: Kwari macht Spielerträume wahr!Ausblick lesen

Um welche Einsätze in einem Match gespielt werden soll – ob nur Cent-Beträge oder richtig viel Asche – kann übrigens vor Spielbeginn festgelegt werden. Auf die Weise landet keiner versehentlich in der Schuldenfalle. Auch dem Skill-System misst man bei den Entwicklern große Bedeutung bei: So sollen nur gleich starke Gegner aufeinander treffen können. Dadurch wird vermieden, dass Neulinge von erfahrenen Profi-Gamern geschröpft werden.

Doch womit verdienen eigentlich die Entwickler ihr Geld? Kwari steht für alle zum kostenlosen Download bereit. Es ist keine monatliche Gebühr fällig, und auch Zusatz-Content, wie neue Maps oder Waffen, wird es für lau geben. Die Antwort auf die Frage lautet daher: Der Spieler zahlt für Munition. Für 5 Dollar ladet ihr euch 5.000 Schuss ins Magazin. Damit sind einige Stunden Spielzeit gesichert. Verglichen mit teuren Vollpreisspielen kommt man bei Kwari daher noch recht günstig weg – und hat sogar noch die Aussicht, dicken Gewinn einzustreichen.

Mein letzter Wille: ´ne Frau mit Pille

Kwari wird mit vier Maps an den Start gehen: drei Karten für maximal 16 und eine für 64 Spieler. Weitere werden nach dem Release folgen. Zwei Modi konnten wir bereits Probe spielen: Das „Last Man Standing“ von Kwari macht seinem Namen alle Ehre: Hier wird volles Risiko gespielt, denn wer das Zeitliche segnet, ist endgültig aus dem Rennen. Gerade beim Zock um echtes Geld ist dieser Modus an Spannung kaum zu überbieten.

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Babewatch: Bisher sind alle Avatare in Kwari weiblich - entworfen vom Quake-2-Designer.
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Noch um eine Spur interessanter fanden wir den „Pill“-Modus, das eigentliche Herzstück von Kwari: Dieser funktioniert ähnlich wie der „Oddball“-Modus von „Unreal Tournament 2003“. Die Spieler kämpfen darin um einen Ball. Wer im Besitz dieser „Pille“ ist, kriegt automatisch Geld gut geschrieben, solange er sie halten kann, während alle anderen versuchen, sie ihm abzujagen. Das totale Chaos ist hier vorprogrammiert!

Damit ihr auch immer den Weg zu eurem Opfer findet, wird die Position des Pillenträgers nicht nur durch einen ständig sichtbaren roten Kreis signalisiert, sondern auch durch Heavy-Metal-Musik, die umso lauter wird, je näher ihr dem Objekt der Begierde kommt. Für den Soundtrack konnten die Entwickler übrigens die Lizenz von Road Runner Records an Land ziehen, die u.a. Bands wie Slipknot unter Vertrag haben.

Kwari - Aus Spiel wird Ernst: In Kwari wird erstmals um echtes Geld geballert.

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Hier in Aktion: der Flammenwerfer.
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Auch das Gameplay von Kwari macht einen gelungenen Eindruck: Die Maps spielen sich ähnlich rasant wie die eines „Unreal Tournament“. Zwar gehören sie grafisch nicht zur Genre-Elite, sind aber stimmungsvoll arrangiert. Bei den Waffen orientiert man sich an Standards wie der Assault Rifle, einem Plasma-Beamer oder dem obligatorischen Raketenwerfer.

Allerdings wurde auch an originelle Schießprügel wie die „Schwarmkanone“ oder ferngelenkte Plasmabälle gedacht. Vor allem aber hat man sich Mühe gegeben, die Waffen optimal gegeneinander auszubalancieren: Da bei Kwari wie gesagt die Munition Geld kostet, macht ein Maschinengewehr wenig Sinn, das die Kohle regelrecht verpulvern würde.

Auch für die Zukunft plant man bei den Kwari-Entwicklern: Neben neuem Content sind spezielle Events wie Weltmeisterschaften oder Ähnliches angedacht. Hierbei möchte man vor Allem auf Vorschläge der Community hören und diese umsetzen. Außerdem derzeit in Arbeit: ein Flugzeug, das wie einst die Rosinenbomber kostbare Ladung – in diesem Falle: bare Münze – über dem Schlachtfeld abwirft.

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Das Auge spielt selbstverständlich mit...
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Der Witz daran: Der Spieler wird auf diese Weise gezwungen sich zu entscheiden, ob er lieber das Geld einsammelt, während er riskiert abgeschossen zu werden, oder ob er weiterkämpft. Kwari ist eben doch wie ein psychologisches Experiment, das die Frage stellt: „Wie gierig bist du?“