David Stebbins, ein Xbox-Live-Nutzer aus Arkansas verklagt Microsoft auf über 500 Milliarden US-Dollar Schadensersatz. Der Grund dafür? Nun, er hat die Vertragsbedingungen für die Nutzung von Xbox-Live seinerseits geändert, hält sie für rechtskräftig und Microsoft ignoriert ihn. Und das, das geht natürlich überhaupt nicht.

Kurioses - Spieler verklagt Microsoft auf 500 Milliarden Dollar Schadensersatz

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500 Milliarden Schadensersatz für eine einseitige Vertragsänderung. Leider formunwirksam, weil der Kläger den Kontakt per E-Mail gesucht hatte.
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Die Idee ist zwar völlig an den Haaren herbeigezogen - zeigt aber möglicherweise eine juristische Lücke in den Xbox-Live-Vertragsbestimmungen auf. Die Vertragsbestimmungen binden beide Vertragspartner - klar, es handelt sich um einen ganz gewöhnlichen, gegenseitigen Vertrag. Da nun aber eine einseitige Änderung der Vertragsbestimmungen durchaus zulässig ist, in den Bestimmungen aber nirgendwo steht, von wem diese Änderung ausgehen muss und auch die Notwendigkeit einer Zustimmung schlicht nicht vorgesehen ist, versuchte Stebbins etwas Außergewöhnliches.

Am 6. Mai 2011 schickte er Microsoft eine Mitteilung, in der er eine einseitige Änderung der Vertragsbestimmungen vornahm. Und sofern Microsoft seine Mitgliedschaft bei Xbox Live nicht kündigte, würde diese Änderung innerhalb von zehn Tagen wirksam werden. Da Microsoft die Mitgliedschaft nicht kündigte, geht Stebbins davon aus, dass der Softwarekonzern die neuen Vertragsbedingungen akzeptiert habe.

Er sagt, dass die Firmen oft genau die gleiche Strategie im Umgang mit den Kunden nutzen. Wenn eine Firma einen Kunden über die Änderung der Nutzungsbedingungen in Kenntnis setzt, dann wird einfach davon ausgegangen, dass der Kunde dieser Änderung zugestimmt hat, wenn er den Dienst weiterhin nutzt.

Nachdem Microsoft nun also der Änderung der Vertragsbedingungen „zugestimmt“ hat, lud er am 18. Mai 2011 das Unternehmen zu einem Rechtsstreit ein, um die Sache zu klären. In seinem Schreiben führte er ebenfalls aus, dass er den Streit automatisch gewinnen würde, sofern Microsoft sich nicht innerhalb von 24 Stunden auf eine Schlichtung einlassen würde. Da man ihn ignorierte, geht er nun davon aus, dass der Softwarekonzern ihm 500 Milliarden Dollar schuldet.

Das Verklagen von Unternehmen scheint, neben dem Zocken mit seiner Xbox 360, eins der Hobbies von David Stebbins zu sein. Innerhalb des letzten Jahres verklagte er über ein Dutzend verschiedener Firmen - nicht selten wegen ganz ähnlichen Veränderung der Vertragsbedingungen.

Dabei hat er überhaupt gar keine monetären Interessen. Vielmehr will er erreichen, dass den Konsumenten die gleichen Rechte wie den Unternehmen zugeschrieben werden.

Bei seinem Versuch, Microsoft zu belangen, hätte er allerdings besser auf den Papierweg zurückgegriffen. In den Nutzungsbestimmungen für Xbox Live steht ausdrücklich, dass eine Kontaktaufnahme per E-Mail nicht akzeptiert wird. Das ist dann vermutlich Pech.