Was ist nur mit den Landesvätern Bayerns los? Bisher gehörte Dr. Günther Beckstein nicht gerate zu den Befürwortern der digitalen Unterhaltung. Killerspiele wollte er jüngst noch wie Kinderpornografie bekämpfen. Nun hört man ganz andere Töne aus dem Lager der CSU. Erst letzte Woche sahen wir Bayerns Medienminister Sinner in gemütlicher Runde beim Zocken zu - und jetzt macht sich auch noch Ministerpräsident Beckstein für die Unterhaltungsbranche stark.

Die Spielebranche sei Motor der Unterhaltungsindustrie, glaubt der gestrenge Landesvater. In seiner Eröffnungsrede beim ersten Fachkongress Munich Gaming lobpreist Beckstein überhaupt mehrfach die immense Bedeutung der Spielebranche für den Medienstandort München sowie für das Land Bayern. Daher weht also der Wind - der Chef macht Werbung für den Freistaat.

Ganz ohne den berühmten erhobenen Zeigefinger ging es aber auch diesmal nicht. Erstrebenswert sei es, so Beckstein, pädagogisch unbedenkliche und anspruchsvolle Spiele zu entwickeln, die allen Zielgruppen gerecht würden, dem Jugendmedienschutz entsprächen - die aber auch Spaß machen sollen. Und - aber das sagte er nicht - die ordentlich Geld in die bayrische Landeskasse spülen. Vielleicht wird er ja eines Tages doch noch Zockerkaiser, der Herr Dr. Beckstein.