Der britische Autor Giles Whittell darf sich glücklich schätzen: In der Mittwochs-Ausgabe der Times bekam er ein ordentliches Fleckchen Platz, dass er mit geistigen Ergüssen füllen durfte. Er nutzte diese Chance, um seinem ausgeprägten Hass auf Videospiele Luft zu machen:

"Ich hasse Videospiele, online oder offline. Ich hasse die Art, wie sie reale Menschen in falsche Welten saugen und über Jahrzehnte festhalten. Ich hasse es, so hasserfüllt zu sein, das sagen zu müssen und ich hasse es, gesagt zu bekommen, erst eintauchen zu müssen, bevor ich urteile, denn es fühlt sich genau so an, als würde man mich dazu auffordern, mich in Heroinkonsum oder Teenager-Schwangerschaften selber einzuleben.

"Das liegt nicht daran, dass irgend etwas falsch ist, mit Videospielen oder Heroin oder Teenager-Eltern. Es ist nicht einmal, weil Spiele zu Morden anregen oder weil kleine Mädchen sich von Perversen online umgarnen lassen - das sind ernste Probleme mit statistisch niedrigem Risiko. Es ist vielmehr, weil - verglichen mit allen andere Dingen im Leben eines Kindes - Videospiele und Heroin und jugendliche Schwangerschaften eine kollossale Verschwendung von Zeit sind."

Wäre dieses Pamphlet am ersten April gedruckt worden, hätte man vielleicht ordentlich darüber lachen können. Leider jedoch scheint es dem Briten ernst zu sein, mit all seinem Hass. Wir sind voller Sorge und empfehlen Herrn Whittell, eine Runde World of WarCraft zu spielen. Denn wie die aktuelle Studie zeigt, kann das ungemein beruhigend sein.